Anndy Lian
Web4: Die Zukunft der autonomen Intelligenz mit Anndy Lian

Ich hatte das Vergnügen, mich mit Nick von BitcoinLive zusammenzusetzen, um über mein neuestes Buch, Web4: Das Zeitalter der autonomen Intelligenz, zu sprechen. Das Schreiben dieses Buches war eine anspruchsvolle Reise – ich habe 23 Versionen durchlaufen und ein massives 950-seitiges Manuskript auf handhabbare 350 Seiten für die Hardcover-Ausgabe gekürzt. Ich habe das nicht für die Tantiemen geschrieben; ich wollte eine kritische Botschaft über die Zukunft der Technologie verbreiten. Während des Interviews haben Nick und ich viele Themen behandelt, aber einige zentrale Punkte stachen wirklich heraus, wo wir gerade stehen. Die Web4-These: KI ist das Gehirn, Blockchain ist die Wirbelsäule Die zentrale Prämisse von Web4 ist die perfekte Verbindung zwischen Künstlicher Intelligenz und Blockchain. In Web3 haben wir viel Zentralisierung gesehen, die sich als Dezentralisierung verkleidet hat, geplagt von menschlicher Gier und fehlerhaften Konsensmechanismen. Web4 behebt dies. In dieser neuen Ära agiert KI als das "Gehirn", das immense Rechenleistung und Denkfähigkeiten bietet. Blockchain fungiert als die "Wirbelsäule" oder das Nervensystem – die unveränderliche Vertrauens- und Sicherheitsebene. Wenn man beides kombiniert, können KI-Agenten autonom arbeiten, während die Blockchain sicherstellt, dass jede Transaktion, jede Entscheidung und jede Bewegung von Geldern transparent aufgezeichnet und nachvollziehbar ist. Diese Synergie beseitigt die Notwendigkeit menschlichen Eingreifens in den täglichen Betrieb und ebnet den Weg für wahre, kompromisslose Dezentralisierung. Die Dringlichkeit von dezentraler, Open-Source-KI Wenn KI das Gehirn von Web4 ist, dürfen wir nicht zulassen, dass dieses Gehirn von einer Handvoll riesiger Tech-Unternehmen monopolisiert wird. Derzeit können zentrale KI-Modelle von den Entitäten, die sie kontrollieren, abgeschaltet, zensiert oder als Waffe eingesetzt werden. Deshalb plädiere ich nachdrücklich für Open-Source-KI. Wenn wir wahre Autonomie wollen, muss die Community die Rechenleistung bereitstellen. Wir sehen bereits unglaubliche Fortschritte bei Open-Source-Modellen aus Asien, die sehr zugänglich und kosteneffektiv sind. Wenn der Westen mithalten will, muss er günstige, Open-Source-Modelle annehmen, anstatt sich hinter teuren, geschlossenen Ökosystemen zu verstecken, die von Unternehmens- und Regierungsbeschränkungen getrieben werden. Pragmatismus bei der Einführung durch die Regierung Nachdem ich viele Regierungen in Bezug auf Blockchain-Politik beraten habe, habe ich gelernt, dass Regulierungsbehörden grundsätzlich drei Dinge wollen: Kontrolle, Steuereinnahmen und Produktivität. Sie wollen nichts von reiner Dezentralisierung hören. Wenn ich sie berate, dränge ich nicht auf ideologische Dezentralisierung; ich setze auf praktische Nützlichkeit. Wenn eine Regierung beispielsweise Real World Assets (RWAs) wie nationale Aktien tokenisieren möchte, rate ich davon ab, eine öffentliche Blockchain wie Ethereum oder Solana zu verwenden. Öffentliche Chains setzen sie Front-Running und Datenschutzproblemen aus. Stattdessen leite ich sie zu privaten oder hybriden Blockchains, die 24/7 betriebliche Effizienz und transparente Prüfpfade bieten, ohne die nationale Sicherheit zu gefährden. Menschen als die "Architekten" von Web4 Eine häufige Angst ist, dass KI Menschen obsolet machen wird. Ich möchte alle beruhigen: In Web4 werden Menschen nicht arbeitslos; wir werden zu "Architekten". Wir werden die Schnittstellen, Protokolle und Datenschichten gestalten und dann die Ausführung der KI überlassen. Statt acht Stunden mit manueller Arbeit oder sich wiederholenden digitalen Aufgaben zu verbringen, wird KI 90 % der schweren Arbeit übernehmen und uns mehr Freizeit lassen. Während die semi-automatische Lösung bereits jetzt verfügbar ist, sage ich voraus, dass die vollständige Automatisierung – bei der Robotik und KI nahtlos in physische und digitale Arbeitsabläufe integriert werden – um 2035 reifen wird. Bis dahin besteht unsere Aufgabe darin, zu lernen, wie man diese Systeme effektiv anweist, mit ihnen argumentiert und sie lenkt. Makroökonomie und die Bitcoin-Aussichten Schließlich haben wir das makroökonomische Umfeld und die Preisentwicklung von Bitcoin angesprochen. Die Realität ist, dass Krypto tief mit globaler Liquidität und makroökonomischen Faktoren verbunden ist, insbesondere mit den Ölpreisen und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Wenn die Ölpreise hoch bleiben, wird die Inflation steigen und risikobehaftete Anlagen werden leiden. Damit Bitcoin bis Ende des Jahres 100.000 $ erreicht, benötigen wir ein günstiges makroökonomisches Umfeld: kontrollierte Zinssätze, stabilisierte Ölpreise und Konjunkturschecks, um neue Liquidität in den Markt zu injizieren. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind und wir weiterhin einen Mangel an neuem Geld sehen, ist eine Korrektur auf den Bereich von 44.000 $ Anfang nächsten Jahres sehr wahrscheinlich. Es kommt alles auf die Liquidität an. Umarmt die Zukunft Web4 ist nicht nur ein Schlagwort; es ist die unvermeidliche Evolution des Internets. Das Internet steht kurz davor, für sich selbst zu denken, für sich selbst zu handeln und Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Der Übergang wird nicht über Nacht geschehen, aber das Fundament wird gerade jetzt gelegt. Ich ermutige alle, über den Hype von Web3 hinauszuschauen, die Integration von KI und Blockchain zu akzeptieren und zu beginnen, wie ein Architekt zu denken. Die Zukunft ist automatisiert, dezentralisiert und unglaublich spannend.

Der Beitrag Web4: Die Zukunft der autonomen Intelligenz mit Anndy Lian erschien zuerst auf Anndy Lian von Anndy Lian.