Galaxy Digital CEO Mike Novogratz glaubt, dass Bitcoins jüngste Schwierigkeiten nicht mehr lange andauern könnten. In einem Podcast mit Anthony Scaramucci sagte Novogratz, dass eine Änderung der US-Geldpolitik die größte Kryptowährung der Welt wiederbeleben könnte.
Bitcoin war in den letzten Monaten gedrückt, mit schwachen Preisen, geringem Einzelhandelsinteresse und zunehmendem Pessimismus über seinen Preis, sagte er.
„Bitcoin braucht einen Lockerungszyklus“, hat Novogratz in seinen letzten Kommentaren immer wieder betont. Laut Novogratz hat die aktuelle Haltung der Federal Reserve die Liquidität eingeschränkt, was Bitcoins Fähigkeit begrenzt hat, durch wichtige psychologische Preislevel zu brechen.
Trotzdem argumentiert er, dass wenn die US-Notenbank die Zinssätze senken würde, der Markt vielleicht zurückkommt, um ein ausgewogeneres Bild der Kryptowährung zu sehen.
Verliert Bitcoin an Momentum?
Bedenken hinsichtlich des Bitcoin-Moments wurden auch von Anthony Scaramucci im All Things Markets-Podcast geäußert, wo er auf schwächende Indikatoren wie den Relative Strength Index (RSI) von BTC hinwies, ein weit verbreitetes Maß für das Markt-Momentum, das kürzlich auf ungewöhnlich niedrige Werte gefallen ist.
Die Google-Suchen nach Bitcoin sind in den letzten Jahren gesunken, und das Marktinteresse befindet sich auf einem Allzeittief. Zudem konzentrieren sich die Leute zunehmend im Bitcoin-Besitz.
Scaramucci sagte, dass derzeit 79% des zirkulierenden Angebots von Bitcoin von Personen gehalten werden, die ihre Coins schon lange nicht mehr bewegt haben.
Das ist eine Frage, ob diese Trends ein Zeichen für einen Markt-Boden oder dafür sind, dass Bitcoin zu einem „toten Asset“ wird. Novogratz wies diese Sichtweise zurück und forderte Investoren zur Geduld auf.
„Man muss Bitcoin den Nutzen des Zweifels geben“, sagte er und meinte, dass Investoren bis mindestens nächstes Jahr warten sollten, bevor sie über die langfristige Zukunft des Assets entscheiden.
Wie könnten Zinssenkungen der Federal Reserve Bitcoin helfen?
Der Grund für die jüngste Schwäche von Bitcoin ist, dass der Markt erwartet, dass die US-Zinsen noch lange hoch bleiben, sagte Novogratz. Investoren haben eine aggressivere Politik der Federal Reserve erwartet, während sie sich auf die neue Fed-Vorsitzführung umstellen.
Die Märkte erwarten höhere Kreditkosten. Und Novogratz sagte, dass dies auch auf Bitcoin und andere Anlagen wie Gold gedrückt hat.
Bei Bitcoin denkt er, dass sich die Situation ändern würde, wenn die US-Wirtschaft schwach genug wäre, um die Fed zu zwingen, den Kurs zu ändern und die Zinssätze zu senken.
Niedrige Zinsen machen Risikopapiere im Allgemeinen attraktiv, da das Leihen günstiger ist und die Liquidität in den Finanzmärkten steigt. Viele Investoren könnten sich nicht bewusst sein, dass zukünftige Zinssenkungen wahrscheinlich sind, sagte Novogratz.
Das Thema Schulden und wirtschaftliche Bedingungen könnte die Fed letztlich zu einer lockereren Politik drängen, sagte er.
Bitcoin könnte Investoren anziehen, die weiterhin Schutz gegen Währungsabwertung und Inflation suchen, und einige der Dynamik wiederherstellen, die in den letzten Monaten verloren ging.
Was fehlt momentan im Bitcoin-Markt?
Trotz seiner langfristigen Optimismus gab Novogratz zu, dass es dem Bitcoin-Markt derzeit an Enthusiasmus fehlt. Er sagte, es gibt wenig frische Nachfrage auf dem Markt und beschrieb das aktuelle Umfeld als eines mit „keiner Energie“ und „keinen neuen Käufern“. Dieser Mangel an neuem Kapital hat zur Unfähigkeit von Bitcoin beigetragen, den Aufwärtstrend aufrechtzuerhalten.
Novogratz sprach auch über Herausforderungen, denen einige Bitcoin-fokussierte Anlagestrategien gegenüberstehen. Er wies auf Bedenken hin, die mit den Finanzierungsmodellen des Strategy Executive Chairman Michael Saylor verbunden sind, dessen Unternehmen dafür bekannt geworden ist, Bitcoin aggressiv durch Schulden und Kapitalbeschaffungsprogramme zu akkumulieren.
Dennoch bleibt Novogratz zuversichtlich, dass die größere Bitcoin-Geschichte noch nicht vorbei ist. Er glaubt, dass Investoren weniger auf die aktuelle Marktstimmung achten sollten und mehr auf die Faktoren, die in den nächsten Monaten auftreten könnten.
Laut ihm bleibt der Schlüssel-Katalysator ein potenzieller Wandel in der Geldpolitik der Federal Reserve. Wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern und Zinssenkungen wieder auf der Agenda stehen, könnte Bitcoin wieder an Attraktivität bei Investoren gewinnen.
Im Moment rät Novogratz zu Geduld. Anstatt sich auf kurzfristige Schwächen zu konzentrieren, schlägt er vor, bis etwa März nächsten Jahres zu warten, um die Aussichten für Bitcoin neu zu bewerten.
Seine Botschaft ist klar: Bitcoin könnte eine schwierige Phase durchmachen, aber die Faktoren, die seinen Anstieg in früheren Marktzyklen vorangetrieben haben, sind nicht verschwunden. Wenn die Federal Reserve schließlich die Geldpolitik lockert, könnte die Kryptowährung wieder in den Fokus rücken, und Kritiker könnten gezwungen sein, ihre Ansichten erneut zu überdenken.
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