XAG ist jetzt in der Nähe von 64,9 – wie immer: in dieser Kiste mahlen, nichts wirklich Neues.
Ganz ehrlich: In den letzten Tagen bewegt sich Silber nur zwischen 64,7 und 65,8 hin und her. Die letzten 4 Stunden und auch die Tageslinie sind komplett seitwärts, der Preis klebt an der 20er- und 50er-Linie. Die gleitenden Durchschnitte hängen alle eng beieinander – aus dem kurzfristigen Verlauf erkennt man praktisch keine Richtung.
Die Liquidität ist nicht besonders stark: Bei den Spot-Großorders ist in den letzten ~fünf Kerzen ein Nettozufluss wie auf weißem Papier – da ist kein einziger Cent rein; im Orderbuch haben die Käufer nur etwas mehr als sechzig Prozent gegenüber den Verkäufern. Die oben hängenden Orders sind dicker als unten, was zeigt, dass die Übernahme an dieser Stelle eher mittel ist.
Auch am Kontraktemarkt gibt es keine Stimmung: Die Funding Rate liegt nahe bei null und liegt flach. Das Open Interest hat sich kaum verändert. Die Longs haben keinen Druck aufgebaut, um einen Short Squeeze zu erzwingen; die Shorts wiederum haben keinen Panik-Run nach unten. Der Anteil der aktiven Kauforders ist zwar auf fast 70% gestiegen, aber der Preis lässt sich trotzdem nicht anheben – das heißt, oberhalb wartet offenbar weiterhin Verkaufsschutz, der jeden Push abfängt. Kaufen kann man, aber man bekommt es nicht nach oben.
Die Whale-Konten halten Longs zu 70%, aber bei der tatsächlichen Positionsgröße liegt der Long-Anteil nur bei etwas unter 60%. Konto schreit zwar nach Long, aber die Position ist noch nicht komplett nachgezogen – eher ein Test als eine dicke Setzung.
Meine Sicht auf diese Zone ist ganz einfach: nicht hinterherlaufen und nicht eilig leerverkaufen. Entweder warten, bis es Volumen macht und 65,8 nach oben durchbricht – dann erst. Oder wenn 64,7 bricht, neu bewerten. Jetzt reinzugehen heißt, auf die Richtung zu wetten, und das Chance-Risiko-Verhältnis ist beidseitig eher mittel.
TSLA liegt jetzt in der Nähe von 341,8 – an dieser Stelle werde ich nicht hinterherjagen.
Am wertvollsten war die 4-Stunden-Kerze von gestern: Sie stieg von etwa 350 auf 351,6, wurde dann wieder nach unten zurückgeschlagen – bis auf 335,85 – und schloss schließlich bei 342. Eine einzige Kerze hat beide Richtungen abgeräumt: Der Hochpunkt konnte nicht wirklich stehen; das entspricht im Grunde einem gescheiterten Anlauf. Jetzt konsolidiert der Kurs eng um 342 herum, die Schwankungen sind deutlich geringer.
Der entscheidende Punkt liegt auf der Kontraktseite. Die aktive Kaufseite ist nur noch 14%, das Verkaufsvolumen ist etwa das 6-fache (und mehr) der Kaufseite. Dieses Handelsmuster zeigt, dass im Markt versucht wird, den Preis zu drücken – nicht dass hier aggressiv eingesammelt wird. Das Open Interest ist innerhalb eines Tages um fast 10% geschrumpft. Die vorherige Aufwärtsbewegung wirkt eher wie Gewinnmitnahmen der Longs, ohne dass wirklich frisches Kapital neu in den Markt kommt.
Allerdings sind die Großanleger nicht abgezogen. Die Long-Positionen liegen immer noch bei über 70%, sie wurden nur leicht reduziert. Die Funding-/Gebühren-Rate liegt nahe bei 0, und es gibt auch keine Signale für eine Überhitzung der Longs.
Daher ist das jetzt keine Trendphase, sondern eine Verdauungsbewegung nach einem Fehlschlag beim Hochlauf. Pro Long spricht, dass 342 hält und die Großanleger nicht aus dem Markt sind; gegen Long spricht, dass die aktive Verkaufsseite einseitig dominiert und das Open Interest schrumpft. Auf beiden Seiten sind die Argumente aber nicht wirklich stark.
Meine Entscheidung: abwarten. Erst schauen, ob diese 342er-Linie gehalten werden kann. Wenn sie hält, wartet man auf einen Rücksetzer zur Bestätigung und steigt dann ein. Wenn sie nicht hält, schaue ich eher nach unten auf 335. An diesem Niveau ist Long hinterherlaufen nur mittelmäßig vom Chance-Risiko-Verhältnis, und Short hinterherlaufen ist gegen die Großanleger gerichtet. Besser ist, dass der Markt zuerst selbst die Richtung wählt, die sich am bequemsten anfühlt.