Der neueste Quartalsbericht der Google-Muttergesellschaft Alphabet hat ein wichtiges Signal gesendet: Der KI-Wettlauf ist noch nicht abgekühlt.
Alphabet veröffentlicht die Ergebnisse für das zweite Quartal:
📌 Umsatz: 119,8 Milliarden US-Dollar, +24 % im Jahresvergleich
📌 Operatives Ergebnis: 40,8 Milliarden US-Dollar, +30 % im Jahresvergleich
📌 Nettogewinn: 112,1 Milliarden US-Dollar, +298 % im Jahresvergleich
Umsatz und operatives Ergebnis lagen über den Markterwartungen.
Allerdings hängt der starke Anstieg des Nettogewinns vor allem mit einmaligen Faktoren zusammen, darunter Erträge aus Investitionen in spcx und Anthropic; das spiegelt das Wachstum im Kerngeschäft nicht vollständig wider.
Worauf der Markt wirklich achtet, ist: KI-Investitionen.
Alphabet erhöht die Prognose für die gesamten Kapitalausgaben auf:
1950-2050 Milliarden US-Dollar
Zuvor lag der Ausblick bei:
1700 Milliarden US-Dollar
Der Anstieg beträgt rund 17 %.
Für die gesamte KI-Wertschöpfungskette ist das ein wichtiges Signal.
Der Markt hatte zuvor nämlich die Sorge, dass die Tech-Giganten nach einer schnellen Expansion der KI-Infrastruktur ihre Investitionen womöglich drosseln würden.
Doch Google stellt weiterhin Kapital in großem Umfang bereit und nimmt zumindest vorerst einen Teil der Zweifel.
Hinter dem Bericht stecken jedoch auch Bedenken.
Der Free Cashflow von Alphabet im zweiten Quartal beträgt:
-5,9 Milliarden US-Dollar
Das ist das erste Mal seit Börsennotierung, dass der quartalsweise Free Cashflow negativ ist.
Der Hauptgrund: Die KI-Infrastruktur erfordert enorme Investitionen.
Die Kapitalmärkte haben darauf ihre eigene Einschätzung gegeben:
Nach Veröffentlichung des Berichts fiel der Kurs von Alphabet um etwa 5 %.
Die Sorge der Anleger ist nicht, dass Google keine KI-Chancen hat, sondern die Frage:
Wie lange dauert es, bis die KI-Investitionen in echte Renditen umgewandelt werden?
Diese Frage betrifft auch die gesamte KI-Hardware-Wertschöpfungskette.
Ob KI-Chips, HBM-Speicher, optische Module, Hochgeschwindigkeits-Verbindungskabel oder Kälteanlagen (Liquid Cooling) –
im Kern hängt alles davon ab, dass Cloud-Computing-Giganten wie Microsoft, Google, Meta und Amazon ihre Kapitalausgaben weiter erhöhen.
Wenn diese Giganten ihre Budgets anfangen zu verkleinern, könnte auch die Konjunkturphase in der vorgelagerten Lieferkette ihren Höhepunkt erreichen.
Daher sendet Alphabets Quartalsbericht widersprüchliche Signale:
Einerseits ist die KI-Nachfrage weiterhin stark, die Konzerne investieren weiter wie verrückt;
andererseits werden die sehr hohen Kapitalausgaben zur Geduldsprobe für die Investoren.
Die zentralen Fragen für die Zukunft der KI-Branche haben sich bereits von:
„Wer investiert am meisten?“
zu:
„Wer kann seine Investitionen am schnellsten in kommerzielle Renditen umwandeln?“
verschoben.
Das wird darüber entscheiden, wer in der nächsten Runde der KI-Wertschöpfungskette gewinnt.
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