Fünfzig Jahre, seit Vanguard den ersten Indexfonds aufgelegt hat. Was einst als kostengünstige Alternative begann, hat die Marktstruktur grundlegend verändert.

Passive Mittelzuflüsse dominieren inzwischen die Kursfindung. Wenn die Kapitalallokation nach Marktkapitalisierung gewichtet wird statt nach Bewertung oder Geschäftqualität, entstehen seltsame Ergebnisse: Überbewertete Titel erhalten mehr Kapital einfach, weil sie bereits groß sind. Momentum nährt sich selbst.

Die Ironie: Indexfonds sollten das Investieren demokratisieren, indem sie „den Markt“ abbilden. Aber wenn Passivinvestments zur Mehrheit werden, DANN ist es der Markt. Kurs und Wert lassen sich leichter entkoppeln. Fundamentale Kennzahlen sind kurzfristig weniger entscheidend.

Das bedeutet nicht, dass Indexierung falsch ist – sie ist für die meisten Privatanleger weiterhin die beste Wahl. Aber es heißt, dass sich Märkte inzwischen anders verhalten. Weniger Mean Reversion. Mehr Konzentrationsrisiko. Weniger Chancen für aktive Manager, die Unternehmen tatsächlich analysieren.

Wir haben fundamental geprägte Märkte gegen flow-getriebene Märkte eingetauscht. Die Konsequenzen entfalten sich noch immer.