Die britische Finanzaufsichtsbehörde hat vorgeschlagen, dass autorisierte Einzelhandelsinvestmentfonds bis zu 10% ihrer Vermögenswerte in Krypto-Exchange-Traded Notes halten dürfen — ein bedeutender regulatorischer Schritt, der Krypto-Engagement erstmals in das Mainstream-Investmentfonds-Universum im Vereinigten Königreich bringen würde.
Der Vorschlag wurde im vierteljährlichen Konsultationspapier der FCA veröffentlicht und betrifft kollektive Anlageunternehmen in übertragbaren Wertpapieren — bekannt als UCITS-Fonds — sowie einige nicht-UCITS Einzelhandelsfonds. Eine fünfwöchige Konsultationsperiode läuft bis zum 13. Juli.
Was der Vorschlag erlauben würde
Nach dem vorgeschlagenen Rahmen der FCA könnten retailfokussierte autorisierte Fonds bis zu einer Obergrenze von 10% in Krypto-ETNs investieren — vorausgesetzt, die Investition ist konsistent mit den veröffentlichten Anlagezielen und dem Risikoprofil des Fonds. Die 10%-Grenze ist ausdrücklich konservativ. Die FCA beschrieb sie als Festlegung von "konservativen Beschränkungen für Vermögenswerte, denen ein Fonds ausgesetzt sein kann, im Austausch dafür, dass diese Fonds an Retail-Verbraucher vermarktet werden können."
Der Regulierer machte deutlich, dass er nicht glaubt, dass es angemessen ist, Retail-Fonds eine "signifikante Exposition" gegenüber Krypto-Produkten zu erlauben, "angesichts der spekulativen Natur der zugrunde liegenden Krypto-Assets" — die 10%-Grenze als Schutzmaßnahme und nicht als Obergrenze für Ambitionen gerahmt.
Für unregulierte und qualifizierte Anlegerschemata schlug die FCA keine Obergrenze für Krypto-ETN-Bestände vor — aber diese Fonds dürfen nicht an Retail-Anleger vermarktet oder verkauft werden, um eine Trennung zwischen anspruchsvollem und Retail-Kapital aufrechtzuerhalten.
Die FCA deutete auch an, dass sie wahrscheinlich verhindern würde, dass Fonds, die sich auf langfristige Vermögenswerte wie Immobilien konzentrieren, Krypto-ETNs halten, da Krypto nicht mit den Anlagezielen dieser Fonds vereinbar ist.
Warum das wichtig ist: Schließen der Lücke zwischen Retail und Institutionen
Der Vorschlag adressiert direkt eine regulatorische Inkonsistenz, die im August 2025 entstand, als die FCA ihr Verbot für Retail-Anleger, Krypto-ETNs direkt zu handeln, aufhob. Diese Änderung erlaubte es individuellen Retail-Anlegern, Krypto-ETNs über ihre Brokerage-Konten zu kaufen — aber sie erstreckte sich nicht auf die autorisierten Fonds, die dieselben Anleger möglicherweise über ISAs, Pensionsfonds oder andere Pooling-Modelle halten. Die vorgeschlagene 10%-Obergrenze schließt diese Lücke, indem sichergestellt wird, dass Retail-Anleger, die über Fonds auf den Markt zugreifen, einen gleichwertigen — wenn auch begrenzten — Zugang zu Krypto-Produkten haben wie diejenigen, die direkt handeln.
Die FCA stellte den Vorschlag so dar, dass autorisierte Fonds "zeitgemäß und konsistent mit den Anforderungen der Investoren" bleiben, während sichergestellt wird, dass Verbraucher "angemessen geschützt sind und die Märkte gut funktionieren" — eine Sprache, die den Zugang zu Krypto-ETNs als eine Erwartung von Mainstream-Investoren positioniert und nicht als Randanfrage.
Das breitere britische Krypto-Regulierungsbild
Die Konsultation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Vereinigte Königreich systematisch ein umfassendes Krypto-Regulierungsrahmen auf mehreren Fronten gleichzeitig aufbaut. Die FCA und die Bank von England konsultieren gemeinsam über vorgeschlagene Regeln für Stablecoins, Krypto-Custody und Staking. Die Bank von England signalisiert letzten Monat einen sanfteren Ansatz für ihr Stablecoin-Regime nach dem Widerstand der Branche gegen Halteobergrenzen und Reserveanforderungen, von denen Krypto-Unternehmen warnten, sie könnten die Adoption ersticken. Im April stellte die FCA neue Regeln für tokenisierte Fonds auf, um die Blockchain-Akzeptanz durch Vermögensverwalter zu erleichtern und suchte Feedback zu Stablecoin-Emissionen, Handel, Custody und Staking-Leitlinien.
Zusammen schaffen diese regulatorischen Entwicklungen das Vereinigte Königreich als eine der proaktiv konstruktivsten großen Jurisdiktionen für institutionelle Krypto-Adoption — eine Positionierung, die im Gegensatz zum Flickenteppich der US-Regulierungsumgebung steht, in der das CLARITY-Gesetz weiterhin durch Debatten im Senat diskutiert wird.
Der globale Kontext der institutionellen Adoption
Der Vorschlag der FCA kommt zu einem Zeitpunkt, an dem institutionelle Krypto-Adoptionsrahmen in mehreren großen Jurisdiktionen gleichzeitig voranschreiten. Die Liberaldemokratische Partei Japans hat einen rechtlichen Rahmen für den Handel mit Krypto-ETFs vorgeschlagen. Moody's verlieh AAA-Ratings an BlackRock und Fidelity tokenisierte Geldmarktfonds. Das US-Repräsentantenhaus hat sieben Entwürfe für Krypto-Steuerreformen zirkuliert. Und das CLARITY-Gesetz macht weiterhin Fortschritte im Senat.
Ein britisches Regelwerk, das es Retail-Fonds erlaubt, bis zu 10% in Krypto-ETNs zu investieren, würde eine bedeutende Erweiterung des adressierbaren institutionellen Marktes für digitale Assets darstellen — insbesondere angesichts der Tatsache, dass UCITS-Fonds über die europäischen Märkte verteilt sind, nicht nur im Vereinigten Königreich, was die potenzielle Reichweite des Vorschlags erheblich breiter macht als die reinen Inlandszahlen vermuten lassen.

