Bitcoin gewann am Donnerstag stark an Dynamik: Der Kurs stieg innerhalb der letzten 24 Stunden um 8,14% auf rund 69.567 US-Dollar, wie die aktuellen Kurse zeigen. Im Handel berührte die Währung zudem 70.089 US-Dollar – und setzte damit ihre kräftige Aufwärtsbewegung fort, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung einen Sprung gemacht hatte.

Dieser Anstieg kommt nach Monaten mit Verkaufsdruck und schwacher Bewegung. Bitcoin hat dabei Niveaus zurückerobert, die es seit Anfang Juni nicht mehr gesehen hatte – angetrieben durch fallende Renditen von US-Staatsanleihen und eine gestiegene Risikobereitschaft der Anleger gegenüber risikoreichen Assets. Die Bewegung fiel zudem mit der Ankündigung des US-Finanzministeriums zusammen, die Größe der Rückkäufe langfristiger Regierungsanleihen auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar pro Operation zu verdoppeln – gegenüber zuvor rund 2 Milliarden US-Dollar.

Investoren werteten den Schritt des Finanzministeriums als liquiditätsfördernden Faktor für die Märkte, nachdem er geholfen hatte, die scharfe Aufwärtswelle bei den langfristigen Anleiherenditen zu beruhigen. Die Rendite auf US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit fiel nach der Ankündigung auf rund 5,19%; auch die Rendite für 10-jährige Anleihen ging zurück, was einen Teil des Drucks von risikoreichen Assets nahm.

Das fiel außerdem mit einem Rückgang des Dollars und einer Verbesserung der Risikobereitschaft zusammen – zwei Faktoren, die digitalen, in US-Dollar denominierten Vermögenswerten normalerweise Unterstützung bieten. Auch die Schließung von Short-Positionen beschleunigte den Aufschwung, nachdem Trader, die auf fallende Bitcoin-Kurse gesetzt hatten, die Währung erneut kaufen mussten, um ihre Verluste zu begrenzen.

Short-Positionen treiben die Aufwärtswelle an

Der plötzliche Sprung bei Bitcoin löste am Kryptomarkt eine breite Welle von Liquidationen von Long-Positionen aus. Trader, die auf ein Fortsetzen des Abwärtstrends gesetzt hatten, sahen sich angesichts des steigenden Kurs dann gezwungen, die Währung aufzukaufen.

Marktdaten zeigen, dass in kurzer Zeit mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Short-Positionen auf Bitcoin liquidiert wurden. Gleichzeitig überstieg das Gesamtvolumen der Liquidationen von Long-Positionen, die über den Kryptomarkt abgewickelt wurden, rund 2,7 Milliarden US-Dollar – in einer der größten Wellen des Drucks auf Short-Positionen, die in den letzten Zeiträumen verzeichnet wurden.

Das erklärt einen wichtigen Teil der Geschwindigkeit des Anstiegs: In diesem Fall wird der Kursanstieg zu einem Faktor, der weitere Trader dazu bringt, ihre Short-Positionen zu schließen. Das führt wiederum zu zusätzlichen Käufen und unterstützt das Fortbestehen der Rallye.

Damit war die jüngste Bewegung nicht nur das Ergebnis frischer Investitionszuflüsse, sondern auch einer schnellen Neupositionierung im Derivatemarkt – wodurch der Anstieg ausgeprägter und schneller ausfiel als bei den üblichen Bewegungen im Bitcoin-Markt.

Ethereum übertrifft Bitcoin

Die Aufwärtswelle erfasste auch die großen Kryptowährungen, wobei Ethereum deutlichere Gewinne als Bitcoin verzeichnete. Der Ethereum-Preis stieg in den letzten 24 Stunden um 17,18% auf rund 2.245,36 US-Dollar, nachdem er im Handel zeitweise ein Hoch von 2.333,65 US-Dollar erreicht hatte.

Der Aufstieg von Ethereum kommt nach einer Phase relativ ruhigen Handels, wodurch sein Durchbruch über die Marke von 2.000 US-Dollar ein wichtiger Faktor für die Stärkung des positiven Moments war. Zudem gab es eine starke Welle von Short-Liquidationen, was in den letzten Stunden dazu beitrug, den Anstieg zu beschleunigen.

Die aktuellen Kursbewegungen deuten darauf hin, dass die positive Wirkung der Entscheidung des Finanzministeriums nicht nur bei Bitcoin zu spüren war, sondern sich auf den Kryptomarkt insgesamt ausgedehnt hat. Dabei verlagert sich die Risikobereitschaft von traditionellen hin zu digitalen Assets.

Diese Bewegung zeigt eine breitere Aufwärtsdynamik: Der Anstieg beschränkt sich nicht mehr auf die größte Währung nach Marktkapitalisierung, sondern erstreckt sich auch auf Alternativ- bzw. kleinere Coins, von denen einige bemerkenswerte Gewinne über Bitcoin hinaus verzeichnet haben.

Hat Bitcoin die schlimmsten Phasen des Abwärtstrends bereits hinter sich gelassen?

Einige Analysten sehen in der aktuellen Bewegung ein Zeichen dafür, dass der bärische Teil des Bitcoin-Abwärtstrends seine schlimmsten Phasen bereits hinter sich gelassen hat – insbesondere nachdem die Kryptowährung zuvor im Verlauf des Sommers zeitweise auf Tiefststände gefallen war, bevor anschließend eine neue Erholungswelle einsetzte.

Bitcoin stand seit dem starken Absturz, den die Kryptowährung im vergangenen Oktober erlitten hatte, unter starkem Druck. Damals führten Liquidationen zu erheblichen Verwerfungen am Kryptomarkt. Seitdem hatte die Währung Schwierigkeiten, zu ihren früheren Niveaus zurückzukehren, bevor sie zuletzt durch frische Liquidität und eine verbesserte Risikobereitschaft erneut Rückenwind erhielt.

