NEAR gibt weniger Token aus: Warum Staker nicht unbedingt alle jubeln
Die Token bleiben gestakt, doch die Belohnungen könnten nach und nach sinken. Beim selben $NEAR -Vorschlag zur Senkung der Inflation dürften Inhaber, die ihre Token nicht staken, und diejenigen, die auf Staking-Belohnungen angewiesen sind, die Sache wohl unterschiedlich beurteilen.
Der derzeit zur Abstimmung stehende Vorschlag HSP-029 sieht vor, die maximale jährliche Inflationsrate von NEAR innerhalb von 24 Monaten schrittweise von 2,5 % auf 1,6 % zu senken. Diese Richtung ist unterstützenswert: Nicht-Staker wären weniger von einer Verwässerung betroffen, und der Druck durch das zusätzliche Angebot könnte allmählich nachlassen. Im Vergleich zu einem weiteren Versprechen, in das Ökosystem zu investieren, wirkt sich eine direkte Änderung der Token-Ausgaberegeln klarer auf die Inhaber aus.
Der Rückgang von 2,5 % auf 1,6 % bedeutet eine Verringerung der jährlichen Inflationsrate um 36 % – aber nicht, dass der Umlaufbestand in zwei Jahren um 36 % kleiner sein wird. Es werden weiterhin Token ausgegeben, nur langsamer. Außerdem sieht der Vorschlag nach seiner Annahme eine Übergangsfrist von einem Quartal vor, bevor der zweijährige Anpassungsprozess beginnt. Eine Abstimmung heute führt also nicht dazu, dass morgen sofort weniger Token auf dem Markt sind.
Die Kosten tragen vor allem die Staker. Bei gleichbleibender Beteiligung werden weniger neue Token an sie verteilt, sodass die Belohnungen naturgemäß sinken. Einige könnten deshalb ihr Staking beenden, während andere bereit wären, geringere Belohnungen in Kauf zu nehmen, damit ihre Bestände weniger verwässert werden. Welche Seite sich durchsetzt, entscheidet darüber, ob die Anpassung sowohl die Inhaber als auch die Validatoren, die das Netzwerk sichern, halten kann.
Darum ist mir wichtiger, ob sich diese Regeln zuverlässig umsetzen lassen. Die Unterstützung des Tokenpreises ergibt sich daraus, dass das künftige Angebot langsamer wächst – zusätzliche Nachfrage entsteht dadurch nicht automatisch. Wenn die Staking-Beteiligung deutlich zurückgeht, könnten die zusätzlich freigegebenen Token einen Teil des Nutzens wieder aufwiegen. Langfristig weniger Token auszugeben, lässt sich nicht ohne Weiteres in kurzfristige Kursgewinne umrechnen.
Die Abstimmung ist auch nicht der letzte Schritt: Damit das Protokoll aktualisiert werden kann, müssen die Validatoren die Änderung übernehmen. Eine geringere Verwässerung zu unterstützen bedeutet auch, zu akzeptieren, dass sich die Einnahmen der Validatoren entsprechend verändern. Die entscheidende Frage für NEAR lautet diesmal, ob sich nach der Verringerung der Token-Ausgabe weiterhin genügend Menschen finden, die bereit sind, die Chain zu sichern.
CoreWeave gibt in einer Woche 25 % nach – der Anleihemarkt kalkuliert die Finanzierungskosten neu
Die Aktie von CoreWeave (CRWV) verlor innerhalb einer Woche rund 25 %. Für die kommenden Tage bleibe ich eher vorsichtig. Die Rendite einer im Juni begebenen Anleihe stieg diese Woche am Sekundärmarkt zeitweise auf 15 %. Der Markt verlangt für das Risiko solcher KI-Infrastrukturprojekte inzwischen deutlich höhere Finanzierungskosten.
Vom Schlusskurs am 9. Oktober bis zum Schlusskurs am 16. Oktober fiel CRWV von 82,08 auf 61,39 US-Dollar. Allein am Freitag ging es um 11,91 % nach unten. Der Rückgang fiel zeitlich mit den Veränderungen am Anleihemarkt zusammen. Man kann also nicht einfach sagen, der Aktienkurs sei wegen der Anleihe gefallen. Der Markt reagiert jedoch deutlich sensibler auf die Kosten, die mit der Kreditaufnahme zum Bau von Rechenzentren verbunden sind.
Im zweiten Quartal belief sich der Umsatz auf 2,575 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 112 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen einen operativen Verlust von 49 Millionen US-Dollar und Nettozinsaufwendungen von 640 Millionen US-Dollar; im Vorjahreszeitraum waren es 267 Millionen US-Dollar. Der Umsatz wächst, doch auch die Zinskosten steigen rasch. Da die Gewinn- und Verlustrechnung weiterhin einen Verlust ausweist, achten Anleger stärker darauf, wie viel neue Projekte kosten und wann sich die Investitionen auszahlen.
Zum Ende des Juni wies das Unternehmen einen Auftragsbestand aus noch nicht erfüllten Verpflichtungen von rund 103,7 Milliarden US-Dollar aus. Davon sollen voraussichtlich 41 % in den kommenden 24 Monaten und weitere 39 % in den darauffolgenden 25 bis 48 Monaten verbucht werden. Für den Rest dürfte es noch länger dauern. In dieser Kennzahl sind auch geschätzte Beträge aus künftigen Verträgen enthalten. Umsätze daraus können erst verbucht werden, wenn die jeweiligen Leistungen erbracht und verfügbar sind. Der Auftragsbestand ist daher nicht mit bereits eingegangenem Bargeld gleichzusetzen.
Reuters zufolge stieg die Rendite einer im Juni begebenen Anleihe, deren Emissionsrendite bei 9,675 % lag, diese Woche am Sekundärmarkt zeitweise auf 15 %. Dieser Wert bezieht sich auf die Rendite dieser Anleihe am Markt – nicht darauf, dass das Unternehmen für sämtliche seiner Kredite 15 % Zinsen zahlt. Für neue Finanzierungen und Refinanzierungen sind die Marktbedingungen allerdings tatsächlich deutlich schwieriger als zum Zeitpunkt der Emission.
