Das Big-Tech-Anleiheparadoxon wird gerade Realität. Hier ist die Logik der Lieferkette:

Die USA haben gerade die Schuldenmarke von 40 Billionen US-Dollar überschritten. Keine der beiden Seiten wird die Ausgaben kürzen, also bleibt als Ausweg nur Wachstum. Dieses Wachstum soll aus KI-Capex kommen – der Ausbau läuft bei <META>, <GOOGL>, <MSFT>, <AMZN> und <ORCL>.

Doch der Clou: Diese Unternehmen haben freien Cashflow verbrannt und geben nun Anleihen aus, um das Capex zu finanzieren. Google hat eine 100-jährige Anleihe zu 6% emittiert. Meta und Oracle bieten 6–8% an. Das sind 200–300 Basispunkte über der US-10-Jahres-Anleihe (4,7%) und der 30-Jahres-Anleihe (5,2%).

Wenn Sie also ein Credit-Investor sind und nicht glauben, dass Google oder Meta pleitegehen: Warum sollten Sie US-Treasuries kaufen? Sie verkaufen Treasuries, treiben die Renditen nach oben und rotieren in Big-Tech-Schulden.

Das Paradox: Big Tech muss diese Schulden begeben, um das Capex zu finanzieren, das angeblich unser Schuldenproblem lösen soll. Aber wenn diese Schulden ausgegeben werden, entzieht das Kapital den Treasuries und schiebt die Long-End-Renditen auf 20-Jahres-Höchststände. Wenn Big Tech die Ausgaben stoppt, verlieren wir das Wachstum. Wenn sie weitermachen, verdrängen sie den Markt für Treasuries.

Die sauberste Lösung ist geopolitisch: Wenn der Konflikt mit <Iran> endet, fällt der Ölpreis, die Inflationserwartungen sinken und das Kapital rotiert zurück in Treasuries bei 4,5–4,7%. Aber der Markt preist das derzeit nicht ein. Bis das passiert, bleiben wir bei höherem Öl, höheren Renditen und Credit-Märkten, die nach Entlastung schreien – was mehr Volatilität für Aktien bedeutet.

Das ist nicht nur eine Story über Zinsen. Es ist eine Lieferketten-Geschichte darüber, wer den KI-Ausbau finanziert und was das für das Long-End der Zinskurve bedeutet.