Gold ist seit Ausbruch des US-Iran-Krieges um nahezu 10% gefallen, weil steigende Ölpreise Investoren verunsichern. Dennoch sorgt die starke Nachfrage aus Schwellenländern dafür, dass der Markt stabil bleibt.
Daten vom Kobeissi Letter zeigen, dass Schwellenländer in den letzten zehn Jahren etwa 70% der weltweiten Goldnachfrage ausgemacht haben. Besonders China und Indien waren entscheidend: Sie machten zusammen fast die Hälfte aller weltweiten Goldkäufe aus und zeigen damit ihren großen Einfluss auf den Markt.
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China bleibt der wichtigste Akteur und steht für 27% der weltweiten Goldnachfrage. Laut dem World Gold Council hat die People’s Bank of China ihre Goldkäufe im März zum 17. Mal in Folge fortgesetzt.
Sie erhöhte die Reserven um 5 Tonnen auf 2.313 Tonnen. Das entspricht etwa 9% der gesamten Fremdwährungsreserven. Insgesamt kaufte China im ersten Quartal 7 Tonnen Gold dazu.
„Der sinkende lokale Goldkurs hat das Interesse chinesischer Investoren an Gold-ETFs nicht gebremst. Im März fiel der Aktienindex CSI300 um 6% und die lokale Währung verlor 0,8% gegenüber dem USD. Diese Faktoren, zusammen mit der Nachfrage nach sicheren Anlagen durch den Krieg zwischen den USA, Israel und Iran und anhaltenden geopolitischen Spannungen in der Region, unterstützten den Kauf von Gold-ETFs in China. Wir haben im ersten Halbmonat zudem einige Käufe bei fallenden Kursen beobachtet“, heißt es im Blog des World Gold Council.
Indien liegt an zweiter Stelle und steht für 21% der globalen Nachfrage. Nach Angaben von ASSOCHAM besitzen indische Privathaushalte Gold im Wert von rund 5 Billionen USD. Damit übertreffen sie die gesamten Reserven der zehn führenden Zentralbanken der Welt.
Laut Schätzung des World Gold Council halten indische Haushalte und Tempel zusammen rund 25.000 Tonnen Gold. Dies entspricht einem Wert von etwa 2,4 Billionen USD.
Das entspricht fast 56% des erwarteten BIP Indiens im Jahr 2026 und zeigt, wie wichtig Gold in Indien traditionell und finanziell ist.
Außerhalb Asiens hatten Nordamerika und Europa mit 11% bzw. 12% einen deutlich geringeren Anteil an der globalen Goldnachfrage. Damit spielen sie bei langfristigen Nachfrage-Trends eine kleinere Rolle.
Auf der Angebotsseite ist der Bergbau weiterhin die wichtigste Quelle und liefert 74% der weltweiten Fördermenge. Afrika führt mit einem Anteil von 26%, gefolgt von Asien mit 19%. Die GUS-Staaten, Mittel- und Südamerika tragen jeweils etwa 15% bei, während Nordamerika 14% ausmacht.
Obwohl geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise den Goldmarkt kurzfristig unter Druck setzen, sorgt die strukturelle Nachfrage aus Schwellenländern, vor allem China und Indien, für ein solides Fundament.
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