Das Unternehmen verfügt auch über einen Puffer. Zum Ende des Juni wies es eine Gesamtliquidität von rund 15,553 Milliarden US-Dollar aus, darunter 5,524 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und weitere 10,014 Milliarden US-Dollar an verfügbaren Kreditlinien. Das Management geht davon aus, dass dies ausreicht, um die Verpflichtungen des kommenden Jahres zu erfüllen. Kreditlinien sind jedoch kein Bargeld, und Aufträge müssen termingerecht ausgeführt und bezahlt werden.
Daher sehe ich den jüngsten Kursrückgang vorerst als Neubewertung des Finanzierungsrisikos durch den Markt. Für eine Abschwächung der KI-Nachfrage selbst braucht es noch weitere Belege. Ob sich die Anleihen stabilisieren und ob die Aufträge planmäßig ausgeführt werden und zu Cashflow führen, wird meine Einschätzung stärker beeinflussen als eine weitere Meldung über einen noch größeren Auftragsbestand.
ZEC erholt sich nach starkem Einbruch auf hohem Niveau, NU7 ist noch nicht beschlossen
$ZEC hat sich vom Tief der vergangenen 24 Stunden bei etwa 1.049 USDT auf rund 1.172 erholt – ein Plus von etwa 12 %. Kurzfristig rechne ich in den nächsten ein bis zwei Tagen zunächst mit einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau; nach dem starken Anstieg hat sich die Volatilität noch nicht gelegt. Der NU7-Vorschlag ist weiterhin ein Entwurf, und die verfügbaren Informationen stellen auch keinen Zusammenhang zwischen der Kurserholung und dem Vorschlag her.
In der heutigen Rangliste der Trendthemen auf Binance Square steht NU7 zusammen mit dem Thema einer Ausgabensperre für Sprout an erster Stelle. Die Seite zeigt 63 zugehörige Beiträge. Das Wort „Sperre“ im Titel kann den Eindruck erwecken, dass dem gesamten ZEC-Netzwerk plötzlich ein Teil seiner Coins abhandenkommt. Tatsächlich ist der betroffene Umfang deutlich kleiner.
Aus der Abstimmungserklärung der Zcash Foundation vom August geht hervor, dass seit 2018 keine Einzahlungen mehr in den Sprout-Pool möglich sind und sich dort derzeit weniger als 23.000 ZEC befinden. Das Transaktionsvolumen macht weniger als 0,1 % des gesamten Netzwerkvolumens aus. Bei der damaligen Abstimmung ging es darum, wann v4-Transaktionen deaktiviert werden sollten; die weitere Behandlung der Gelder im alten Pool war nicht Gegenstand der Abstimmung.
ZIP 259 hat derzeit weiterhin den Status „Draft“. Dem Entwurf zufolge würden v4-Transaktionen nach der Aktivierung von NU7 ungültig, während Sprout-Überweisungen nur über v4 möglich sind. Sollte der Vorschlag wie vorgesehen umgesetzt werden, könnten die verbleibenden Coins im alten Pool zwar weiterhin auf den Adressen liegen, aber nicht mehr ausgegeben werden. Die Sperre beträfe also die Möglichkeit, die Coins weiterhin auszugeben; sie blieben den Adressen zugeordnet. Auch die Obergrenze des gesamten ZEC-Angebots würde sich nicht ändern.
Am Markt erholte sich der Binance-Spotkurs ZEC/USDT in den vergangenen 24 Stunden von etwa 1.049 auf rund 1.191. Während der Erholung nahm das stündliche Handelsvolumen zu. Dass Käufer nach dem starken Einbruch auf eine Erholung setzen, ist derzeit die zurückhaltendste Erklärung. Ohne Daten zu offenen Positionen, Finanzierungssätzen und Liquidationen würde ich das jedoch nicht als Short Squeeze bezeichnen.
Der offizielle Zeitplan nennt den 20. Oktober als Termin für die endgültige Entscheidung zum Mainnet und die Bestätigung der Aktivierungshöhe; der 5. November bleibt das angestrebte Datum für das Mainnet. Kurzfristig kommt es darauf an, ob sich der starke Anstieg in eine Seitwärtsbewegung überführen lässt. Die Auswirkungen auf den Mechanismus lassen sich erst beurteilen, wenn der Status des Vorschlags bestätigt ist.
Nvidias Umsatz steigt, doch auf den Zahlungseingang muss man länger warten
Die US-Aktie NVDA ist drei Handelstage in Folge gefallen. Ich vermute, dass sie sich auch am kommenden Montag und Dienstag zunächst weiter korrigieren wird. Chipaktien insgesamt waren schwach, und am Freitag schloss sie erneut nahe ihrem Tagestief. Diese Entwicklung hat mich tatsächlich etwas enttäuscht.
Gemessen an den Schlusskursen während der regulären US-Handelszeiten verlor NVDA in der vergangenen Woche 6,6 %, der QQQ 5,5 % und der Halbleiter-ETF SOXX 11,8 %. Damit entwickelte sich die Aktie schwächer als der QQQ, hielt sich aber besser als der Chipsektor. Bei dieser Korrektur gibt es also branchenweite Belastungen. Wenn die Aktie nächste Woche die Verluste dieser drei Handelstage wieder wettmacht und auch die Chipaktien ihren Rückgang stoppen, werde ich davon ausgehen, dass sich die Erholung fortsetzt.
Im August veröffentlichte das Unternehmen seinen Bericht für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Der Umsatz lag bei rund 96,2 Milliarden US-Dollar und damit 18 % über dem Vorquartal. Der operative Cashflow sank dagegen von 50,3 Milliarden US-Dollar im Vorquartal auf 24,1 Milliarden US-Dollar.
