$BTW Von 2,75 auf 1,85: Das Ende eines Short Squeeze bei einer Token-Konzentration von 96 %

Gestern lag $BTW noch auf dem Allzeithoch von 2,75, heute fiel der Kurs im Tief auf 1,80 – ein Minus von 19,7 % innerhalb von 24 Stunden.

Wie kam es zu diesem Kursanstieg von 5000 % seit der Binance-Listung – und warum lässt die Dynamik jetzt nach? Ich habe die Rohdaten ausgewertet. Drei Zahlen sollte sich jeder genau ansehen.

1. 96 % der Token liegen in den Händen eines Wallet-Netzwerks

Das ist der entscheidende Punkt.

On-Chain-Daten zeigen: **Ein einzelnes Wallet hält rund 72,9 % des BTW-Angebots, die zehn größten Wallets kontrollieren zusammen etwa 96 %.**

Das Gesamtangebot beträgt 10 Milliarden Token, davon sind derzeit nur 2,91 Milliarden im Umlauf – **die Umlaufquote liegt unter 30 %, und der Großteil davon befindet sich ebenfalls in den Händen weniger Adressen.**

Was bedeutet das? **Der Marktpreis wird im Wesentlichen von wenigen Akteuren bestimmt.** Wie stark der Kurs steigt oder fällt, hängt nicht von der Marktmeinung ab, sondern vom Willen dieser wenigen Adressen.

In einer solchen Struktur über „technische Analyse“ und „Unterstützung und Widerstand“ zu sprechen, heißt im Grunde, die Stimmung der Großakteure zu erraten.

2. Die Shorts wurden zweimal ausgequetscht – und dann waren sie selbst an der Reihe

Hinter der grünen Kerze vom 14. Oktober, die den Kurs von 2,06 auf 2,75 steigen ließ, steckten **Zwangsliquidierungen von Short-Positionen im Wert von 2,9 Millionen US-Dollar**.

Noch auffälliger war die Liquidierungsstruktur: Bei den Liquidierungen auf dem gesamten Markt entfielen **93,32 % auf Short-Positionen**. Das war kein gemeinsamer Vorstoß des Marktes, sondern eine **einseitige Jagd** – der Kurs wurde in die Stop-Loss-Zone der Shorts getrieben, löste eine Kettenreaktion von Liquidierungen aus, und die Liquidierungsorders wurden ihrerseits zu Kaufdruck, der den Kurs weiter nach oben trieb. So entstand eine sich selbst verstärkende Short-Squeeze-Spirale.

Doch jetzt hat sich diese Spirale umgekehrt. Werfen wir einen Blick auf das heutige Long-Short-Verhältnis:

- Long-Short-Verhältnis der Positionen großer Händler: **0,4556** (rund 70 % der Konten sind short)

- Long-Short-Verhältnis aller Konten: **0,5186**

**Sowohl große Händler als auch Kleinanleger setzen jetzt auf fallende Kurse.** Die Seite, die gestern noch ausgequetscht wurde, ist heute zur Mehrheitsposition geworden.

3. Die Funding-Rate enthüllt die Wahrheit

Am wenigsten intuitiv ist dieser Punkt: **Der Kurs ist um 19,7 % gefallen, aber die Funding-Rate ist weiterhin positiv und liegt bei nur +0,005 %.**

Normalerweise wird die Funding-Rate bei einem starken Kurssturz negativ (Shorts zahlen an Longs). Das deutet darauf hin, dass Shorts überfüllt sind und Gebühren zahlen müssen, um ihre Positionen zu halten.

Doch hier **liegt die Rate praktisch auf der Nulllinie**. Anders gesagt: **Die Shorts sind nicht überfüllt; niemand drängt sich danach, gegen Aufpreis short zu gehen.**

Was bedeutet das? Der vorherige Kursanstieg **beruhte nicht auf echten Spot-Käufen, sondern wurde durch den Hebel im Futures-Handel und die Liquidierung von Short-Positionen erzeugt**. Jetzt wird der Hebel abgebaut und der Kurs fällt von selbst – ganz ohne starken Verkaufsdruck durch Shorts.

Auch beim Open Interest zeigt sich: Es blieb stabil bei 44 Millionen Kontrakten bzw. rund 82 Millionen US-Dollar; **es gab keine massiven Liquidierungen**. Das ist ein „langsamer Blutverlust“, kein „Zusammenbruch“.

4. Signale im Tageschart

- 14. Oktober: Hoch bei 2,7536, Handelsvolumen von **733,5 Millionen US-Dollar** (außergewöhnlich hoch)

- 15. Oktober: Eröffnung bei 2,3798, Tief bei 1,8047, Schluss bei 1,8143, **an einem Tag -24 %**

- 16. Oktober: Anstieg bis auf 1,996, dann wieder zurückgedrückt; aktueller Kurs: 1,8551

**Extrem hohes Volumen mit langem oberen Docht + Absturz am Folgetag** – das ist ein typisches Ausschüttungsmuster am Hochpunkt.

Auch das Orderbuch ist nicht besonders tief: Auf jeweils 500 Stufen stehen auf Kauf- und Verkaufsseite nur 290.000 bzw. 300.000 US-Dollar, **das Orderbuch ist extrem dünn**. Bei dieser Tiefe kann eine einzige große Order einen Docht von 5 % erzeugen.

Zusammenfassung

- 96 % der Token liegen bei wenigen Adressen → der Kurs wird vom Willen der Großakteure bestimmt

- Der Anstieg am 14.10. wurde durch die Liquidierung von Short-Positionen angetrieben, nicht durch Spot-Käufe → eine Short-Squeeze-Spirale ist nicht nachhaltig

- Trotz des Absturzes wird die Funding-Rate nicht negativ → Shorts sind nicht überfüllt, der Hebel wird auf natürliche Weise abgebaut

- Extrem hohes Volumen mit langem oberen Docht + dünnes Orderbuch → deutliche Anzeichen für Ausschüttung

Wichtige Marken: Oben ist 2,00 eine psychologische Schwelle und zugleich ein dichter Widerstand. Solange der Kurs sie nicht überwindet, bleibt eine Erholung nur eine Erholung. Unten ist **1,74 die Lebenslinie der Long-Positionen** (nahe dem Tief vom 15. Oktober). Wird diese Marke unterschritten, steigt angesichts der Konzentration der Token und des dünnen Orderbuchs das Risiko eines kaskadenartigen Rücksetzers deutlich.

Kurz gesagt: **Von den 5000 % Kursanstieg ist nur ein sehr kleiner Teil auf echte Spot-Käufe zurückzuführen. Wenn die Flut zurückgeht, schau zuerst, wer ohne Badehose dasteht.**

Die obigen Ausführungen sind persönliche Beobachtungen anhand von Daten und stellen keine Anlageberatung dar. Der Kryptomarkt ist äußerst volatil. Bitte bilde dir deine eigene Meinung und achte auf ein angemessenes Risikomanagement.

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