Um besser in China, dem größten Markt, Fuß zu fassen und die eigene Forschungs- und Entwicklungsstärke im Automobilbereich zu verstärken, versucht die Daimler AG, mit dem chinesischen Autohersteller Geely über weitere Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen. Laut informierten Quellen haben die beiden Parteien bereits erste Kommunikationsgespräche aufgenommen.
Aus Gründen der internen Vertraulichkeit möchten diese Informanten anonym bleiben. Sie gaben an, dass die Kerninhalte der bisherigen Kontakte hauptsächlich die Zukunftsplanung neuer Modelle nach der bestehenden Produktlinie von Mercedes elektrischen Fahrzeugen betreffen. Derzeit erheben sich lokale chinesische Automarken schnell auf dem Markt, dank äußerst wettbewerbsfähiger Preise und einer sehr schnellen Innovationsgeschwindigkeit. Wenn Mercedes in Zukunft stärker auf die Kräfte von Geely setzen kann, besteht nicht nur die Aussicht, die Entwicklungszyklen der Produkte erheblich zu verkürzen, sondern auch die Ingenieurausgaben in China effektiv zu senken.
Diese internen Personen räumen jedoch auch ein, dass für Mercedes jede Maßnahme zur Vertiefung der Allianz mit Geely von hoher Sensibilität geprägt ist, weshalb die bestehenden vorläufigen Gespräche letztendlich nicht unbedingt in einen formellen Kooperationsvertrag umgesetzt werden können.
Angesichts des öffentlichen Interesses wählte ein Sprecher von Geely, sich nicht dazu zu äußern. Ein Sprecher von Mercedes stellte in einer entsprechenden Erklärung jedoch klar, dass es derzeit zwischen Mercedes-Benz und Geely keine Gespräche über Plattformsharing gibt. Gleichzeitig betonte dieser Sprecher, dass das Unternehmen sowohl auf dem globalen Markt als auch in der Region China aktiv nach neuen Wegen sucht, um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen und die Qualität und Effizienz der Forschung und Entwicklung umfassend zu verbessern.
Tatsächlich sind die Kontakte zwischen diesen beiden Automobilunternehmen ein Spiegelbild des aktuellen Wandels in der europäischen Automobilindustrie. Um sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld zu behaupten, richten immer mehr traditionelle Automobilhersteller ihren Fokus auf Kooperationen mit chinesischen Unternehmen. Wie Bloomberg am Donnerstag berichtete, konzentriert sich der Mutterkonzern von Fiat, Stellantis NV, einerseits auf Investitionen in der amerikanischen Region, andererseits sucht er aktiv nach geeigneten chinesischen Automobilherstellern, um Kooperationsverträge zu unterzeichnen und so das Geschäft in Europa auszubauen. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist die Volkswagen AG, die bereits mit Xpeng Motors zusammenarbeitet, um ihre umfassende Wettbewerbsfähigkeit auf dem chinesischen Markt durch Plattformsharing und andere Diversifizierungsansätze kontinuierlich zu steigern.