Im Finanzbericht steht, dass einige Kunden mit Investment-Grade-Rating für Großanschaffungen in Rechenzentren Zahlungsziele von 90 Tagen bis zu einem Jahr erhalten können. Selbst nach der Umsatzverbuchung kann es also noch eine Weile dauern, bis das Geld vollständig eingegangen ist. In diesem Quartal zahlte das Unternehmen außerdem zweimal US-Bundeseinkommensteuer; im Vorquartal hatte es keine Vorauszahlungen geleistet. Der Zeitpunkt von Zahlungseingängen und -ausgängen wirkt sich auf den Cashflow aus. Allein aus dem Rückgang um die Hälfte gegenüber dem Vorquartal zu schließen, dass die Kunden nicht zahlen können, wäre daher falsch.
Diese Zahlen wurden bereits im August veröffentlicht und sind kein plötzlich aufgetauchtes neues Problem dieser Woche. Die Zahlungsbedingungen sind wichtig, um dieses Geschäft zu verstehen, aber mit diesem älteren Finanzbericht lässt sich nicht der gesamte Kursrückgang erklären.
Im zweiten Quartal stieg der operative Cashflow gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um rund 57 %. Der zeitliche Verlauf der Zahlungseingänge gibt Anlass zur Sorge. Aber ich finde, es ist noch zu früh, direkt zu behaupten, Nvidias Cashflow sei bereits eingebrochen.
TIA erreicht neues Jahreshoch und fällt dann wieder auf etwa 0,63 zurück
$TIA Nachdem TIA gestern auf ein neues Jahreshoch gestiegen war, konnte der Kurs dieses Niveau nicht halten und fiel heute Vormittag sogar unter das Tief der frühen Morgenstunden. Ich schätze, dass der Rückgang heute und morgen weitergeht. Die mehreren Erholungsversuche gestern Abend konnten sich nicht behaupten, und auch der Kursanstieg nach der Ankündigung von Eden hat sich vorerst nicht fortgesetzt.
Im Stundenchart des Binance-TIA/USDT-Spotmarkts lag das Tageshoch gestern bei 0,769 USDT. Heute Vormittag ist der Kurs bereits auf etwa 0,63 zurückgefallen. Die Erholungsversuche gestern Abend und in den frühen Morgenstunden wurden im Bereich von 0,67 bis 0,68 wiederholt ausgebremst, anschließend sank das Tief weiter.
Der Bereich von 0,67 bis 0,68 ist ein Widerstand, an dem die jüngste Erholung ins Stocken geraten ist. Sollte der Kurs wieder über dieses Niveau steigen und es bei einem Rücksetzer halten, würde ich davon ausgehen, dass sich die Erholung fortsetzt. Aktuell liegt der Kurs noch darunter. Ein gelegentlicher Stundenkerzenschluss im Plus reicht nicht aus, um darauf zu schließen, dass der Rückgang vorbei ist.
Zu den Nachrichten: Celestia stellte am Abend des 16. Eden vor. Mit dieser Chain soll erkundet werden, wie KI-Agenten eigene Token ausgeben, handeln und für Dienste bezahlen können. Laut offizieller Dokumentation ist Eden eine eigenständig betriebene EVM-Chain, die Transaktionsdaten auf Celestia veröffentlicht. Für Transaktionen auf der Chain werden TIA als Gebühren benötigt. Ein zusätzlicher Anwendungsfall ist eine gute Sache. Mehr Nachfrage nach Transaktionsgebühren könnte jedoch erst entstehen, wenn die Anwendung dauerhaft genutzt wird und die Zahl der Transaktionen weiter zunimmt.
TIA war bereits vor der Ankündigung gestiegen; der gesamte Kursanstieg lässt sich also nicht Eden zuschreiben. Ich vermute, dass das neue Thema Anleger zum Einstieg verleitet hat und nach dem starken Anstieg einige Gewinne mitgenommen haben. Das ist jedoch nur eine mögliche Erklärung für den Kursverlauf. Die verfügbaren Informationen bestätigen weder, wer verkauft hat, noch lässt sich daraus direkt auf eine größere Zahl an Zwangsliquidationen schließen.
Das Projekt hat einen neuen Anwendungsfall, und ich bin gespannt, was daraus wird. Aber dass der Kurs in weniger als einem Tag von 0,77 auf 0,63 gefallen ist, ist wirklich entmutigend. Die Argumente für einen kurzfristigen Kursanstieg sind heute nicht mehr so überzeugend wie gestern.
Meta fällt drei Tage in Folge – die Fortschritte bei KI-Werbung sollte man nicht übersehen
Vor dem Quartalsbericht nächste Woche rechne ich eher mit einer Erholung der META-Aktie. Das Unternehmen hat diese Woche neue Daten dazu veröffentlicht, wie KI die Werbewirkung verbessert, und die Aktie hielt sich über die gesamte Woche besser als der QQQ. Das Werbegeschäft hat weiterhin eine solide Basis. Deshalb bin ich nicht ganz so pessimistisch, auch wenn ich noch Zweifel habe, ob sich die KI-Investitionen auszahlen.
Nach einem Schlusskurs von 762.50 US-Dollar am Dienstag fiel META drei Tage in Folge und schloss am Freitag bei 709.33 US-Dollar. Der Rückgang war deutlich, doch auf die ganze Woche gerechnet verlor die Aktie etwa 1.3 %, während der QQQ im selben Zeitraum rund 5.5 % nachgab. Geringere Verluste bedeuten nicht, dass der Boden bereits erreicht ist. Sollte die Aktie nächste Woche unter das Freitags-Tief von 702.71 US-Dollar fallen und weiter nachgeben, müsste ich meine Einschätzung einer Erholung vor dem Quartalsbericht revidieren.
Metas Engineering-Team teilte am 13. Oktober mit, dass das Anzeigenempfehlungsmodell GEM die Werbekonversionen um 18.9 % und die Klickrate um 12 % gesteigert habe. Das sind vom Unternehmen berichtete Ergebnisse, die sich nicht direkt in ein Umsatzwachstum umrechnen lassen. Sie zeigen aber zumindest, dass KI das bestehende Werbegeschäft bereits verbessert. Wenn Anzeigen besser wirken, haben Werbekunden mehr Gründe, weiter zu investieren. Das überzeugt mich stärker als bloße Versprechen darüber, was künftig möglich sein könnte.
