#KoreanWonHitsTwoMonthHigh Der Won erreichte am 8. Juli sein stärkstes Niveau seit nahezu zwei Monaten. Er schloss bei 1.498,5 Won pro Dollar, nachdem er in einer einzigen Sitzung fast 30 Won zugelegt hatte. Das war der beste Kurs seit dem 14. Mai und das erste Mal, dass er seit Ende Mai intraday unter 1.500 fiel.
Endlich kauften ausländische Investoren statt zu verkaufen. Sie nahmen an diesem Tag netto 300 Milliarden Won an koreanischen Aktien auf und beendeten damit eine 13-tägige Verkaufsserie.
Der eigentliche Auslöser war, dass SK Hynix sich auf sein großes US-ADR-Listing vorbereitet. Das Unternehmen hat 26,5 Milliarden US-Dollar an der Nasdaq eingesammelt. Händler begannen, Dollar im Voraus zu verkaufen, weil ein ansehnlicher Teil dieses Geldes voraussichtlich schon bald ins Heimatland zurückfließt und gegen Won für neue Fabriken, Verpackungslinien und EUV-Maschinen getauscht wird. Eine solche Terminverkäufe schaffen echten zusätzlichen Angebotsdruck im lokalen Devisenmarkt.
Der Won stand seit Wochen unter Druck. Im Juni lag er im Durchschnitt über 1.520 und berührte Niveaus, die zuletzt in der Krise Anfang 2009 zu sehen waren. Ein stärkerer Dollar und ununterbrochene Abflüsse ausländischer Aktieninvestoren waren die Hauptkräfte, die ihn weiter schwächten.
So ein schneller Anstieg zeigt, wie empfindlich der Wechselkurs auf große Unternehmensaufstockungen reagiert – und wie stark sich der Kurs drehen kann, wenn die Auslandsflüsse auch nur für einen Tag oder zwei kippen. Starke Exportzahlen für Halbleiter und der Rekord-Überschuss in der Leistungsbilanz im Mai gaben ebenfalls eine gewisse solide Grundlage.
Trotzdem sind wir noch ganz am Anfang. Ölbewegungen aus der Geopolitik oder neue US-Zins-Signale können ihn schnell wieder in die andere Richtung drücken. Entscheidend ist jetzt vor allem, ob die tatsächlichen Dollarzuflüsse aus dem SK-Hynix-Deal weiter sichtbar bleiben und ob die ausländischen Käufe an den Aktienmärkten anhalten.