$XAUT #XAU Unter vielen Menschen bestehen im Herzen zahlreiche Fragen: Die CPI-Daten haben sich deutlich abgekühlt, die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen ist direkt auf 15% gesunken – rein logisch müsste das eigentlich ein Positivsignal sein. Warum sinkt der Goldpreis nach dem Hoch weiter und bleibt in einem anhaltenden Abwärtstrend? Ordnen wir anhand der jüngsten Nachrichtenlage und des technischen Börsengeschehens alles heute einmal auf.
Zuerst zerlegen wir die grundlegende Logik. Merkt euch das Kerngeschehen: Der Markt handelt seit jeher Erwartungen. Wenn Erwartungen eintreten, wird das als „Gutes Ding ist bereits eingepreist“ realisiert. Am Dienstag war der CPI zwar insgesamt positiv, konnte jedoch nicht die Erwartungen des Marktes erfüllen; am Mittwoch schwächte sich der PPI weiter ab. Viele Long-Positionen wurden bereits eine Woche im Voraus platziert und „im Verborgenen“ vorbereitet. Sobald die Daten offiziell veröffentlicht sind, steigen kurzfristige Mittel konzentriert aus und realisieren Gewinne. Das ist ein typischer Fall von „Gutes ist zu viel versprochen gewesen und wird im Nachhinein zum Negativpunkt“.
Viele sehen nur, dass die Zinserhöhungserwartungen sinken, übersehen jedoch die tauben, restriktiven Aussagen der Fed-Vertreter. WERCHS hat klar betont, dass der Abstand der Inflation zum 2%-Ziel kurzfristig weiterhin besteht und es derzeit keine Voraussetzungen für Zinssenkungen gibt. Das Hochzinsumfeld wird voraussichtlich noch anhalten. Gold ist ein zinsoffener Vermögenswert. Sobald die Renditen US-Staatsanleihen wieder anziehen, steigen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold. Dadurch fließen Mittel kontinuierlich zurück in den US-Dollar und in US-Staatsanleihen, was den Goldpreis dauerhaft unter Druck setzt.
Um 20:30 Uhr abends wurden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht: 208.000, also unter der Markterwartung. Die Widerstandskraft des Arbeitsmarkts ist weit höher als gedacht. Dieses Signal ist sehr entscheidend: Wenn der Arbeitsmarkt stabil bleibt, stützt das die Fortsetzung der Hochzinspolitik durch die Fed. Jede Erholung beim Gold wird dann leicht erneut unter Druck geraten.
Darüber hinaus treibt die Lage im Nahen Osten die internationalen Ölpreise weiter nach oben. Der Markt befürchtet, dass steigende Energiepreise die Inflation erneut anfachen und damit den Aufwärtsspielraum für Gold-Longs weiter begrenzen.
Aus Sicht der Geldströme ist es noch deutlicher: In letzter Zeit bauen spekulative Longs immer wieder Positionen ab, die Hauptmittel fließen weiter ab, und auch bei den Gold-ETFs gab es einen leichten Rückgang der Bestände. In der Phase, in der der Kurs zurückgeht, gab es nur kurzfristige Stabilisierung durch physische Käufe der Notenbanken – es fehlte an zufließenden Zusatzmitteln. Daher kann der Goldpreis nur schwer eine anhaltende Aufwärtsbewegung aufbauen.
Blicken wir nun auf das technische Kursbild. Markieren wir die entscheidenden Preisniveaus. Der erste kurzfristige Widerstandsbereich liegt bei 4030–4050; 4080 ist die Zone, in der es bei dem jüngsten Hoch-Rücklauf massenhaft eingeklemmte Positionen gibt und gleichzeitig einem starken Druck durch die gleitenden Durchschnitte gegenübersteht.
Am Abend hat das Kursbild bereits mit dem „Body“ unter 3980 durchbrochen – diese wichtige „Lebenslinie“ für die Bullen wurde damit aufgegeben. Damit ist die nächste Abwärtsrunde offiziell gestartet. Nach unten liegt das Augenmerk auf 3930 bis 3950. Aktuell sind alle Erholungen lediglich eine schwache Korrektur im Abwärtstrend; von einer Trendwende kann noch keine Rede sein.
In der kurzen Frist ist die Marktstimmung insgesamt eher schwach und seitwärts geneigt. In der Folge ist jede Erholung ein Gelegenheitspunkt, um kurzfristig Short-Positionen aufzubauen.