Auch die im Juli veröffentlichten Geschäftszahlen für das zweite Quartal passen dazu: Die Zahl der Werbeeinblendungen stieg im Jahresvergleich um 14 %, der durchschnittliche Anzeigenpreis um 12 %. Sowohl Volumen als auch Preise legten zu, und der Umsatz des Unternehmens stieg gegenüber dem Vorjahr um 28 %. Diese Ergebnisse lassen sich nicht vollständig GEM zuschreiben. Doch nur weil Tech-Aktien zuletzt stark gefallen sind, sollte man die Nachfrage nach Werbung nicht gleich mit schlechtreden.
Allerdings gibt Meta auch viel Geld aus. Im selben Quartal belief sich der operative Cashflow auf rund 31.9 Milliarden US-Dollar, die Investitionsausgaben auf etwa 31.1 Milliarden US-Dollar. Nach der von Meta verwendeten Berechnungsmethode, bei der Ausgaben für Ausrüstung und Tilgungen von Finanzierungsleasingverbindlichkeiten abgezogen werden, blieben nur 784 Millionen US-Dollar freier Cashflow übrig. Diese Investitionen unterstützen auch das bestehende Geschäft und können nicht vollständig als KI-Ausgaben verbucht werden. Geld für Ausrüstung auszugeben bedeutet außerdem nicht, im selben Quartal Verluste zu machen. Doch das Geld ist bereits abgeflossen, während sich die Investitionen erst nach und nach auszahlen müssen.
Der Quartalsbericht für das dritte Quartal wird am 22. Oktober um 2 Uhr morgens Pekinger Zeit veröffentlicht. Angesichts der bereits sichtbaren Verbesserungen im Werbegeschäft bin ich für einen möglichen Aufschwung zuversichtlich. Die künftigen Erträge aus den neuen KI-Produkten habe ich in meine Einschätzung vorerst noch nicht eingerechnet.
MSTR verliert fast zehn Prozent, Indexliste noch nicht endgültig
An den ersten beiden Handelstagen der kommenden Woche dürfte eine Erholung der US-Aktie MSTR meiner Einschätzung nach weiterhin leicht von Verkaufsdruck ausgebremst werden. Die neuen MSCI-Regeln sind bereits verabschiedet, aber ob Strategy aus dem Index genommen wird, steht noch nicht endgültig fest. Der Rückgang am Freitag war heftig, doch das mögliche Verkaufsvolumen im Zuge einer Indexanpassung ist noch unklar.
Am Donnerstag erholte sich die Aktie von 143,24 US-Dollar zum Schlusskurs des Vortags auf 151,29 US-Dollar. Am Freitag fiel sie dann um 9,56 Prozent und schloss bei 136,83 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag mehr als 40 Prozent über dem des Donnerstags. Die Erholung vom Donnerstag hielt nicht an; der Schlusskurs am Freitag lag sogar unter dem vom Mittwoch. Auch der QQQ gab an diesem Tag rund 2,5 Prozent nach. Der Rückgang des Gesamtmarkts belastete ebenfalls – der gesamte Kursverlust von MSTR lässt sich also nicht allein den neuen Regeln zuschreiben.
In einem Konsultationspapier vom August hatte MSCI anhand von Daten aus dem Mai eine Simulation durchgeführt. Strategy stand damals bereits auf der vorgeschlagenen Ausschlussliste. Die neuen Regeln prüfen zunächst die operativen Vermögenswerte und filtern Unternehmen anschließend anhand von Finanzkennzahlen wie Cashflow und Finanzierungsabhängigkeit. Die Regeln sind zwar verabschiedet, doch ob Strategy letztlich im Index bleibt, hängt von der offiziellen Liste ab.
Die endgültige Liste der betroffenen Unternehmen wird erst am 11. November veröffentlicht; die Anpassungen treten nach Börsenschluss am 30. November in den USA in Kraft. Sollte Strategy ausgeschlossen werden, müssten Fonds, die den betreffenden Index nachbilden, Aktien verkaufen. Andere Anleger könnten zudem schon im Vorfeld auf diese Erwartung reagieren. Diese Verkäufe sind noch nicht bestätigt; weder Zeitpunkt noch Umfang lassen sich vorab genau beziffern.
Nach einem Rückgang von fast zehn Prozent würde mich eine kurzfristige Erholung nicht überraschen. Sollte die Aktie kommende Woche wieder nachhaltig in die Nähe von 151 US-Dollar steigen und den jüngsten Rückgang wettmachen, müsste ich meine Einschätzung, dass die Erholung leicht unter Druck geraten dürfte, revidieren. Das war der Schlusskurs vor Bekanntgabe der neuen Regeln und dient lediglich dazu, die Marktreaktion zu beobachten – es handelt sich nicht um einen zwangsläufig wirksamen Widerstand.
Die Entwicklung wirkt sich auch darauf aus, wie das Unternehmen künftig Kapital beschafft. Der Großteil der Mittel für den am 12. Oktober bekannt gegebenen Bitcoin-Kauf stammte aus dem Verkauf von MSTR-Stammaktien. Je niedriger der Aktienkurs, desto mehr Aktien muss das Unternehmen ausgeben, um denselben Betrag aufzubringen – dadurch verwässern die Anteile der bisherigen Aktionäre. Sollte das Indexrisiko den Aktienkurs weiter belasten, dürfte es auch schwieriger werden, die Mittel für künftige Bitcoin-Käufe zu beschaffen.
NEAR ist wieder in die Nähe von 5 US-Dollar gefallen – die Sicherheitsanalyse sollte man vollständig lesen
$NEAR Diese Erholungsrallye konnte sich nicht behaupten. Für dieses Wochenende rechne ich eher mit weiteren Rücksetzern. Erst gestern war der Kurs wieder über 5,4 gestiegen, heute ist er erneut auf etwa 5 gefallen. Dieses Tempo des Rückgangs enttäuscht mich etwas. Auch die gestern Abend veröffentlichte Sicherheitsanalyse sollte man lesen – aber nicht fälschlich so verstehen, als wäre NEAR heute erneut gehackt worden.