Die aktuelle Kursbewegung zeigt, dass die Marke von 70.000 US-Dollar zu einer wichtigen psychologischen und technischen Hürde geworden ist. Ein Ausbruch über diese Marke und das Halten darüber könnten die Chancen auf ein weiteres Ansteigen zu höheren Niveaus erhöhen; ein Scheitern könnte dagegen zu mehr Volatilität und zu Gewinnmitnahmen führen.

Die Risiken bleiben jedoch bestehen, vor allem weil die Momentum-Indikatoren für Bitcoin nach dem kräftigen Anstieg bereits nahe an Bereiche der Kaufübertreibung (Overbought) herangerückt sind. Das bedeutet, dass die Währung möglicherweise eine Phase der Konsolidierung oder Korrektur benötigt, bevor der Aufwärtstrend wieder aufgenommen wird, falls die positive Dynamik anhält.

Bitcoin-Fonds verleihen der Nachfrage zusätzlichen Schub

Neben den Bewegungen im Derivatemarkt erhielt Bitcoin außerdem Unterstützung durch den anhaltenden Zustrom von Investoren in die sofort wirksamen börsengehandelten ETFs in den USA. Aktuelle Daten zeigten Nettozuflüsse von rund 517 Millionen US-Dollar – die höchsten Tageszuflüsse seit etwa dreieinhalb Monaten. Das spiegelt die Rückkehr eines Teils der institutionellen und traditionellen Investorennachfrage in die Krypto-Währung wider.

Diese Zuflüsse gewinnen eine besondere Bedeutung, weil sie eine echte Nachfrage nach Bitcoin darstellen – im Unterschied zu Anstiegen, die lediglich durch das Schließen von Short-Positionen entstehen. Deshalb könnte das Fortsetzen der Zuflüsse in die Fonds ein entscheidenderer Faktor dafür sein, ob Bitcoin seine aktuellen Gewinne halten kann.

Auch der Rückgang der Renditen auf US-Staatsanleihen und die Schwäche des Dollars schaffen ein günstigeres Umfeld für Assets, die keine feste Rendite abwerfen. Das kann dazu beitragen, dass die Liquidität weiter in Richtung Gold, Kryptowährungen und andere alternative Vermögenswerte fließt.

Der Beschluss des Finanzministeriums verändert die Marktrechnung

Die Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe von langfristigen Anleihen zu verdoppeln, war der wichtigste Wendepunkt in der jüngsten Marktbewgung. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als die Renditen bereits sehr hoch waren – vor dem Hintergrund von Sorgen über Inflation, Staatsverschuldung und die Kosten der Kreditaufnahme.

Obwohl das Volumen der Rückkäufe im Vergleich zum enormen Umfang des US-Staatsanleihenmarkts klein bleibt, hat der Schritt für Anleger eine wichtige Aussagekraft: Er zeigt, dass das US-Finanzministerium bereit ist, einzugreifen, um die Liquidität im langfristigen Anleihemarkt zu stützen, wenn die Handelsbedingungen schwieriger werden.

Das schlug sich schnell auf eine Vielzahl von Märkten nieder: Aktien, Gold und Bitcoin stiegen, während die Anleiherenditen fielen. Der Rückgang des Dollars erhöhte zudem die Attraktivität von in US-Dollar denominierten Vermögenswerten.

Dennoch bedeutet dieser Schritt nicht, dass die mit der Verschuldung und der Inflation verbundenen Sorgen verschwunden sind, denn die langfristigen Renditen bleiben hoch, und steigende Staatsausgaben sowie anhaltende Inflationsrisiken können erneut Druck auf den Anleihemarkt und auf risikoreiche Assets ausüben.

Bitcoin vor einem Test von 70.000 US-Dollar

Bitcoin stieg am Donnerstag in den Handel bei 69.567 US-Dollar ein, nachdem es in den letzten 24 Stunden um kräftige 8,14% zugelegt hatte. Im selben Zeitraum markierte die Währung ein Hoch bei 70.089 US-Dollar. Diese Kursentwicklung stellt die Währung direkt vor den Test der 70.000-US-Dollar-Marke – die zu einem entscheidenden Punkt werden könnte zwischen dem Fortsetzen der Erholungswelle und der Rückkehr von Gewinnmitnahmen.

Ethereum wirkte derweil stärker als Bitcoin: Der Kurs stieg um 17,18% auf 2.245,36 US-Dollar, nachdem er in den letzten 24 Stunden bis auf 2.333,65 US-Dollar gestiegen war.

Das aktuelle Bild zeigt, dass der Kryptomarkt einen starken Schub durch den Rückgang der Anleiherenditen, die Schwäche des Dollars und die Liquidation von Short-Positionen erhalten hat. Für ein weiteres Fortsetzen der Rallye werden jedoch neue Investitionszuflüsse und die Fähigkeit von Bitcoin benötigt, die Marke von 70.000 US-Dollar zu überwinden und dabei auf hohem Niveau zu bleiben.

Damit bedeutet der aktuelle Sprung zwar einen wichtigen Stimmungswechsel am Markt, reicht jedoch allein nicht aus, um den Beginn eines langfristigen Aufwärtsschubs zu belegen. Der Bitcoin-Test auf 70.000 US-Dollar sowie die Bewegung der Anleiherenditen und die Zuflüsse in die Fonds gehören zu den wichtigsten Indikatoren dafür, ob die aktuelle Welle nur eine starke Gegenbewegung ist oder den Start eines neuen Aufwärtstrends markiert.

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