## ETH rutscht unter 1900 — und der ETF kauft wie verrückt: Wer ist in Panik, wer kauft im Dip?

Am 5. August $ETH lieferte die schlechteste Bilanz unter den etablierten Coins ab.

Preis 1866 US-Dollar, innerhalb von 24 Stunden -2,3%, in der Woche -2,6% — unter den großen Coins ist es das einzige mit negativem Wochen-Ergebnis. Gleichzeitig: BTC +1% in der Woche, BNB +5%, SOL nahezu unverändert.

ETH wird zu „dem schwächsten etablierten Coin“, doch merkwürdig ist: Das institutionelle Kapital ist nicht abgezogen, sondern beschleunigt sogar den Einstieg.

### ETF-Gelder stimmen mit den Füßen ab: BTC läuft, ETH wird aufgesogen

Am 1. August verzeichnete der Spot-ETF für BTC einen Nettoabfluss von 265,4 Millionen US-Dollar; BlackRocks IBIT war an einem Tag schon mit 122,7 Millionen „weg“. Aber am selben Tag flossen 9 Millionen US-Dollar Netto in den Spot-ETF für ETH, davon steuerte BlackRocks ETHB 15,38 Millionen US-Dollar bei.

Das ist bereits der zweite Tag in Folge mit Nettozuflüssen beim ETH-ETF.

Wenn man es weiter zurückblickt, wird es noch deutlicher: Im Juli gab es – über vierte Woche in Folge – bei den ETH-ETFs durchgehend Nettozuflüsse; die monatliche Summe beläuft sich auf 365,2 Millionen US-Dollar. Bei den BTC-ETFs gab es im Juli zwar monatlich Nettozuflüsse von 172,4 Millionen US-Dollar, aber am 31. Juli wurde an einem einzigen Tag ein Abfluss von 265,4 Millionen US-Dollar ausgelöst.

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### Was machen die großen Wale?

On-Chain-Daten sind stärker gespalten.

Die Adresse 0x2684 hat heute erneut 7919 ETH gekauft (etwa 14,89 Millionen US-Dollar). Seit dem 30. Juni hat sie insgesamt 74.265 ETH eingesammelt; der Durchschnittskurs liegt bei 1771 US-Dollar, im Plus sind sie über 9 Millionen.

Ein mutmaßlicher BitMine-Wallet hat über FalconX 10.460 ETH gekauft (etwa 19,48 Millionen US-Dollar). Zwei neue Adressen haben innerhalb von 10 Stunden zusammen 18.914 ETH gehortet (etwa 35,2 Millionen US-Dollar).

Aber da ist auch jemand, der verkauft – Arthur Hayes hat letzte Woche 2364 ETH verkauft und dabei einen Verlust von 241.000 US-Dollar erlitten.

Auf der einen Seite kaufen die großen Wale wie verrückt, auf der anderen Seite flüchten Kleinanleger aus Angst. Diese Spaltung ist in der Geschichte oft ein Merkmal eines kurzfristigen Tiefs – aber Achtung: „oft“ heißt nicht „immer“.

### Warum ist ETH so schwach?

Drei Gründe:

**Erstens: Zinsdruck.** Die Rendite von US-Staatsanleihen mit 30 Jahren hat 5,2% durchbrochen und markiert den höchsten Stand seit 2006. Vermögenswerte, die keinen Cashflow erzeugen (einschließlich ETH), verlieren in einem Umfeld mit risikofreiem Zins über 5% naturgemäß an Attraktivität. Laut CME-Daten ist die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen im September auf 82% gestiegen.

**Zweitens: BTC zieht das Kapital ab.** BTCs Marktanteil steigt auf 58,5%; in risikoscheuen Phasen konzentriert sich das Kapital auf die „Nummer eins“. Das ETH/BTC-Verhältnis fällt weiter – das zeigt: Der Markt schaut nicht nicht auf Krypto, sondern schaut nur auf BTC.

**Drittens: Erzählungs-Vakuum.** Die Layer-2-Geschichte rund um ETH für das erste Halbjahr ist im Grunde durchgekaut; die neue Story ist noch nicht nachgezogen. Der EIP-8361-Vorschlag ist zwar diskussionswürdig, aber es ist noch früh für die Umsetzung. Im Vergleich dazu hat BTC eine ETF-Story als Rückenwind, und BNB profitiert von der Rückkehr von CZ sowie der Aufmerksamkeit für die Giggle Academy.

### Doch es gibt eine Datenlage, die man beachten sollte

Die Staking-Warteschlange.

Bis Ende Juli warten rund 2,5 Millionen ETH darauf, für das aktivierte Staking freigeschaltet zu werden; die Warteschlange beträgt 43 Tage, während die Exit-Warteschlange nahezu bei null liegt. Das bedeutet: Viele ETH werden gesperrt, und der Verkaufsdruck im Umlauf nimmt ab.

Das Angebot schrumpft, die Nachfrage steigt (ETF + große Wale), aber der Preis fällt noch – eine solche Lage wird nicht lange anhalten. Entweder holt der Preis die Fundamentaldaten ein, oder die Fundamentaldaten werden widerlegt.

### Wichtige Kursmarken

Widerstand oberhalb von 1876–1880 US-Dollar (4-Stunden-EMA-Ausbruch), der zweite Widerstand bei 1892–1895 US-Dollar. Wenn 1880 zurückerobert wird, ist ein Rebound in Richtung 1930–2000 möglich.

Unterstützung bei 1859–1860 US-Dollar (EMA144, kurzfristige Lebenslinie). Ein Bruch würde 1844 US-Dollar nach sich ziehen; ein weiterer Bruch könnte direkt auf 1810 – oder sogar 1700 – zielen. Der RSI nähert sich zwar dem Überverkaufsbereich, hat aber noch nicht gedreht – kurzfristig bleibt es eher bärisch.

### Ein-Satz-Zusammenfassung

ETH ist jetzt am unglücklichsten – es hat weder die „digitale Gold“-Flucht-als-Schutz-Eigenschaften von BTC noch die „High-Performance“-Wachstumsfantasie einer neuen Kette wie SOL, sondern hängt dazwischen fest. Aber die anhaltenden ETF-Zuflüsse und das Abkaufen durch große Wale zeigen: Kluge Gelder setzen darauf, dass dieses „Unbehagen“ nur vorübergehend ist.

Meinst du, ETH bricht zuerst unter 1800 aus oder kommt zuerst zurück auf 2000? Schreib in den Kommentaren, was du denkst.