Der japanische Anleihemarkt setzt heute erneut ein großes makroökonomisches Signal.

Die Renditen japanischer Staatsanleihen steigen weiter — die 10-jährige Rendite liegt bei rund 2,81 %, nahe ihrem stärksten Stand seit Jahren, während die Renditen kürzerer Laufzeiten ebenfalls zulegen, da die Märkte weiteren Straffungen durch die Bank of Japan einpreisen. Das ist die zweite Sitzung in Folge mit Kursgewinnen: Steigende Ölpreise schüren erneut Inflationssorgen, während die Spannung rund um die Straße von Hormus anhält.

(Trading Economics) Die Notizen zum Juli-Treffen der BOJ zeigten zunehmende Besorgnis über eine sich beschleunigende Inflation; ein Vorstandsmitglied deutete sogar an, dass das Tempo der Zinserhöhungen zunehmen könnte — wodurch eine Bewegung im September klar auf dem Radar der Anleger landet.

(TRADING ECONOMICS)
Das ist jedoch nicht nur eine Japan-Geschichte: Die eigentliche Sorge ist die globale Ausstrahlung. Wenn die heimischen Renditen steigen, haben japanische Anleger weniger Anreiz, ihr Geld weiterhin im Ausland zu parken. Das kann Kapital in die Heimat zurückziehen, die Nachfrage nach ausländischen Anleihen und Aktien abkühlen und die Liquidität weltweit verknappen — genau der Übertragungskanal, der damit zusammenhängt, was sich von US-Treasuries bis hin zu Risikoanlagen wie Krypto auswirkt.

Steigende Renditen garantieren keinen Ausverkauf, aber es ist ein Trend, den man genau im Blick behalten sollte. Wenn die BOJ im September wie angekündigt eine Zinserhöhung umsetzt und die Renditen weiter steigen, stellt sich in den kommenden Wochen vor allem die Frage, wie sich globale Kapitalflüsse und die Risikostimmung entwickeln.

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