Der NEAR/USDT-Spotkurs auf Binance erreichte gestern ein Hoch von 5,44 USDT. Nachdem er gestern Abend unter etwa 5,2 gefallen war, sank er heute früh zeitweise auf 4,921. Am Vormittag schwankte er überwiegend um die 5-Dollar-Marke. Im Vier-Stunden-Chart liegt das Hoch der vorherigen Rallye bei etwa 6 Dollar. Diese Erholung kam noch nicht annähernd an dieses Hoch heran, bevor der Kurs wieder nachgab. 5,2 war ungefähr das Niveau, unter das der Kurs gestern Abend gefallen war. Wenn er sich bei einer weiteren Erholung dorthin zurückkämpft und sich dort hält, würde ich davon ausgehen, dass sich die aktuelle Erholung fortsetzt.
Alex Shevchenko, Leiter von NEAR Intents, veröffentlichte gestern Abend eine Analyse des Angriffs von Anfang Oktober. Das Team erklärte, der Angreifer habe eine Schwachstelle in der Einzahlungsbenachrichtigungsfunktion ausgenutzt: Die eingezahlten Token wurden zurückgebucht, der Einzahlungsbetrag aber nicht vom Kontostand abgezogen. Mit diesem Guthaben, dem keine echten Token zugrunde lagen, hob der Angreifer etwa 3,8 Millionen US-Dollar ab. Der Vorfall ereignete sich zwischen Ende September und Anfang Oktober. Laut Team wurden die Gelder am 2. Oktober vollständig zurückgegeben und die betroffenen Nutzer entschädigt.
Dass die Gelder zurückgeholt werden konnten, ist natürlich eine gute Nachricht. Allerdings stört mich, dass für dieselbe Funktion wiederholt Schwachstellen gemeldet wurden. Laut Analyse war ein ähnliches Problem bereits Anfang des Jahres behoben worden. Am 7. Oktober ging dann erneut eine Meldung über eine kritische Schwachstelle ein, woraufhin das Team die Funktion noch am selben Tag vollständig entfernte. Die Probleme, die Anfang des Jahres und am 7. Oktober entdeckt wurden, waren nicht ausgenutzt worden.
Der Kursrückgang hatte bereits vor der Veröffentlichung der Analyse begonnen. Vorläufig sehe ich ihn als Gewinnmitnahmen nach der vorherigen starken Rallye. Die darin offengelegten Sicherheitsprobleme könnten Anleger beim Einstieg vorsichtiger machen, aber es gibt keinen Beleg dafür, dass sie der Hauptgrund für den heutigen Rückgang sind. Aus ein paar Kerzen lässt sich auch nicht ableiten, wer den Kurs nach unten drückt.
Das Team hat außerdem einen Abgleich zwischen den angezeigten Nutzerguthaben und den tatsächlichen Tokenbeständen des Smart Contracts eingeführt. Bei einer Abweichung wird das System automatisch pausiert. Dass die Gelder zurückgeholt wurden, ist beruhigend – aber künftig sollte man sich nicht darauf verlassen müssen, dass ein Angreifer zur Rückzahlung bereit ist.
Der Roadster stiehlt allen die Show, TSLA legt vorbörslich wieder zu
Kaltgastriebwerke an einem Sportwagen – Tesla traut sich diesmal wirklich etwas. Ich bin optimistischer für TSLA an der US-Börse und rechne damit, dass sich die Aktie von heute Abend bis zur Veröffentlichung der Quartalszahlen nächste Woche weiter erholt. Das neue Auto sorgt für Gesprächsstoff, und der Kurs zieht vorbörslich ebenfalls wieder an.
Laut Nasdaq stieg TSLA heute Abend vorbörslich zeitweise wieder in die Nähe von 375 US-Dollar. Das sind etwa 3,5 % mehr als der gestrige Schlusskurs von 362,44 US-Dollar; damit machte die Aktie die gestrigen Verluste wett. Ein schöner Anstieg vorbörslich muss sich allerdings auch während des regulären Handels mit genügend Kaufinteresse behaupten. Fällt die Aktie wieder in die Nähe von 362 US-Dollar zurück und sinkt weiter, wäre der Kursanstieg seit der Vorstellung des neuen Autos nicht gehalten worden – dann würde ich davon ausgehen, dass die Korrektur weitergeht. Der Bereich um den letzten Schlusskurs ist lediglich ein Beobachtungspunkt und kein sicherer Boden.
Auf der offiziellen Website werden verschiedene Versionen aufgeführt: Die Thrust-Version beschleunigt mithilfe von Kaltgastriebwerken, die Rocket-Version ermöglicht Beschleunigung nach oben und Anpassungen der Fluglage in der Luft. Letztere ist jedoch nur auf Einladung erhältlich; außerdem steht ausdrücklich dabei, dass sie nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist. Solche Technik in einen Sportwagen einzubauen, macht mich wirklich neugierig darauf, wie gut er sich letztlich verkaufen wird. Aber eine Flugfunktion vorzuführen ist noch etwas anderes, als dass normale Nutzer damit auf öffentlichen Straßen fahren können.
Bei den bereits ausgelieferten Fahrzeugen dominieren weiterhin Model 3 und Model Y. Tesla lieferte im dritten Quartal insgesamt 486.500 Fahrzeuge aus, davon rund 478.200 Model 3 und Model Y – ein Anteil von 98,3 %. So spektakulär der Roadster auch sein mag: Die Aufmerksamkeit bei der Präsentation sagt nichts darüber aus, welche Gewinne mit diesen ausgelieferten Fahrzeugen erzielt werden.
Am frühen Morgen des 22. nach Pekinger Zeit werden die Quartalszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Das Unternehmen hat bereits darauf hingewiesen, dass die Auslieferungszahlen allein die finanzielle Entwicklung nicht abbilden; auch Verkaufspreise und Kosten beeinflussen den Gewinn. Wie viel Tesla nach der Auslieferung pro Fahrzeug zusätzlich verdient hat, wird meine Einschätzung des Aktienkurses nach den Quartalszahlen stärker beeinflussen als die Flugfunktion des Roadsters.
