Zunächst ging ich davon aus, dass die Einzelheit im BitVM3-Kostenmodell „jede Partei erzeugt einmal pro Gegenpartei einen Schaltkreis“ nur ein Optimierungshinweis sei. Doch je genauer ich hinsah, desto klarer wurde: Das, was hier die eigentliche Arbeit leistet, ist nicht die Erzeugungskosten, sondern die Disqualifikation. Eine gescheiterte Herausforderung löst nicht nur einen einzigen Streitfall – sie entfernt diese Partei vollständig aus künftigen Vault-Abhebungen. Genau das ermöglicht, dass die Schaltkreiserzeugung amortisiert wird, statt wiederholt pro Einzahlung zu erfolgen. Was meine Aufmerksamkeit besonders auf sich gezogen hat, ist das Gewicht, das auf „professionelle Operatoren“ gelegt wird, an die kleinere Kreditnehmer diese Aufgabe delegieren sollen. Sie können zwar kein BTC stehlen, da der Kreditnehmer weiterhin mitzeichnet, aber sie können ihre Exponierung über viele Gegenparteien hinweg anhäufen, die jeweils einzeln darauf vertrauen, dass eine Disqualifikationsregel gilt, die sie nicht selbst entworfen haben. Das Sicherheitsmodell geht davon aus, dass ein einmaliger Verlust als Abschreckung genügt. Vielleicht ist das angemessen für einen rationalen Operator, der seinen Ruf verwaltet. Das lässt jedoch eine stillere Frage offen: Beschreibt ein System, das „einmal erwischt werden“ als ausreichende Bestrafung behandelt, tatsächlich das Verhalten von Operatoren – oder hofft es nur darauf.
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