Warum funktioniert dieselbe Handelsstrategie bei veränderten Marktbedingungen plötzlich nicht mehr?
Manche Trader kennen dieses Dilemma: Dasselbe Einstiegssignal bringt in einem Aufwärtstrend immer wieder Gewinne, führt in einer Seitwärtsphase jedoch zu mehreren Stop-Loss-Auslösungen in Folge. Kaum hat man sich an den Seitwärtsmarkt angepasst, verpasst man bei einem Trendwechsel plötzlich häufig Gelegenheiten.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Strategie plötzlich versagt. Möglicherweise haben sich einfach die Marktbedingungen geändert.
Erstens erfordern Trend- und Seitwärtsmärkte unterschiedliche Entscheidungslogiken.
In einem Markt mit klarem Trend bewegt sich der Preis eher weiter in die bestehende Richtung, sodass trendfolgende Strategien im Vorteil sein können. In einem Seitwärtsmarkt schwankt der Preis dagegen häufig innerhalb einer bestimmten Spanne. Wer jedem Ausbruch hinterherjagt, gerät dadurch eher in Fehlsignale.
Zweitens beeinflussen Veränderungen der Volatilität die Handelsergebnisse.
Bei zunehmender Marktvolatilität kann ein zuvor angemessener Stop-Loss-Abstand zu eng werden. Nimmt die Volatilität ab, ist der ursprünglich eingeplante Spielraum bis zum Kursziel womöglich nicht mehr sinnvoll. Bleiben die Strategieparameter dauerhaft unverändert, kann sich die Strategie möglicherweise nicht an veränderte Marktbedingungen anpassen.
Drittens sollte man nicht nur auf die Anzahl der Gewinne schauen, sondern auch darauf, unter welchen Bedingungen die Strategie funktioniert.
Selbst eine Strategie mit hoher Trefferquote kann insgesamt unprofitabel sein, wenn einige wenige große Verluste die Gewinne zunichtemachen. Bei der Auswertung sollten die Handelsergebnisse in Trend-, Seitwärts- und Phasen hoher Volatilität getrennt betrachtet und gemeinsam mit dem Chance-Risiko-Verhältnis, dem maximalen Drawdown, den Gebühren und dem Slippage bewertet werden.
Noch wichtiger ist: Ändere die Parameter nicht willkürlich, nur weil du mehrere Verluste in Folge erlitten hast. Lege zunächst klare Kriterien für die Einteilung der Marktbedingungen fest. Prüfe dann anhand historischer Daten und im simulierten Handel, ob Anpassungen tatsächlich wirksam sind, und achte dabei auf Overfitting.
Eine wirklich ausgereifte Strategie erzielt nicht unter allen Marktbedingungen Gewinne. Sie weiß vielmehr genau, für welche Bedingungen sie geeignet ist und wann weniger gehandelt werden sollte.
Im nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit der Frage: Warum kann eine Strategie mit hervorragenden Backtest-Ergebnissen im Live-Handel trotzdem ganz anders abschneiden?
Manche Trader kennen dieses Dilemma: Dasselbe Einstiegssignal bringt in einem Aufwärtstrend immer wieder Gewinne, führt in einer Seitwärtsphase jedoch zu mehreren Stop-Loss-Auslösungen in Folge. Kaum hat man sich an den Seitwärtsmarkt angepasst, verpasst man bei einem Trendwechsel plötzlich häufig Gelegenheiten.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Strategie plötzlich versagt. Möglicherweise haben sich einfach die Marktbedingungen geändert.
Erstens erfordern Trend- und Seitwärtsmärkte unterschiedliche Entscheidungslogiken.
In einem Markt mit klarem Trend bewegt sich der Preis eher weiter in die bestehende Richtung, sodass trendfolgende Strategien im Vorteil sein können. In einem Seitwärtsmarkt schwankt der Preis dagegen häufig innerhalb einer bestimmten Spanne. Wer jedem Ausbruch hinterherjagt, gerät dadurch eher in Fehlsignale.
Zweitens beeinflussen Veränderungen der Volatilität die Handelsergebnisse.
Bei zunehmender Marktvolatilität kann ein zuvor angemessener Stop-Loss-Abstand zu eng werden. Nimmt die Volatilität ab, ist der ursprünglich eingeplante Spielraum bis zum Kursziel womöglich nicht mehr sinnvoll. Bleiben die Strategieparameter dauerhaft unverändert, kann sich die Strategie möglicherweise nicht an veränderte Marktbedingungen anpassen.
Drittens sollte man nicht nur auf die Anzahl der Gewinne schauen, sondern auch darauf, unter welchen Bedingungen die Strategie funktioniert.
Selbst eine Strategie mit hoher Trefferquote kann insgesamt unprofitabel sein, wenn einige wenige große Verluste die Gewinne zunichtemachen. Bei der Auswertung sollten die Handelsergebnisse in Trend-, Seitwärts- und Phasen hoher Volatilität getrennt betrachtet und gemeinsam mit dem Chance-Risiko-Verhältnis, dem maximalen Drawdown, den Gebühren und dem Slippage bewertet werden.
Noch wichtiger ist: Ändere die Parameter nicht willkürlich, nur weil du mehrere Verluste in Folge erlitten hast. Lege zunächst klare Kriterien für die Einteilung der Marktbedingungen fest. Prüfe dann anhand historischer Daten und im simulierten Handel, ob Anpassungen tatsächlich wirksam sind, und achte dabei auf Overfitting.
Eine wirklich ausgereifte Strategie erzielt nicht unter allen Marktbedingungen Gewinne. Sie weiß vielmehr genau, für welche Bedingungen sie geeignet ist und wann weniger gehandelt werden sollte.
Im nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit der Frage: Warum kann eine Strategie mit hervorragenden Backtest-Ergebnissen im Live-Handel trotzdem ganz anders abschneiden?