Noch fünf Tage bis zum Upgrade: SOL hat sich bei etwa 105 stabilisiert
$SOL erholte sich gestern Abend von etwa 101 auf über 105. Ich gehe eher davon aus, dass sich die Erholung bis zum Wochenende fortsetzt. Als Nächstes bleibt abzuwarten, ob SOL erneut die Gegend um 106,5 testen kann. Nach dem Anstieg gestern Abend konnte sich der Kurs immerhin bei etwa 105 halten – das sieht endlich ein wenig nach einer Erholung aus.
Der SOL/USDT-Spotmarkt auf Binance fiel gestern Abend zunächst auf 100,91 USDT und stieg anschließend über 106. Heute früh erreichte der Kurs ein Hoch von 106,51. Am Vormittag bewegte er sich überwiegend zwischen 105 und 106. Im Bereich um 105 gibt es vorerst Käufer, aber die Marke von etwa 106,5 wurde noch nicht überwunden. Sollte der Kurs auf etwa 104,6 zurückfallen und weiter sinken, wäre der gestrige Anstieg über 105 nicht mehr zu halten. Dann würde ich wieder mit einer Fortsetzung der Korrektur rechnen.
Die Solana Foundation hat für den Abend des 21. Oktober den Start des Alpenglow-Mainnet-Upgrades angesetzt. Ziel ist es, die endgültige Bestätigung von Transaktionen von etwa 12,8 Sekunden auf 150 Millisekunden zu verkürzen. Erreicht das Mainnet diesen Wert, muss man bei Überweisungen und On-Chain-Transaktionen nicht mehr über zehn Sekunden auf die endgültige Bestätigung warten. Das Upgrade ist im Mainnet noch nicht aktiviert; wie gut es funktioniert, wird sich erst nach dem Start zeigen.
An der Gebührenstruktur für normale Transaktionen ändert dieses Upgrade nichts. Eine benutzerfreundlichere Blockchain könnte mehr Transaktionen und Anwendungen anziehen, doch zusätzliche Nachfrage muss sich erst tatsächlich einstellen, bevor sie für mehr Kaufdruck bei SOL sorgen kann. Vorerst sehe ich den gestrigen Anstieg als Erholung nach dem starken Kursrückgang. Die Erwartungen an das Upgrade könnten SOL mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Ob es zu konzentrierten Short-Eindeckungen kam, lässt sich ohne Daten zu offenen Positionen und Liquidationen nicht beurteilen.
Der US-amerikanische PPI für September stieg gestern im Monatsvergleich um 1,3 Prozent. Der Inflationsdruck ist also nicht verschwunden, nur weil sich SOL erholt hat. Wenn die Kreditkosten nicht sinken, könnten Anleger auch zögerlicher sein, steigenden Kursen bei Krypto-Assets hinterherzulaufen. Deshalb achte ich zunächst auf die Erholung in den nächsten beiden Tagen und betrachte das Upgrade nächste Woche nicht automatisch als Garantie für steigende Kurse.
Ein weiterer Wert kann leicht falsch interpretiert werden: Nach dem Upgrade zählen Validator-Abstimmungen nicht mehr als On-Chain-Transaktionen. Die Gesamtzahl der Transaktionen und einige TPS-Kennzahlen könnten dadurch deutlich sinken. Wenn die Zahlen dann zurückgehen, sollte man nicht gleich daraus schließen, dass niemand mehr das Ökosystem nutzt. Zuerst muss man das Transaktionsvolumen ohne Abstimmungen vergleichen.
TSMC rechnet im vierten Quartal mit einem Umsatzplus von mehr als zehn Prozent
Im dritten Quartal übertraf TSMC seine ursprüngliche Umsatzprognose. Für das vierte Quartal wird weiteres Wachstum erwartet. Ich halte es daher für wahrscheinlicher, dass die US-Aktie TSM in der kommenden Woche wieder anzieht. Dass der Umsatz bei dieser bereits enormen Größenordnung weiter wachsen kann, freut mich.
Der heute bekannt gegebene Umsatz im dritten Quartal betrug 46,72 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Obergrenze der ursprünglichen Unternehmensprognose von 45,8 Milliarden. Für das vierte Quartal werden 52,3 bis 54,3 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Mittelwert von 53,3 Milliarden liegt rund 14 Prozent über dem Umsatz des dritten Quartals. Das ist weiterhin eine Prognose des Unternehmens; erst wenn die Auslieferungen tatsächlich Schritt halten, wird daraus realisierter Umsatz.
Vor der Veröffentlichung der Geschäftszahlen war die US-Aktie TSM bereits auf etwa 430 US-Dollar zurückgefallen. Die heutigen Zahlen müssen sich erst noch im regulären US-Handel bewähren. Heute Abend um 20:30 Uhr werden außerdem die US-Erzeugerpreise für September veröffentlicht. Sollten die Daten die Sorge am Markt verstärken, dass die Zinsen nicht sinken, könnte das Technologiewerte ebenfalls belasten. Sollte die Aktie nach der Veröffentlichung der Zahlen weiter fallen, müsste ich meine Einschätzung einer Erholung in dieser Woche überdenken.
Das Unternehmen erklärte, dass die starke Nachfrage nach fortschrittlichen Fertigungstechnologien das vierte Quartal weiterhin stütze und die 2-Nanometer-Produktion weiter hochgefahren werde. Im dritten Quartal machten 2-Nanometer-Wafer bereits 8 Prozent des Waferumsatzes aus, verglichen mit nur 3 Prozent im Vorquartal. Die Auslieferungen des neuen Prozesses nehmen also zu.
