Der südkoreanische Aktienmarkt gerät zum dritten Tag in Folge unter Verkaufsdruck. Der KOSPI schloss heute mit einem Minus von 1,2% bei 5.593,56 Punkten. Nach einem Rückgang von 10,8% in den ersten beiden Tagen und von knapp 6% am dritten Tag beträgt das kumulierte Minus in drei Tagen bereits fast 18%.

Am bittersten ist: Heute haben zwei Chip-Giganten gerade erst ihre Quartalsberichte abgeliefert – nahezu auf dem Niveau von „Ausreißern“:
Der Betriebsgewinn von Samsung Electronics im zweiten Quartal lag bei rund 895.000 Milliarden Won und damit über 19-mal so hoch wie im Vorjahr. Die Aktie stieg am Vormittag zeitweise um 2,4%, fiel am Ende jedoch um 0,7%.

Der Quartals-Betriebsgewinn von SK Hynix wuchs um fast das Sechsfache. Nachdem die Aktie gestern bereits um mehr als 9% eingebrochen war, fiel sie heute erneut um 5,6%.

Das zeigt: Am Markt wird mittlerweile nicht mehr die Frage gehandelt, ob die Ergebnisse „gut“ sind, sondern vielmehr:
Wie lange lässt die hohe Konjunktur bei KI- und Speicherchips noch anhalten; ob die massiven Kapazitätserweiterungen die nächste Welle der Überkapazitäten auslösen; ob der Aufstieg chinesischer Hersteller die Speicherpreise und Gewinnspannen nach unten drückt; wann Hochbewertungen und stark gehebeltes Trading ihren Ausgleich bzw. ihre Bereinigung finden.

Vor einigen Monaten bedeuteten Berichtszahlen über den Erwartungen noch, dass sich das Geld zu einem schnellen Zukauf drängte. Heute jedoch kann die Aktie trotz Rekordgewinnen möglicherweise noch nach oben schießen, um dann wieder zurückzufallen.