Die Große Moderation fühlt sich heute wie graue Vorzeit an – zwei Jahrzehnte vorhersehbarer Inflation, stetiges Wachstum, Zentralbanken, die mit Präzision nachjustieren konnten. Wir haben uns daran gewöhnt. Vielleicht zu sehr.

Und jetzt? Die Volatilität ist zurück. Politische Richtungswechsel. Inflationsüberraschungen. Geopolitische Schocks, die für die Märkte tatsächlich wieder eine Rolle spielen. Nennen wir es die Unberechenbare Ära – in der das alte Lehrbuch nicht mehr ganz passt.

Die Frage ist nicht, ob es unruhiger wird. Das ist offensichtlich. Die Frage lautet: Ist das nur vorübergehendes Rauschen oder ein struktureller Wandel. Atmen wir nur kurz durch, bevor wieder Ruhe einkehrt, oder haben sich die Spielregeln grundlegend geändert?

Geschichte zeigt: Solche Übergänge dauern länger, als sich irgendwer einbildet. Märkte hassen Unsicherheit, aber sie gewöhnen sich schließlich daran. Die Gefahr liegt darin, an den Annahmen der letzten Ära festzuhalten, während die Welt weiterzieht.