Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung morgen hat sich innerhalb einer Woche gerade verdoppelt. 36% Chance auf eine Zinserhöhung, die von den Futures-Märkten eingepreist wird. Von 16% auf 36% in sieben Tagen. Der Markt hat die gesamte Zins-Erzählung über Nacht neu bewertet.
Fünf aufeinanderfolgende Sitzungen, bei denen die Zinsen bei 3,50% bis 3,75% gehalten wurden.
Alle gingen davon aus, dass der nächste Schritt eine Senkung wäre. Die Frage war nur wann, nicht ob.
Jetzt sagen die Futures-Märkte: Es gibt mehr als eine Chance von eins zu drei, dass die Fed morgen die Zinsen anhebt.
Überlegen Sie, was in den letzten Wochen passiert ist, um diese Neubepreisung auszulösen.
WTI-Rohöl ist im Juli allein um 21% gestiegen, weil die Straße von Hormus trotz der Ankündigung des Friedensabkommens weiterhin blockiert bleibt. Die Preise für ISM-Services erreichten den höchsten Stand seit 2022. Der CPI steuert auf 5% zu. Die Vorleistungspreise der europäischen Industrie haben gerade ihren größten monatlichen Anstieg seit vier Jahren verzeichnet. Die Frachtraten sind seit Beginn des Iran-Kriegs um 109% explodiert. Brasiliens Zölle verschärfen zusätzlich den Preisdruck bei Lebensmitteln – über den bereits bestehenden Preisdruck durch Energie hinaus.
Jede Inflationskennzahl bewegt sich in die gleiche Richtung.
Und die Fed baut ihre Bilanz still und heimlich aus: seit dem Ende der QT im Dezember um 211,6 Milliarden US-Dollar, während sie öffentlich weiterhin eine harte, hawkische Tonlage beibehält.
Citadel Securities warnte im Juni, dass Zinserhöhungen schon ab September kommen könnten. Der Markt hat das abgetan.
Jetzt werden 36% Wahrscheinlichkeit dafür eingepreist, dass es morgen passiert.
Eine Zinserhöhung wäre das hawkischste Signal, das die Fed seit 2023 gesendet hat. Sie würde gleichzeitig gehebelte Positionen über sämtliche Anlageklassen hinweg treffen. Bitcoin. Aktien. Immobilien. Währungen in Schwellenländern. Alles, was sich gegen niedrige Zinsen abgesichert hat, würde das sofort spüren.
Der Yen steht bereits auf einem 40-Jahres-Tief. Südkorea hat gerade den zweiten Konjunkturauslöser (Circuit Breaker) ausgelöst. Die Erschwinglichkeit von US-Wohneigentum hat gerade ihren schlechtesten Stand seit 135 Jahren erreicht.
Das globale Finanzsystem ist nicht in der Lage, eine überraschende Zinserhöhung leicht abzufedern.
Das Treffen von morgen ist gerade zum wichtigsten makroökonomischen Ereignis des Jahres geworden.
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