Die Bruttomarge sank im dritten Quartal jedoch von 67,7 Prozent im Vorquartal auf 66,4 Prozent. Das Unternehmen erklärte, der Rückgang sei hauptsächlich auf den Anlauf der 2-Nanometer-Produktion zurückzuführen. Aus der sinkenden Bruttomarge allein lässt sich also nicht schließen, dass die Nachfrage nachlässt. Für das vierte Quartal wird eine Bruttomarge von 65 bis 67 Prozent prognostiziert und damit weiterhin weniger als die 67,7 Prozent des Vorquartals. Der Umsatz wächst, aber die Bruttomarge hat noch nicht Schritt gehalten – das ist tatsächlich etwas schade.
OP hat den Großteil seiner jüngsten Gewinne wieder abgegeben
$OP dürfte sich in den nächsten Tagen wohl weiter korrigieren. Gestern stieg der Kurs noch auf 0.1625 USDT, fiel danach aber kontinuierlich zurück. Heute Vormittag lag er wieder bei etwa 0.134. Ein Großteil des mühsam erzielten Anstiegs ist damit wieder dahin – das ist wirklich ernüchternd.
Im Stundenchart des OP/USDT-Spotmarkts konsolidierte der Kurs von gestern Abend bis heute Morgen noch um 0.14, brach am Vormittag dann aber unter hohem Volumen unter diese Marke. Dass das Handelsvolumen während des Rückgangs zunahm, lässt mich befürchten, dass der Verkaufsdruck noch nicht vollständig abgebaut ist. Erst wenn der Kurs wieder in die Nähe von 0.14 steigt und sich nach einem erneuten Test dort hält, bin ich eher bereit, mit einer Fortsetzung der Erholung zu rechnen.
Unichain wird seinen Chain-Betrieb tatsächlich an OP Enterprise übergeben. In einer Mitteilung vom 9. Oktober erklärte Uniswap, dass Optimism für den Sequencer, RPC, das Monitoring und die Reaktion auf Störungen zuständig sein wird. Die Migration des Mainnets ist für den 29. Oktober geplant. Diese Vereinbarung wurde bereits am 9. bekannt gegeben und sollte nicht als heute neu veröffentlichte positive Nachricht behandelt werden.
Meine vorläufige Vermutung ist, dass einige Marktteilnehmer bereits im Vorfeld auf die Erwartungen rund um die Migration gesetzt haben. Wer genau gekauft hat, dafür fehlen mir allerdings Belege. Heute Abend um 20:30 Uhr stehen außerdem die US-PPI-Daten für September an. Sollten die Zahlen die Sorge verstärken, dass die Zinsen nicht so bald sinken, könnte es für eine Erholung von OP noch schwieriger werden. Man sollte also nicht nur auf Projektnachrichten achten.
Dass Unichain den Betrieb abgibt, ist gut für das Geschäft von Optimism. In der Mitteilung werden jedoch nicht einmal die Servicegebühren offengelegt, geschweige denn ein zusätzliches Volumen an OP-Rückkäufen genannt. Wie sehr dieses Geschäft dem Token helfen kann, lässt sich derzeit also noch nicht beziffern.
Die Kundenvermögen bei MS steigen stark, doch der Gewinn bleibt hinter dem Vorquartal zurück
Das neu hinzugewonnene Kundenvermögen erreichte einen Rekord. Bei der US-Aktie MS rechne ich in diesen Tagen jedoch eher mit einer weiteren Korrektur. Die Vermögensverwaltung verdiente etwas mehr, aber der Nettogewinn des Gesamtkonzerns lag rund 12 % unter dem Vorquartal. Auch im vorbörslichen Handel nach der heutigen Veröffentlichung der Geschäftszahlen fällt die Aktie weiter.
Der MS zurechenbare Nettogewinn im heute veröffentlichten dritten Quartal belief sich auf 4,909 Milliarden US-Dollar, nach 5,581 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das immer noch ein Plus von rund 6,5 % – man kann also nicht sagen, dass sich das Geschäft des Unternehmens insgesamt verschlechtert hätte. Das zweite Quartal war allerdings ein Rekordquartal. Im dritten Quartal blieben die Erträge aus dem Aktienhandel und dem festverzinslichen Geschäft hinter dem Vorquartal zurück, und das Wachstum in der Vermögensverwaltung konnte den Rückgang der Erträge in anderen Bereichen vorerst nicht ausgleichen.
Die Erträge aus der Vermögensverwaltung erreichten 5,544 Milliarden US-Dollar, rund 16 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gebühreneinnahmen sind tatsächlich gestiegen – das ist ein Aspekt dieser Geschäftszahlen, über den ich mich freue. Doch dass sich ein Geschäftsbereich verbessert hat, bedeutet vorerst noch nicht, dass der Gesamtkonzern mehr verdient als im Vorquartal.
Gestern schloss die Aktie bei 186,64 US-Dollar. Nach der heutigen Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) fiel sie im vorbörslichen Handel auf rund 184 US-Dollar zurück. Das ist noch nicht das Ergebnis zum heutigen Handelsschluss. Wenn die Aktie später wieder in die Nähe von 190 US-Dollar steigt und sich dort hält, würde ich eher davon ausgehen, dass sich die Erholung fortsetzt. Dieser Bereich liegt nahe den Schlusskursen vom Freitag und Montag; eine Rückkehr dorthin würde also den jüngsten Rückgang wettmachen.
Der soeben veröffentlichte CPI für September stieg gegenüber dem Vormonat um 0,6 %, vor allem aufgrund höherer Energiepreise. Die Kerninflation lag im Monatsvergleich weiterhin bei 0,3 %. Ich sehe vorerst keine deutlichen Anzeichen für eine nachlassende Inflation, und der Zinsdruck könnte die Bewertung von MS weiterhin belasten. Diese Daten entscheiden jedoch nicht unmittelbar darüber, ob es bei der nächsten Sitzung eine Zinserhöhung gibt – und erst recht lässt sich der gesamte heutige vorbörsliche Rückgang nicht allein darauf zurückführen.
