Im Jahr 2007 registrierte ein Programmierer Anfang zwanzig einen Domainnamen, um Karten für ein Fantasy-Spiel auszutauschen. Er gab ihr einen Namen, der wie ein Insider-Witz klang: Magic The Gathering Online eXchange. Mt. Gox.

Das Projekt starb, bevor es überhaupt geboren wurde. Die Idee mit den Karten setzte sich nie durch, und die Domain blieb dort – schlafend, ungenutzt – fast drei Jahre lang liegen.

Im Juli 2010 las derselbe Programmierer – Jed McCaleb – einen Artikel über ein seltsames Geldexperiment namens Bitcoin. Er zögerte nicht: Er nutzte die tote Domain wieder und machte daraus eine Börse für Bitcoins. Am ersten Betriebstag wurden 20 BTC gehandelt. Für jeweils fünf Cent.

Neun Monate später kam McCaleb nicht mehr hinterher. Am 6. März 2011 schrieb er in einem Bitcoin-Forum, dass er das Projekt an einen Nutzer übergab, der unter dem Namen „MagicalTux“ auftrat. Dieser Nutzer war Mark Karpelès.

Drei Jahre danach brachte genau dieses Mt. Gox – geboren aus einer Domain für Fantasy-Karten – schließlich 70 % des gesamten Bitcoins auf dem Planeten in Bewegung. Und drei Jahre später stürzte es ein, mit 850.000 $BTC verschwundenen, in dem wohl bekanntesten Hack der Geschichte der Krypto-Welt.

Das Beunruhigendste: McCaleb hatte mit dem Unternehmen nichts mehr zu tun, als alles zusammenbrach. Er war schon zweieinhalb Jahre zuvor gegangen. Und trotzdem blieb sein Name für immer mit der Katastrophe vernäht.

Heute ist derselbe Mann Mitbegründer von Ripple und von Stellar. Er baute drei der einflussreichsten Projekte der gesamten Branche… und fast niemand erkennt seinen Namen.

Kann man die technische Genialität von den Folgen trennen, dessen, was man baut – sogar nachdem man es verkauft hat?

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