In den Erwartungen rund um ein IPO im Billionenbereich wurde als Erstes OpenAI selbst vom Tisch geholt.

Sam Altman sagte in einem Fortune-Interview ganz eindeutig: Derzeit sei ein Börsengang „ill-advised moment“. Auf die Frage, ob es 2026 werde, antwortete er: „not 2026“. Reuters gab dieselbe Position sinngemäß wieder – das Unternehmen fühle „keinen Druck“, jetzt an die Börse zu gehen.

Die Begründung liegt an Sicherheit und Ausrichtung – nicht daran, dass ein Finanzierungsfenster plötzlich geschlossen wird. Er erwähnte außerdem, dass die Branche möglicherweise kurz vor einer kooperativen Vereinbarung steht, um die Weiterentwicklung fortgeschrittener Fähigkeiten zu verlangsamen. Am selben Tag forderte Dario Amodei von Anthropic auf X dazu auf, die Iteration der Modellfähigkeiten zu verlangsamen, und Altman äußerte sich öffentlich zustimmend.

Zum Vergleichen wird’s noch spannender: Im selben Fenster wird Anthropic weiterhin von Reuters-Insidern dazu gedrängt, das IPO-Marketing um die Mitte des Oktobers herum zu starten und es noch vor der Stichwahl im November abzuschließen. Beide reden zwar über Sicherheit, aber die Zeitpläne für die Kapitalmärkte passen nicht exakt zusammen.

Meine Einschätzung: Der Rhythmus, in dem die KI-Giganten dem öffentlichen Markt Angebot machen, kann die Mittelallokation eher umschreiben als die kurzfristige Story. OpenAI hat 2026 gestrichen – damit fällt eines der größten Erwartungen für dieses Jahr vom Kalender weg. Ob 2027 wirklich umgesetzt werden kann, hängt davon ab, wie gut sich das Geschäft und die Gesellschaft gegenüber der Technologie öffnen – Altman hat diese beiden Dinge selbst als Bedingungen formuliert.

Keine Anlageberatung.

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