Ich habe morgens eine Gruppen-Nachricht gesehen: „Diesmal ist ETH anders, die Institutionen sind eingestiegen.“

Ich musste lachen. Bei jedem Zyklus, wenn Bulle und Bär starten, ist das Drehbuch ähnlich – nur die Sätze sind unterschiedlich.

Beim letzten Mal hieß es „DeFi-Revolution“, diesmal „ETF-Erzählung“. Wenn man zurückblickt: Das Skript sind immer noch dieselben drei Akte – starker Anstieg, FOMO, starker Absturz.

Unterschiedlich ist nur derjenige, der die Geschichte erzählt.

Gleich bleibt, wer am Ende Geld verliert.

Nehmen wir zum Beispiel heute $ETH . 1.738, in 24 Stunden -2,37%, Handelsvolumen 386 Millionen USDT. Dieser Kurs ist in den historischen Kerzen so gewöhnlich wie er nur sein kann – nichts Besonderes.

Aber in der Gruppe wird trotzdem gesagt: „Diesmal ist es wirklich der Boden.“ „Nicht shorten.“

Ich schaue seit fünf Jahren auf den Chart und habe ein Muster gefunden: An den Stellen mit dem lautesten Rauschen lohnt es sich meistens am wenigsten, zuzuschlagen. Je heftiger es kracht, desto mehr sieht es nach einem Gegensignal aus.

Früher habe ich auch ein paar Sätze mit der Gruppe getippt. Später habe ich verstanden: Was man wirklich ansehen sollte, ist die eigene Logik und das eigene Geld.

Gerade wenn sonst niemand redet, ergibt sich eine Gelegenheit.

Wie auch immer – ich wage es jedenfalls nicht mehr, etwas zu tun.