📰 Warum ist Bitcoin unter 80.000 Dollar gefallen, obwohl die US-Notenbank stillhält?
Die US-Notenbank ließ die Zinsen am 29. Oktober unverändert, doch Technologiewerte gaben flächendeckend nach. In der Folge fiel Bitcoin im frühen Handel unter die Marke von 80.000 US-Dollar und notiert jetzt bei 78.522 Dollar. Das ist nicht derselbe direkte Belastungsfaktor wie eine Zinserhöhung der US-Notenbank, aber der Markt fragt sich offenbar: Wenn das Geld nicht knapper wird, warum fallen dann die Technologiewerte? Fließt das Geld vielleicht woandershin?
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die US-Notenbank hat diesmal die Zinsen nicht erhöht. Eigentlich sollte das das Vertrauen in den Markt stärken, doch in Wirklichkeit fallen sowohl Technologiewerte als auch Bitcoin. Dahinter stecken zwei widersprüchliche Signale, die der Markt verarbeitet:
1. Die Botschaft der US-Notenbank lautet: „Die Inflation ist nicht akut, aber Risiken bestehen weiterhin.“ Diese vage Haltung hält Anleger davon ab, ihre Positionen vorschnell aufzustocken.
2. Der Rückgang der Technologiewerte deutet darauf hin, dass Unternehmensberichte möglicherweise hinter den Erwartungen zurückbleiben oder große Investoren sich aus diesem Sektor zurückziehen.
Der Fall von Bitcoin unter 80.000 Dollar bedeutet nicht, dass die US-Notenbank den Kurs wie mit einer Zinserhöhung direkt drückt. Vielmehr bewerten Anleger neu, wohin das durch die lockere Geldpolitik verfügbare Kapital fließen sollte. Bitcoin und Technologiewerte fallen zuletzt beide, doch die Gründe dafür sind völlig unterschiedlich. Der Markt wirft sie jedoch in einen Topf.
Auswirkungen auf den Markt
- BTC-/ETH-Kurse: Kurzfristig ist dieses Signal eher negativ. Technologiewerte sind ein wichtiger Indikator für die globalen Kapitalströme. Ihr Rückgang deutet darauf hin, dass Kapital möglicherweise aus Risikoanlagen abgezogen wird. Bitcoin korreliert zwar nicht stark mit Technologiewerten, gehört aber zur selben übergeordneten Anlageklasse.
- Marktstruktur: Der Ansatz des „risikofreien Arbitragehandels“ könnte an Bedeutung gewinnen. Manche hielten es bisher für sinnvoll, Bitcoin zu besitzen und zugleich Bankzinsen zu kassieren. Wenn Bankzinsen nun attraktiver erscheinen, sinkt die Anziehungskraft von Bitcoin.
- Ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit: Zu Beginn des Handelskriegs 2018 hielt die US-Notenbank ebenfalls still, während sowohl US-Aktien als auch Bitcoin fielen. Die aktuelle Lage erinnert ein wenig daran.
Mögliche Vorgehensweise
Wenn die US-Notenbank den Markt wirklich beleben wollte, müsste sie die Zinsen senken. Indem sie jetzt stillhält, lässt sie die Frage offen – die Anleger warten ab. Unter diesen Umständen wirkt der Fall von Bitcoin unter 80.000 Dollar eher wie ein stimmungsbedingter Bruch einer wichtigen Marke als wie eine Verschlechterung der Fundamentaldaten. Sollte die US-Notenbank beim nächsten Mal tatsächlich die Zinsen erhöhen, ist diese Einschätzung hinfällig.
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