Das Unternehmen gewann in diesem Quartal 232,4 Milliarden US-Dollar an Kundenvermögen hinzu, mehr als die Hälfte davon im Zusammenhang mit Börsengängen (IPO). In den Geschäftszahlen werden außerdem Zuflüsse bei den gebührenpflichtigen Vermögenswerten von 80,5 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Die Kennzahlen beruhen auf unterschiedlichen Definitionen; deshalb kann man nicht die gesamten 232,4 Milliarden US-Dollar als Vermögen gebührenpflichtiger Konten betrachten. Ich möchte sehen, wie viel von den IPO-bezogenen Vermögenswerten beim Unternehmen bleibt und ob sich damit künftig weiterhin Verwaltungsgebühren erzielen lassen.
ASML verkauft sogar Upgrades für ältere Maschinen besser
Der Quartalsbericht von ASML, der US-Aktie, macht mich zuversichtlich, dass die Aktie von heute Abend bis Freitag zunächst wieder anziehen könnte. Mit den steigenden Umsätzen legte auch die Bruttomarge zu. Außerdem sind die Kunden bereit, Geld in Upgrades für bereits gekaufte Anlagen zu investieren. Das gibt mir mehr Zuversicht als die bloße Aussage, die KI-Nachfrage sei stark.
Der heute veröffentlichte Umsatz für das dritte Quartal lag bei rund 11,66 Milliarden Euro und damit 25 % über dem zweiten Quartal. Die Umsätze mit Kundendienst und Anlagen-Upgrades beliefen sich auf rund 3,29 Milliarden Euro, 19 % mehr als im Vorquartal. Das Unternehmen erklärte, die Nachfrage nach Upgrades sei stärker als ursprünglich erwartet. Das trug auch dazu bei, dass die Bruttomarge von 54 % auf 57,5 % stieg. Die Kunden zahlen dafür, dass ihre bestehenden Maschinen mehr Chips produzieren, und ASML kann weiterhin mit Service und Upgrades Geld verdienen.
Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro in Aussicht. Der Mittelwert von 14,7 Milliarden Euro liegt etwa 26 % über dem tatsächlichen Umsatz im dritten Quartal. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit steigenden Umsätzen in den folgenden Quartalen. Voraussetzung ist, dass die Auslieferungen Schritt halten – erst dann werden daraus tatsächlich Umsätze. Das ist ein weiterer Grund, weshalb ich bei dieser Erholung optimistisch bin.
Am Montag schloss die Aktie bei etwa 1.750 US-Dollar, gestern fiel sie auf 1.717,76 US-Dollar zurück. Heute Nachmittag lag sie vorbörslich wieder bei rund 1.746 US-Dollar und machte damit den Großteil des gestrigen Rückgangs wett. Den vorherigen Abwärtstrend hat sie aber noch nicht überwunden. Sollte der Kursanstieg nach Handelsbeginn wieder abverkauft werden oder sogar weiter unter das gestrige Tief bei etwa 1.682 US-Dollar fallen, würde ich eher davon ausgehen, dass die Korrektur weitergeht.
Der heute Abend um 20:30 Uhr veröffentlichte Verbraucherpreisindex (CPI) könnte den gesamten Technologiesektor beeinflussen. Sollte die Inflation hartnäckiger ausfallen als vom Markt erwartet, könnten die Sorgen, dass die Zinsen nicht sinken, dieser Erholung ebenfalls einen Dämpfer verpassen.
Das Unternehmen sagte außerdem, dass die ursprünglich geplanten Kapazitäten für 2027 und 2028 möglicherweise nicht ausreichen, um die Kundennachfrage zu decken, und dass es eine weitere Ausweitung der Kapazitäten prüft. Eine hohe Nachfrage ist natürlich erfreulich, doch wenn die Auslieferungen nicht Schritt halten, können sich Umsätze auch verzögern. Bei der heutigen Telefonkonferenz um 21 Uhr lohnt es sich, genau darauf zu hören, wie die Kapazitätserweiterung und die Auslieferungen geplant sind.
Kehren die ETF-Zuflüsse bei ETH zurück? In dieser Tabelle fehlen noch zwei Einträge
$ETH konnte sich gestern von rund 2.409 auf über 2.500 erholen – zumindest ging es nicht weiter bergab. Ich gehe eher davon aus, dass ETH sich bis zur Veröffentlichung der CPI-Zahlen heute Abend weiter um 2.500 USDT bewegt. Das Hoch von gestern bei etwa 2.538 wurde noch nicht überwunden, und auch die Zahlen zu den ETF-Zuflüssen sind noch nicht vollständig.
Laut der Farside-Tabelle verzeichneten US-amerikanische ETH-ETFs vom 29. September bis zum 12. Oktober zehn Handelstage in Folge Nettoabflüsse – insgesamt rund 780 Millionen US-Dollar. Für den 13. Oktober werden derzeit Nettozuflüsse von 24,8 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Die beiden Einträge für BlackRocks ETHA und ETHB sind in der Tabelle allerdings noch leer; die Gesamtsumme kann sich also noch ändern.
In den vergangenen Tagen verzeichnete ETHA mehrfach Abflüsse. Deshalb sollte man die beiden fehlenden Einträge nicht einfach mit null ansetzen. Dass Geld in einige Fonds fließt, ist natürlich eine gute Nachricht. Es bedeutet aber noch nicht, dass sich der gesamte ETF-Markt gedreht hat, und es erklärt auch nicht, warum ETH gestern gestiegen ist.
Im Stundenchart fiel ETH zurück, nachdem der Kurs gestern auf etwa 2.538 gestiegen war. Heute Vormittag bewegte er sich um die 2.500. Damit die Erholung weitergeht, muss der Kurs zunächst das gestrige Hoch überwinden und sich beim Rücksetzer darüber halten. Sollte er nicht einmal das gestrige Tief am Abend bei etwa 2.489 halten, gehe ich eher davon aus, dass die Erholung noch einmal korrigiert.
Heute Abend um 20:30 Uhr werden die US-CPI-Daten für September veröffentlicht. Die Zahlen könnten diese Seitwärtsbewegung beenden. Der Kurs hat sich bereits erholt – jetzt kommt es darauf an, ob die ETF-Zuflüsse nachziehen. Falls auch die vollständigen Daten positiv ausfallen und in den nächsten Tagen weitere Zuflüsse folgen, hätte diese Erholung eine solidere Grundlage.