Kein Gerücht mehr: a16z hat „Crypto“ selbst aus dem Namen gestrichen
Gestern hieß es in den Medien noch, man werde den Namen ändern – heute hat Chris Dixon es persönlich bestätigt. Am 22. Oktober veröffentlichte @cdixon einen ausführlichen Beitrag, und @a16z gab es gleichzeitig offiziell bekannt: a16z Crypto heißt ab sofort a16z Frontier. Die Botschaft ist eindeutig: Das ist eine Expansion, kein Rückzug. Man investiert weiterhin in Krypto und verwandte Bereiche und setzt sich auch weiter für eine Regulierung von Krypto ein. Die Erzählung des Fonds weitet sich lediglich von „ausschließlich Krypto“ auf ein breiteres Spektrum an Frontier-Start-ups aus – mit besonderem Fokus auf Gründer, die sich vorerst in keine der bestehenden Kategorien einordnen lassen. Wer führt das Team: Dixon steht an der Spitze, gemeinsam mit Marc Andreessen, Ben Horowitz sowie den GP Eddy Lazzarin und Guy Wuollet. Im Text werden frühere Investments wie Oculus, Skydio und Zipline sowie die Linie mit Coinbase, $SOL und Uniswap genannt. Gleichzeitig verlagert sich der Schwerpunkt der nächsten Welle auf KI-native Produkte, autonome Maschinen und Abwicklungen in Maschinennetzwerken – Stablecoins werden ausdrücklich erwähnt und könnten zur Zahlungsschiene zwischen KI-Agenten werden.
Stromerzeugung vor Ort liefert zuerst: $BE erzielt in diesem Quartal mehr als doppelt so viel Umsatz
Der Markt spricht schon lange über den Strommangel in KI-Rechenzentren. Bloom Energy hat jetzt erst einmal die Zahlen vorgelegt. Offizielle Angaben des Unternehmens vom 22. Oktober: Q3-Umsatz 1,2358 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 138,1 % gegenüber dem Vorjahr; Produktumsatz 1,0736 Milliarden, plus 179,4 %. Die Non-GAAP-Bruttomarge lag bei 34,5 %, der Non-GAAP-Gewinn je Aktie bei 0,94 US-Dollar. Die Jahresprognose wurde erneut angehoben: Umsatz von 4,4 bis 4,6 Milliarden US-Dollar (Mittelwert entspricht einem Plus von etwa 122 %), Non-GAAP-Betriebsgewinn von 960 Millionen bis 1,03 Milliarden und Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 3,10 bis 3,40 US-Dollar – die dritte Anhebung im laufenden Jahr. Nebenbei: Das Unternehmen wurde in den S&P 500 aufgenommen. Die Erzählung bleibt dieselbe: weg vom zentralisierten Stromnetz, hin zur Stromerzeugung vor Ort mit Festoxid-Brennstoffzellen. Zuerst kommen die Hyperscaler zum Zug, jetzt weitet sich das auf andere Großverbraucher aus. Rund 2,5 Milliarden US-Dollar an Barmitteln, Investitionsausgaben von 153 Millionen im Q3 – die Produktionskapazität wird ausgebaut. Die Zahlen sind solide; wie schnell die Umsetzung vorangeht, hängt weiterhin davon ab, ob die Kundenstandorte mithalten können.
$USDT auf Bitcoin hat jetzt eine Testumgebung: Öffentlich wird es erst am 28. November
Wer von Institutionen darauf zugreifen will, kann es jetzt zuerst in der Hand ausprobieren. Utexo sagt, Utexo Mint ist gestartet; Börsen, Wallets und Market Maker können auf Bitcoin Signet das Prägen, private Überweisungen und Einlösungen testen — der öffentliche Start auf dem Mainnet ist auf den 28. November festgelegt. Wichtig zu unterscheiden: Utexo treibt hier die Bitcoin-Version von $USDT voran (läuft über RGB und wird durch Tether USDT0 gestützt), nicht Tether selbst gibt sie aus; auch Mint wird nicht von Tether betrieben. In der offiziellen Mitteilung steht außerdem Phase zwei: Im ersten Quartal 2027 geht es dann weiter zu Lightning. Übrigens kündigte Utexo am 21. Oktober an, dem Mastercard Crypto Partner Program beigetreten zu sein; das ist ein Einstieg in die Partnerschaft, nicht gleichbedeutend damit, dass man schon Kaffee mit Karte bezahlen kann.
