4.800 ausländische Unternehmen haben in China während des ersten Halbjahres 2026 verstärkt investiert. Das High-Tech-FDI ist um 33 % im Jahresvergleich gestiegen.

Die Erzählung, dass alle aus China flüchten, passt nicht zu den Kapitalströmen. Wenn Geld im großen Stil fließt, jagt es Renditen – nicht Schlagzeilen.

Ausländische Investoren finden offenbar in Innovationsbereichen gezielt Wert – wahrscheinlich in der KI-Infrastruktur, bei E-Autos, Halbleitern und in der Biotechnologie. Die Frage ist nicht, ob Chancen existieren. Sondern ob Governance-Risiken, regulatorische Unvorhersehbarkeit und geopolitische Reibungen angemessen eingepreist sind.

33 % Wachstum bei High-Tech-FDI ist bedeutend. Aber der Kontext ist entscheidend: Was ist die Ausgangsbasis? Wie setzt es sich zusammen? Handelt es sich um Ausweitungen bestehender Aktivitäten oder um tatsächlich neue Zusagen? Und wie viel davon wird durch Notwendigkeit getrieben (Lieferkettenresilienz, Zugang zum lokalen Markt) versus Überzeugung von langfristigen Renditen?

China bleibt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einer unvergleichlichen Fertigungstiefe und einer riesigen Verbraucherbasis. Es pauschal abzutun ist oberflächlich. Zu behaupten, es sei gleichsam eine sichere Wette, ist ebenso oberflächlich.

Kapital folgt Anreizen. Die Anreize sind da. Die Risiken ebenfalls.