2026-08-28
Die Sicherheit von Hardware-Wallets wird oft auf „Bildschirm ansehen und erneut bestätigen“ reduziert. Aber die Ankündigung von Ledger Donjon vom 27. August erinnert uns daran: Der Bildschirm ist ebenfalls eine zu prüfende Interpretationskette. Entscheidend ist nicht nur, ob der private Schlüssel das Gerät verlässt, sondern auch, ob die vom Gerät angezeigte Transaktion vollständig mit dem endgültig autorisierten Inhalt übereinstimmt.
Laut der Ankündigung von Ledger Donjon kann es bei den betroffenen Ethereum-Anwendungen in bestimmten Transaktionslisten so aussehen, als würde nur eine Aktion geprüft, die Signatur aber dennoch die vollständige Transaktion autorisieren. Die Mitteilung erklärt, dass ein Angreifer Transaktionen so konstruieren kann, dass das Gerät eine scheinbar harmlose Aktion anzeigt, während gleichzeitig weitere Aktionen in der Liste durch die Signatur autorisiert werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Transaktionen demselben Risiko ausgesetzt sind. Zu den in der Ankündigung genannten Voraussetzungen für den Exploit gehören ein infizierter Host sowie eine clear-signing-Descriptor-Konstellation, die es dem Angreifer ermöglicht, zu iterieren, und die ein Array mit mehr als 255 Elementen beschreibt; außerdem heißt es in der Mitteilung, es habe keine kompromittierte Produktions-Frontend-Komponente gegeben, es seien keine Transaktionen in öffentliche Netzwerke ausgestrahlt worden und es habe keine echten Geldbewegungen gegeben.
Es weist aber auf eine oft übersehene Grenze hin: Multisig erhöht zwar die Signaturschwelle, die zum Erreichen des Schwellenwerts nötig ist, kann jedoch nicht automatisch beheben, dass mehrere Geräte denselben Transaktionsdatensatz unterschiedlich falsch parsen. Die unabhängige Bestätigung setzt voraus, dass jede einzelne Bestätigung den zu signierenden Inhalt vollständig sieht.
Laut der Ankündigung von Ledger Donjon wurde der Fehler in der Ethereum-App 1.22.3 behoben. Es wird empfohlen, dass Nutzer diese Version oder eine neuere installieren und auf dem Signaturgerät die App-Version überprüfen. Decrypt ergänzt, dass App und Firmware jeweils separat aktualisiert werden müssen, und Ledger gibt an, es gebe keine Hinweise darauf, dass Nutzer gehackt wurden oder dass es in freier Wildbahn einen Exploit gab.
Der Schwerpunkt liegt heute nicht auf Panik, sondern darauf, „bereits aktualisiert“ in überprüfbare Punkte zu zerlegen: App-Version, die Übereinstimmung zwischen Geräteanzeige und den zu signierenden Daten sowie ob die Host-Oberfläche weiterhin vertrauenswürdig ist.
Stellungnahme: Dieser Artikel wurde vom Betreiber von CoWallet veröffentlicht, dient nur der Zusammenstellung von Brancheninformationen und stellt keine Anlageberatung dar. https://cowallet.ai/en?pid=jingle
Quellen:
Ledger Donjon Security Bulletin 024: https://donjon.ledger.com/lsb/024
Decrypt: https://decrypt.co/376750/no-ledger-wasnt-hacked-ethereum-app-exploit