
Europäische Aktien stiegen am Dienstag und näherten sich neuen Allzeithochs: Starke Ergebnisse der Bankengroßmacht HSBC und des Pharmaunternehmens Bayer halfen, die Schwäche im Konsumsektor sowie die anhaltende geopolitische Spannung auszugleichen.
Der paneuropäische Index STOXX 600 gewann im Verlauf des Vormittags 0,4% und blieb dabei in unmittelbarer Nähe der historischen Höchststände, die letzte Woche erreicht wurden.
Der deutsche DAX und der französische CAC 40 sind um jeweils 0,6% gestiegen, während der Londoner FTSE 100 sowie der italienische FTSE MIB um 0,5% bzw. 0,7% zulegten.
Die Stimmung der Anleger wurde durch einen stabilen Strom positiver Quartalsberichte gestützt, der half, den Schwung nach dem Rallye-Start am Montag beizubehalten. Europäische Aktien zeigen sich robust, gestützt durch solide Unternehmensbilanzen und sinkende Energiekosten, die die regionalen Indizes weiter vor der gesamten makroökonomischen Unsicherheit schützen.
Die Ölnotierungen sind am Dienstag leicht gestiegen, nachdem sie in der vorherigen Sitzung deutlich gefallen waren – ausgelöst durch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu diplomatischen Gesprächen mit dem Iran. Der Rückgang bei den Ölpreisen blieb jedoch begrenzt: Berichten zufolge ist der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin deutlich verlangsamt, was Händler im Energiemarkt vorsichtig einschätzen lässt, wie hoch das Risiko anhaltender Lieferstörungen auf wichtigen Transitstrecken ist.
Unternehmensnachrichten: Die Aktien der Bankengroßmacht HSBC gaben um 0,4% nach, obwohl der Gewinn im zweiten Quartal die Erwartungen übertraf – dank eines stabilen Netto-Zinsüberschusses und starker Ergebnisse im Segment Vermögensverwaltung. Die Bank kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1 Mrd. $ an.
Der deutsche Bayer-Konzern hat die nächste positive Überraschung geliefert: Die Aktien des Unternehmens stiegen um 4,3%, nachdem das bereinigte EBITDA im zweiten Quartal unerwartet um 1,9% zulegte – vor allem dank stabiler Verkäufe im Pharmasegment, die Schwierigkeiten auf dem Markt für Agrarprodukte ausglichen.
Umgekehrt fielen die Aktien von Beiersdorf um 1,1%, nachdem der Kosmetikhersteller Nivea seine Verkaufsprognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt hatte – mit Verweis auf ein schwieriges Konsumumfeld und eine Verlangsamung der Nachfrage in wichtigen internationalen Märkten.
Die Aktien von Salvatore Ferragamo fielen um 8,5%, nachdem die Ergebnisse für das erste Halbjahr veröffentlicht wurden.
Neben den regionalen Nachrichten bereiten sich die globalen Handelsplätze auf wichtige Berichte vor, die nach dem Börsenschluss in den USA veröffentlicht werden: Sie kommen vom Chip-Hersteller AMD und vom SpaceX-Unternehmen von Elon Musk. Die Erstresultate von SpaceX ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich, nachdem das Unternehmen im Juni ein historisches IPO hatte, bei dem die Bewertung bei 85,7 Mrd. $ lag.
Die Aktien von SpaceX sind nach dem Listing mehr als 50% von ihren Höchstständen entfernt gefallen – vor dem Hintergrund umfangreicher Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz und einer instabilen Kapitalverbrennung. Daher werden die Ergebnisse des Unternehmens als wichtiger Indikator für die weltweite Risikobereitschaft von Retail-Investoren, für Bewertungsmultiples von Megacap-Unternehmen und insgesamt für die Perspektiven des Marktes für Tech-IPOs betrachtet.