Chuanhu hat das heute wirklich geschafft: Während der Sitzung stieg der Kurs bis auf ein Hoch von 10.035 und schrieb damit eine neue Seite für den Taiwan-Index. Aktuell konsolidiert er wieder in der Nähe von 9.975.

Allein die Zahlen sind schon ziemlich erschreckend: Im ersten Quartal lag der EPS bei 36,58 Yuan, ein Plus von 38,82% im Jahresvergleich. Der Umsatz im ersten Halbjahr betrug 16,28 Milliarden Yuan, was fast einer Verdopplung entspricht. Dieses Halbjahr liegt bereits kurz davor, das gesamte Vorjahr mit 17,5 Milliarden Yuan zu schlagen. Die Bruttomarge liegt bei 77,74% und die operative Marge bei 67,06% – diese Gewinn-Effizienz zählt innerhalb der gesamten Elektronikbranche zu den Besonderheiten. Und als ob das nicht genug wäre: Es handelt sich sogar noch um etwas wie „Schienenführung“, etwas sehr Traditionelles.

Dass es einen Marktanteil von über 80% hat, ist im Grunde seine Burggraben-Mauer. Der eigentliche Unsicherheitsfaktor liegt jedoch in der zweiten Jahreshälfte: Für die Plattform „Vera Rubin“ von Nvidia wird erwartet, dass im Juli und August Vorprodukte in größerem Umfang eingekauft werden, während die Auslieferung der kompletten Geräte im Zeitraum vom Ende von Q4 bis in Q1 des kommenden Jahres fällt. Chuanhu gehört damit zu den indirekten „Hidden Champions“, die von dieser Volumen-Ausweitung am direktesten profitieren. Die Produktion im neuen Werk in Texas startet im September und Oktober – damit gibt es für die zweite Jahreshälfte noch eine weitere Erzählung rund um zusätzliche Kapazitäten.

Nach dem Hoch während der Sitzung ging es wieder zurück; die fallende Handelsaktivität wirkt eher wie eine normale Gewinnmitnahme und noch nicht wie eine Trendwende. Entscheidend ist jetzt, ob der Kurs in der Lage ist, über der 10.000er-Marke stabil zu bleiben. Wenn er dort bleibt, bewertet der Markt weiterhin im Rahmen der Logik für knappe Vermögenswerte. Sollte er jedoch unter 9.495 fallen (der Schlusskurs vom 8/4 – zugleich das frühere Zwischenhoch), bedeutet das, dass der Druck aus kurzfristigen Gewinnen stärker ist als gedacht. Dann könnte es sein, dass der Markt die Positionen erst einmal eine Weile verdauen muss.

Bei einer Aktie, die über eine Million kostet: Würdest du sie weiter halten, um zu sehen, wie Vera Rubin die Volumenentwicklung in echte Ergebnisse umsetzt – oder würdest du erst einmal Gewinne sichern?

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