Der digitale Euro hat nun einen Zeitplan. Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums und zuständig für den Zahlungsverkehr, erklärte in einem Interview mit Milano Finanza (von der EZB am 24. Oktober veröffentlicht), dass 2027 ein Pilotprojekt starten wird, bei dem Mitarbeitende der EZB und der nationalen Zentralbanken echte Zahlungen tätigen.

Im Kern geht es um Souveränität. Heute ist Bargeld das einzige Zentralbankgeld, das Bürgerinnen und Bürger nutzen können, und wir bezahlen immer häufiger im Internet. Zwei von drei Kartenzahlungen laufen über nicht-europäische Netzwerke.

So würde es funktionieren:

• Eine Obergrenze für den Betrag, den du hältst, nicht für den, den du ausgibst. Reicht das Guthaben nicht aus, wird der Rest von deinem verknüpften Bankkonto abgebucht. Die Höhe der Obergrenze steht noch nicht fest.

• Offline-Zahlungen, indem zwei Geräte aneinandergehalten werden; die Daten bleiben dabei ausschließlich zwischen zahlender und empfangender Person.

• Die Banken werden ihn über ihre eigenen Apps oder eine Standard-App des Eurosystems bereitstellen. Die EZB wird keine Konten für Privatpersonen eröffnen.

• Er wird neben Bargeld und Karten bestehen.

Der Zeitplan hängt von Brüssel ab. Das Europäische Parlament hat am 9. Juli seine Position verabschiedet und verhandelt nun mit dem Rat und der Kommission über den endgültigen Text. Wird die Verordnung noch vor Jahresende verabschiedet, könnte der digitale Euro nach Einschätzung der EZB 2029 bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen.

Für alle, die sich mit Tokenisierung beschäftigen, gibt es noch eine weitere Neuigkeit: Seit dem 21. September ist Pontes in Betrieb. Damit lassen sich Geschäfte, die auf DLT-Plattformen abgewickelt werden, mit Zentralbankgeld begleichen.

Meine Einschätzung: Die EZB spricht über den digitalen Euro nicht mehr als Experiment, sondern als Infrastruktur mit konkreten Terminen. Noch offen sind die beiden Punkte, die für Nutzer und Banken am wichtigsten sind: die Obergrenze für den gehaltenen Betrag und die Aufteilung der Kosten mit den Händlern. Gleichzeitig steigt das Eurosystem mit Pontes direkt in die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte ein.

Die vollständige Analyse auf territorioblockchain.com

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