Freitag, 16:00 Uhr – in allen Büros in China läuft dasselbe Schauspiel.

Jemand schaltet auf dem Bildschirm zum Wochenbericht um, während der Blick aus dem Augenwinkel an der Uhr unten rechts hängen bleibt;
jemand geht schon mal in die Teeküche, um Wasser zu holen, und dreht auf dem Weg gleich drei „Spaziergänge“ durch den Flur;
am Aufzug bildet sich eine Schlange. Mit den Worten „Ich checke nur noch schnell meine E-Mails“ stehen sie mit dem Körper längst im Aufzugsvorraum.

Am meisten zu tun hat der Drucker in der Ecke: Unter der Woche beachtet ihn keiner, doch freitags um vier spuckt er plötzlich ratternd „Wochenberichte“ aus – als würde er dieser Woche seinen Stempel aufdrücken und einen Schlusspunkt setzen.

Ehrlich gesagt ist diese kleine Schummelei keine Faulenzerei, sondern die letzte Würde von Erwachsenen. Eine ganze Woche lang haben KPI-Vorgaben, Meetings und Deadlines auf uns gelastet. Pünktlich Feierabend zu machen und in Ruhe etwas Leckeres zu essen, ist unsere Belohnung für diese Woche. Der Drucker hat die letzte Seite ausgespuckt, aber der Chef ist noch da? Dann öffnen wir eben noch eine Excel-Datei und spielen bis zur letzten Sekunde mit – der Glückshöhepunkt liegt immer in der letzten Stunde vor Feierabend.

Um wie viel Uhr beginnt bei euch freitags die „Vorstellung“? Tauschen wir in den Kommentaren die Geheimzeichen aus 😄

Quelle: Originalbeobachtung aus dem Alltag