Singapur, Malaysia und Thailand stimmen sich erst einmal ab: Zentralbanken schließen sich BLOOM für grenzüberschreitendes digitales Geld an
Die Zentralbanken von drei Ländern bringen die Frage „Wie kann digitales Geld grenzüberschreitend eingesetzt werden?“ an einen Tisch – zunächst geht es um Regeln, nicht darum, dass man schon bald Geld überweisen kann. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) gab heute offiziell bekannt: Die Zentralbank Malaysias (BNM) und die Bank of Thailand (BOT) schließen sich BLOOM (Borderless, Liquid, Open, Online, Multi-currency) als politische Entscheidungsträger an. Gemeinsam mit Institutionen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen wollen die drei Länder erkunden, wie digitales Geld grenzüberschreitend akzeptiert, umgetauscht und abgewickelt werden kann. Im selben Zuge kamen auch Airwallex, Mastercard, Maybank, Nium, Ripple, ShopeePay, Visa und die Weltbankgruppe hinzu; bereits auf der Liste standen Circle, Coinbase, DBS, JPMorgan Chase, Standard Chartered und Stripe. Die Schwerpunkte sind klar benannt: grenzüberschreitende Akzeptanz und Abwicklung, Interoperabilität zwischen verschiedenen digitalen Geldformen sowie programmierbare Risikokontrollen (Identitätsprüfung, Sanktionsprüfungen und Transaktionskontrollen). Dazu zählen tokenisierte Einlagen und regulierte Stablecoins – Circle’s $USDC und Ripple’s $RLUSD sind in diesem Zusammenhang ebenfalls gemeint.
Risikomanagement ausgelagert: Sentora hat drei Märkte auf $AAVE eröffnet
Aave V4 hat erstmals Märkte geschaffen, die von externen Risikomanagern eröffnet werden – live und nicht bloß mit selbst gesetzten Parametern und großen Worten über das Ökosystem. Offizieller Blogbeitrag vom 22. Oktober + @aave/@SentoraHQ: Sentora hat auf Ethereum die ersten extern kuratierten Märkte gestartet. Ein Liquidity Hub versorgt drei Märkte: RLUSD Yield und OUSD Yield nutzen USDe, PRIME, mWIN und PST als Sicherheiten, um $RLUSD bzw. $OUSD zu leihen; bei Bluechip dient kBTC als Sicherheit, um $RLUSD , $PYUSD oder $OUSD zu leihen. Risikomanagement und Strategie liegen bei Sentora, das Eigentum an den Smart Contracts bleibt jedoch bei der Aave DAO. Änderungen, die das Risiko erhöhen, müssen eine 48-Stunden-Timelock durchlaufen; neue Assets müssen zunächst die Governance passieren. Der Einstieg erfolgt über Aave Pro. Eine Architekturkompetenz wird in die Praxis umgesetzt – nicht bloß eine weitere Kooperationsmitteilung.
Solidigm legt US-Börsengang erst einmal auf Eis: Das Werk soll gebaut werden, der Börsengang muss warten
Während KI-Speicher besonders knapp ist, hat SK hynix die Prüfung eines Nasdaq-Börsengangs seiner US-Tochter Solidigm auf Eis gelegt. In einer offiziellen Pressemitteilung vom 23. Oktober erklärte SK hynix es ganz direkt: Solidigm stellt die Prüfung von Pre-IPO- und IPO-Optionen ein. Das Wachstumsszenario habe sich nicht geändert; vielmehr veranlassten „die Bedingungen an den Kapitalmärkten und die Kursentwicklung“ das Unternehmen zu einer erneuten Abwägung – ob ein Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt im besten Interesse der Muttergesellschaft und der bestehenden Aktionäre wäre. Auch der Hintergrund ist leicht zu verstehen: Solidigm will in den USA neue Produktionskapazitäten aufbauen, um den Bedarf an KI-Speicher zu decken. Ursprünglich wollte das Unternehmen dafür über einen Börsengang externes Kapital aufnehmen, zugleich den Cashflow des Konzerns nach dem Zusammenschluss stärken und Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe schaffen. Reuters und andere Medien berichteten, dass die mögliche Finanzierung zeitweise auf bis zu zehn Milliarden US-Dollar beziffert und die Bewertung sehr hoch angesetzt wurde. Doch die südkoreanische Aufsichtsbehörde kam vergangene Woche öffentlich zu dem Schluss, dass dies „gegen die Regeln für Doppelnotierungen verstoßen könnte“; auch die Kritik an einer Verwässerung der Aktionärsanteile ist nicht verstummt. Offiziell verweist das Unternehmen weiterhin auf die Marktschwankungen und betont zugleich, dass sich der Finanzierungsbedarf für das neue US-Werk nicht geändert hat. Alternativen wie Direktinvestitionen würden weiterhin geprüft.