„Niemals verkaufen“ – verkauft.
„Stark zukaufen“ – die Marktkapitalisierung liegt bereits unter ihren eigenen $BTC Reserven.
„Wir brauchen mehr Charts“ – auf dem Konto ist ein schwebender Verlust von 13 Mrd. USD.

Saylor-Skript, das sich mit der Augenmaß sichtbaren Geschwindigkeit selbst zerreißt.

Am 28. Juni hat er erneut dieses vertraute orangefarbene Punktdiagramm rausgehauen – mit dem Satz „We're gonna need more charts“. Früher hat der Markt auf diese Art von Gag automatisch mit Begeisterung reagiert – große Gelder kamen als Käufer zurück in Position. Diesmal allerdings ist die Reaktion in den sozialen Medien seltsam kühl. Der Grund steckt in einem Datensatz aus der vergangenen Woche, der von den meisten übersehen wurde: Strategys mNAV ist erstmals unter 1,0 gefallen. Die Marktkapitalisierung dieses Unternehmens ist inzwischen sogar niedriger als der Wert der 847.363 BTC, die es selbst in der Hand hält.

Das Kreisel-Setup hat sich umgedreht. In den vergangenen fünf Jahren basierte Saylors Spielbuch „mit Aufschlag Aktien ausgeben, Geld aufnehmen, um Coins zu kaufen, und den Aktionärswert aufdicken“ auf der Voraussetzung, dass der Kurs > NAV ist. Jetzt gilt: mNAV < 1. Wenn er jetzt eine weitere Münze kauft, verdünnt er aktiv die Aktionäre und zerstört Werte. Die gleiche Aktion wie früher – früher hieß es „Alles auf eine Karte“, heute ist es die Ouvertüre zur Todesspirale.

Noch frecher: Am 1. Juni vor drei Wochen hat Saylor selbst die Fahne „Niemals verkaufen“, die fünf Jahre lang hing, eingerissen – er verkaufte 32 BTC, mit der Begründung, damit STRC die Dividenden für die ewigen Vorzugsaktien zahlen kann. Drei Wochen später wendet er sich wieder zu „Wir brauchen mehr Charts“. Peter Schiff hat das direkt entlarvt: Bei MSTR geht es inzwischen nicht mehr darum, ob sie überhaupt kaufen wollen – es ist ein „wenn nicht kaufen, dann kracht es“: Saylor ist bereits zum Geiselnehmer seiner eigenen Erzählung geworden.

Deshalb ist dieses Mal das „implizite Zukaufen“ weniger eine Gelegenheitsstrategie als ein Hilferuf. Die Frage ist nicht mehr: „Wird er noch kaufen?“, sondern: „Mit welchem Geld kauft er – und wie lange kann er kaufen?“
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