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Eines Tages, als ich gerade ETH verkauft habe, hat der Käufer kurz vor Schluss geschrieben, dass das System „einen Fehler hat“. Er bat mich, die Bestellung in der App zu stornieren, damit er dann das Geld direkt per Bank überweisen kann – dann ginge es schneller. Danach würde ich dann selbst ETH senden. Zuerst klang das auch plausibel, denn manchmal hat die App tatsächlich Verzögerungen.

Aber dann hielt ich kurz inne, weil mir einfiel: Das Stornieren der Bestellung bedeutet, dass die Sicherheitsleistung freigegeben wird und die Bestellung nicht mehr durch die Plattform geschützt ist. Ab da zählt nur noch das, was man sich gegenseitig verspricht. Ich lehnte das Stornieren ab und sagte: Lass die Bestellung bitte einfach in der App stehen. Wenn es einen Fehler gibt, dann warten oder den Support kontaktieren – nichts selbstständig außerplanmäßig regeln.

Während ich wartete, sah ich mir die Profildaten von ihm an und stellte fest, dass das Konto neu erstellt war und noch nicht viele abgeschlossene Bestellungen hatte. Das passte gar nicht zu dem „professionellen“ Eindruck, den er beim Schreiben machte. Kurz danach zahlte er dann trotzdem ganz normal über die App, ohne dass irgendein Fehler auftauchte. Ich ging zur Bank und prüfte: Das Geld war exakt in der richtigen Höhe eingegangen, und der Name passte zur Bestellung. Erst dann gab ich wieder frei.

Danach habe ich die Bestellung und den Chatverlauf noch einmal als Screenshots gemacht und in einen separaten Ordner gelegt, falls ich das später für einen Abgleich brauchen sollte.

Jetzt, wo ich darüber nachdenke, bin ich froh, dass ich an dem Tag nicht vorschnell die Bestellung nach seinem Wunsch storniert habe.