Die hohe Kontaktfrequenz zwischen der LG Group und dem Management von NVIDIA ist bemerkenswert: Am 8. Juni wird in Seoul ein Kooperationsrahmen vereinbart, und im August sollen die Gespräche dann in Silicon Valley fortgesetzt werden. Doch ein genauer Blick in die Tagesordnung zeigt: Die Option „LG kauft Blackwell-GPUs“ dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit der eigene Bedarf von LG sein, um sein selbst entwickeltes EXAONE-Modell zu trainieren, und wird die bestehende Liefer- bzw. Versorgungsstruktur von NVIDIA kaum beeinflussen. Die eigentliche Zusatzinformation liegt darin, dass die von LG entwickelte 600-Kilowatt-CDU bereits verifiziert wurde – ein entscheidendes Bauteil der Flüssigkühl-Infrastruktur. Wenn sie in die offizielle Lieferkette von NVIDIA aufgenommen wird, ist das für beide Seiten ein handfester langfristiger Vorteil. Allerdings heißt „verifiziert“ nicht automatisch „in Serie geliefert“. Die ODM-Zyklen liegen in der Regel bei zwei bis drei Quartalen. Statt darauf zu wetten, wie groß das GPU-Beschaffungsvolumen ausfällt, ist es besser, die öffentlichen Vorführungen der Referenz-Roboter „Isaac GR00T“ abzuwarten – denn das wäre das Meilensteinsignal dafür, dass „Physical AI“ von den PowerPoint-Folien in die Fabrikhallen und Werkstätten einzieht.