Der Juni 2024 war eine der bislang stressigsten Phasen für Bitcoin (BTC), als der Kurs um nahezu 19% einbrach. Eine Welle an Abflüssen aus den ETF-Fonds sowie die weiterhin deutlich restriktive Haltung der US-Notenbank Fed haben den BTC-Preis tief in die kurzfristige Tiefzone bei $57.800 gedrückt, wodurch sich eine von Sorge geprägte Stimmung ausbreitete.
Doch bereits zu Beginn des Monats Juli hat sich die Lage gedreht. BTC ist überraschend auf die Überholspur zurückgekehrt, hat den Bereich von $60.000 rasch wieder zurückerobert und testet derzeit erneut die Zone um $62.600 — und hat damit bei kurzfristigen Tradern Short-Positionen im Wert von mehreren hundert Millionen USD förmlich ausgelöscht.
Der Antrieb hinter dem Comeback
Dieser plötzliche Anstieg ist keineswegs zufällig, sondern die Gesamtheit aus makroökonomischen Faktoren und der Stimmung des Geldflusses:
Makro-Daten kühlen ab: Der US-Arbeitsmarktbericht außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) fiel schwächer aus als erwartet. Das signalisiert eine Abkühlung der Wirtschaft und erhöht indirekt den Druck auf die Fed, möglicherweise schon in der zweiten Jahreshälfte früher die Zinssätze zu senken.
Politischer Effekt: Unterstützende Aussagen für Krypto in der US-Präsidentschaftswahlkampagne (insbesondere von Donald Trump) bleiben ein starker Katalysator. Das schafft die Erwartung, dass in den USA ein offenerer Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte entsteht.
Liquidationsfalle für Shorts (Short Squeeze): On-Chain-Daten zeigen, dass die Wale ihre Positionen bereits im Voraus vorbereitet haben. Wenn dann gute Nachrichten geballt herauskommen, werden große Mengen Short-Orders abgeräumt – unfreiwillig entsteht dadurch eine erzwungene Kaufkraft, die den Preis senkrecht nach oben treibt.
Nächster Trend: Wurde tatsächlich ein Tief gebildet?
Der Sprung von $57.800 über $62.000 zeigt, dass die Kaufnachfrage in den niedrigeren Preiszonen weiterhin sehr reichlich vorhanden ist. Starke Entladungsphasen gehen oft mit einer Nettoabflusssituation bei ETF-Geldern einher – typischerweise eine ideale Sammelzone für große Kapitalströme (Smart Money).
Das makroökonomische Risiko ist jedoch noch nicht vollständig verschwunden, da das nächste Fed-Treffen noch vor der Tür steht. Die Widerstandszone bei $63.800 ist der entscheidende Test. Wenn es nicht gelingt, einen Kerzenabschluss fest über dieser Zone zu halten, könnte dies nur ein technischer Rücksetzer (Re-test) zur Überprüfung der Angebotskraft sein, bevor sich eine klarere Richtung abzeichnet.
Aktionsplan zu diesem Zeitpunkt
Kein FOMO mit Leverage: Begrenze die Nutzung von hohem Hebel in der sensiblen Zone $62.000 - $63.800.
Beim Rücksetzen akkumulieren: Nutze die technisch bedingten Kurszuckungen, um Kapital (DCA) in solide Basis-Altcoins zu stückeln, statt hinterherzukaufen, wenn der Kurs bereits grün ist.
Netto-Geldfluss beobachten: Verfolge in den kommenden Sitzungen besonders genau den Kauf-/Verkaufsstatus der Bitcoin-ETF-Fonds, um festzustellen, ob das institutionelle Kapital wirklich zurückgekehrt ist.
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