Zeigt eine von Reuters durchgeführte Umfrage, dass die US-Notenbank den Leitzins möglicherweise unverändert bis Ende 2026 beibehalten könnte, während die US-Inflation weiterhin über dem Zielwert von 2% liegt. Dies stärkt den Trend der Zentralbank, eine straffe Geldpolitik beizubehalten, bis die Preisaufwärtsdrücke nachhaltig zurückgehen. Diese Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Anleger weiterhin den Zinsverlauf und seine Auswirkungen auf die Wirtschaft sowie die Finanzmärkte bewerten.

Laut der Umfrage erwarten alle teilnehmenden Ökonomen, insgesamt 104, dass die Fed den Leitzins in einer Spanne von 3,50% bis 3,75% unverändert belässt, während ihrer für den 28. und 29. Juli geplanten Sitzung. Drei Viertel der Befragten hielten zudem eine Zinserhöhung bis zum Jahresende für unwahrscheinlich bzw. rechneten nicht mit einer Änderung. Wie getrennte Ergebnisse zeigten, gehen inzwischen die meisten Ökonomen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen in diesem Jahr im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen ist—ein Wandel, der die zunehmenden Sorgen über die Fortdauer des Inflationsdrucks widerspiegelt.
Diese Entwicklung ist teilweise auf um rund 25% gestiegene Ölpreise zurückzuführen, die nach der Zuspitzung der Spannungen im Nahen Osten zu verzeichnen waren. Dies erhöht die Risiken, dass die US-Inflation nach der zuletzt beobachteten Abschwächung wieder anzieht. Öl ist einer der Faktoren, die die Produktions- und Transportkosten beeinflussen; dies kann sich auf die Preise für Waren und Dienstleistungen auswirken und die Aufgabe der Zentralbank erschweren, die Inflation wieder auf das anvisierte Niveau zurückzuführen.
Der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), Kevin Warsh, betonte in der vergangenen Woche, dass für die Bank weiterhin die Priorität darin bestehe, die Inflation wieder auf 2% zu bringen, obwohl dieses Ziel seit mehr als fünf Jahren nicht erreicht wurde. Mehrere Ökonomen, die an der Umfrage teilnahmen, wiesen zudem darauf hin, dass die anhaltende Stabilität des Arbeitsmarkts und die Arbeitslosenquote nahe 4,2% der Zentralbank Spielraum geben, die aktuelle Geldpolitik beizubehalten, sofern die Preisdruckbelastung fortbesteht.
Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen die Bedeutung der US-Inflation als den einflussreichsten Faktor für die Entscheidungen der Fed in der kommenden Phase: Der künftige Verlauf der Inflation bestimmt nämlich den Zeitpunkt für jede Änderung der Zinssätze. Dies beobachten Märkte und Investoren genau, um die Auswirkungen auf die Kreditkosten, den Anleihemarkt, den US-Dollar und die wirtschaftliche Aktivität insgesamt zu bewerten.
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