Die Speicherwerte gaben über Nacht geschlossen nach: Micron verlor fast 4 %, SanDisk knapp 6 %. Auslöser waren neue Fortschritte bei ChangXins 4F²-DRAM-Architektur. Noch zum Jahresende soll DDR5-RDIMM auf den Markt kommen – direkt für den Speicherbedarf von KI-Servern.
Die Logik ist leicht nachvollziehbar: Der Wechsel von 6F² auf 4F² verkleinert die Zellfläche um etwa ein Drittel. Die Speicherdichte steigt, die Kosten sinken. Was den Markt wirklich beunruhigt, ist nicht, dass die Technologie schon jetzt konkurrenzfähig wäre, sondern dass sich die Preissetzungsmacht der US-amerikanischen und südkoreanischen Hersteller sowie die Margen bei Server-DRAM neu berechnen müssten, sobald die heimische Produktion stabil in Serie geht.
Allerdings muss man auch sagen: SanDisk konzentriert sich vor allem auf NAND und steht bei DRAM nicht in direktem Wettbewerb. Die Aktie wurde wohl eher in Mitleidenschaft gezogen, weil die Bewertungen im gesamten Speichersektor neu justiert werden. Im High-End-Segment HBM kann ChangXin kurzfristig ohnehin nicht mitspielen.
Der Superzyklus bei Speicher ist noch nicht vorbei, aber die Phase, in der man mit Knappheit Geschichten erzählen konnte, ist vorüber. Bei Micron und SanDisk gilt es zunächst abzuwarten, ob sich die Kurse stabilisieren – nicht vorschnell den Rücksetzer kaufen. Bei Speicherwerten in A-Aktien sollte man die Stimmung rund um ChangXins Lieferkette im Blick behalten und einen technologischen Durchbruch nicht gleich mit verbuchten Gewinnen gleichsetzen.#存储芯片 #DRAM