Bitcoin ist am 3. Februar stark gefallen und hat 73.000 USD erreicht. Damit setzt die Krypto einen größeren Abwärtstrend fort, der nun schon 41 Prozent des Kurswerts seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 bei über 126.000 USD gekostet hat. Dieser Rückgang sorgt dafür, dass nun mehr Menschen darüber diskutieren, ob der Markt kurz vor einem zyklischen Tief steht oder ob eine größere Korrektur bevorsteht.

Dieser Ausverkauf spiegelt zudem die wachsende Unsicherheit an den traditionellen Märkten wider. In den USA wurden die Aktienindizes schwächer, da es Sorgen über durch künstliche Intelligenz verursachte Umbrüche und geopolitische Risiken gibt. Daher ziehen viele Anleger ihr Geld aus risikoreichen Anlagen ab.

Aus diesem Grund floss das Kapital zurück in traditionelle sichere Häfen wie Gold und Silber. Bitcoin konnte hingegen die Nachfrage nach Sicherheit nicht für sich gewinnen.

Die Schwankungen bei Bitcoin zeigen weiterhin, dass Krypto auf das weltweite Wirtschaftsgeschehen reagiert. Der jüngste Rückgang trat gleichzeitig mit neuen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran auf. Ein Drohnenvorfall in der Nähe eines US-Flugzeugträgers sorgte dabei für Aufregung.

Durch das Ereignis stieg der VIX um ungefähr 10 Prozent an und der Crypto Fear & Greed Index fiel in den Bereich „extreme Angst“.

Zur gleichen Zeit sorgten Neuigkeiten rund um künstliche Intelligenz und insbesondere den Claude-Chatbot von Anthropic wieder für Bedenken im Technologiesektor.

Diese Unsicherheit belastete die großen Technologie-Aktien und reduzierte zudem die Bereitschaft, in spekulative Anlagen zu investieren.

Während Bitcoin fiel, stieg Gold um 6,8 Prozent und Silber um 10 Prozent. Das zeigt, dass gerade Metalle in Krisenzeiten als bevorzugte Absicherung gelten.

Im Gespräch mit CNN sagte Gerry O’Shea, Leiter der Marktanalyse bei Hashdex, dass der Unterschied zwischen Bitcoin und Gold deutlich mache, dass Anleger Edelmetalle weiterhin als wichtigsten sicheren Hafen in unsicheren Zeiten ansehen.

Diese Entwicklung hat Bitcoins Rolle als kurzfristige Zuflucht geschwächt und sorgt für zusätzlichen Druck nach unten.

Analysten warnen: Drohen stärkere Rücksetzer und eine bullische Falle?

Die Marktteilnehmenden sind weiterhin uneinig. Es gibt aber einige Analysten, die offen davor warnen, dass die Korrektur noch nicht beendet ist.

Krypto-Analyst Benjamin Cowen sagte, dass der kurzfristige Verlauf von Bitcoin entscheidend sei:

Andere Analysten sehen die Lage noch pessimistischer. Nehal, ein bekannter Trader auf X, meinte, dass die aktuelle Entwicklung einer klassischen Bullenfalle ähnelt. Er warnt, dass der Rückgang erst zur Hälfte abgeschlossen ist.

Laut Nehals Rückblick auf frühere Zyklen verlor Bitcoin in vergangenen Marktzyklen 86 Prozent im Jahr 2018 und 78 Prozent im Jahr 2021.

Wendet man eine ähnliche Betrachtung auf diesen Zyklus an, könnte der Kurs um 72 Prozent sinken – dann würde Bitcoin bei ungefähr 35.000 USD stehen.

Dieser zyklische Blick ist weiterhin einflussreich, auch wenn sich der Markt strukturell verändert hat: Es gibt jetzt ETFs und mehr institutionelle Beteiligung.

On-Chain-Daten zeigen: Jetzt beginnt die Bodenfindung

On-Chain-Daten sorgen für eine weitere Diskussion. Der Analyst CryptOpus stellt fest, dass Bitcoin zum ersten Mal in diesem Zyklus eine Phase der „Bodensuche“ erreicht hat.

Zum Höchststand 2025 lag die Anzahl der Bitcoin mit Gewinn bei etwa 19,8 Millionen BTC. Jetzt sind es nur noch 11,1 Millionen BTC. Das ist ein Rückgang um 40 Prozent bei den profitablen Coins.

Solche Situationen leiteten in der Vergangenheit häufig den Übergang von der Korrektur zur Trendwende ein. 2018 blieb Bitcoin etwa acht Monate in solch einer Phase, bevor sich der Kurs stabilisierte.

Wichtige technische Marken im Fokus

Aus technischer Sicht sind die Risiken nach unten weiter klar zu erkennen. Coin Bureau CEO Nic betont zudem, dass Bitcoin seit dem Bruch der 50-Wochen-Linie im November unter Druck steht.

Momentan handelt Bitcoin in der Nähe der Kostenbasis von MicroStrategy und nahe am April-Tief rund um 74.400 USD.

„Wenn wir weiter fallen, ist das nächste wichtige Niveau bei 70.000 USD, also knapp über dem bisherigen Allzeithoch von 69.000 USD. Ein klarer Bruch darunter öffnet den Weg zu einem Bärenmarkt-Ziel im Bereich zwischen 55.700 USD und 58.200 USD, also zwischen dem realisierten Preis und dem 200-Wochen-Durchschnitt“, warnte Nic.

Streit um den Boden: Steht die Trendwende bevor?

Nicht alle Analysten sind mit der pessimistischen Einschätzung einverstanden. Michaël van de Poppe glaubt, dass Bitcoin das Ende seines aktuellen Abschwungs bald erreichen könnte.

Zur gleichen Zeit betonte Analyst David Battaglia die Bedeutung von Liquidierungsmechanismen und beschrieb die aktuelle Situation als zunehmend irrational.

Battaglia stellte fest, dass unterhalb von 85.000 USD große Liquiditätslücken bestehen. Dies bedeutet, dass Panikverkäufer – ob institutionelle Akteure oder Wale – wahrscheinlich zu ungünstigen Kursen verkauft haben.

Er verglich diese Situation mit dem Kurssturz am 10. Oktober im Zusammenhang mit Binance, den er als strukturell sauberer bezeichnete.

„Zwischen 90.000 USD und 100.000 USD gibt es eine hohe Short-Dichte und ein Verhältnis von Put- zu Call-Optionen von 14 zu 1. Schon unter normalen Bedingungen deutet das oft auf einen starken Boden hin“, sagte Battaglia.

Fazit

Der Rückgang von Bitcoin auf 73.000 USD hat neue Sorgen über eine stärkere Korrektur ausgelöst. Makroökonomische Unsicherheit, geopolitische Spannungen und gemischte On-Chain-Signale führen dazu, dass der Markt zwischen weiteren Verlusten und ersten Zeichen einer Bodenbildung schwankt.

In den nächsten Wochen zeigt sich wahrscheinlich, ob es sich nur um eine kurze Pause handelt – oder ob hier die Grundlage für einen neuen Trend bis 2026 entsteht.