Ich habe viele optimistische Bitcoin-Charts gesehen, aber was mir an diesem Chart aufgefallen ist, ist nicht das Kursziel von 160.000 bis 180.000 Dollar, sondern der monatliche MACD.

Betrachtet man den von Crypto Rover geteilten Chart, scheint der Momentum-Indikator nach einer langen Phase unterhalb der Nulllinie wieder nach oben zu drehen. Sollte sich diese beginnende Bewegung zu einem bestätigten bullischen Crossover entwickeln, könnte das darauf hindeuten, dass sich das langfristige Bitcoin-Momentum erneut verändert.

Doch es gibt einen Unterschied zwischen dem Erkennen eines frühen Signals und der Annahme, dass die nächste große Rallye garantiert ist.

Das MACD-Setup sollte man im Auge behalten

Was mir auffällt, ist, wie stark sich das Momentum im Vergleich zu früheren Aufwärtsphasen verdichtet hat.

Historisch gesehen folgten die stärksten Bitcoin-Rallyes häufig auf Phasen nachlassenden Abwärtsmomentums, in denen die Käufer allmählich wieder die Kontrolle übernahmen. Der monatliche Zeitrahmen ist hier wichtig, weil er einen Großteil des Rauschens herausfiltert, das Signale in kürzeren Zeitrahmen unzuverlässig macht.

Der Screenshot allein bestätigt jedoch nicht, dass ein bullischer Crossover abgeschlossen ist. Ich würde gerne sehen, dass die MACD-Linie die Signallinie nach oben kreuzt, das Histogramm eindeutig in den positiven Bereich wechselt und die darauffolgenden Monatskerzen den Aufbau des Momentums bestätigen.

Meiner Meinung nach würde ich der Möglichkeit, dass der Markt in eine weitere große Expansionsphase eintritt, deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken, wenn sich der Crossover bestätigt und sich gleichzeitig die Kursstruktur verbessert.

Kann BTC wirklich 160.000–180.000 US-Dollar erreichen?

Ich würde diese Spanne nicht ausschließen, aber ich würde sie als bullisches Szenario betrachten und nicht als garantiertes Ziel.

Bitcoin hatte im Oktober 2025 bereits ein neues Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar erreicht, bevor es zu einer deutlichen Korrektur kam. Bis Oktober 2026 hatte sich der Kurs erholt und näherte sich wieder der Spanne von 80.000–85.000 US-Dollar, doch der Markt stand weiterhin unter dem Druck makroökonomischer Faktoren und es gab Zweifel an der Stärke der institutionellen Nachfrage.

Für mich hängt die nächste Bewegung von drei Dingen ab.

1. Wichtige Widerstandsniveaus zurückerobern

BTC muss eine stärkere Marktstruktur aufbauen, wichtige Widerstandsniveaus zurückerobern und sich bei Rücksetzern darüber halten. Ein kurzer Docht über dem Widerstand reicht nicht aus. Ich möchte sehen, dass die Käufer den Ausbruch verteidigen.

2. Echte Nachfrage am Spotmarkt kehrt zurück

Zuflüsse in ETFs können eine spürbare Unterstützung bieten, doch dieser Trend muss anhalten. Jüngste Marktberichte haben hervorgehoben, dass die institutionelle Nachfrage nachlassen kann, selbst wenn der Bitcoin-Kurs stabil wirkt. Ich würde lieber anhaltende Käufe sehen, statt davon auszugehen, dass jeder Rücksetzer aufgekauft wird.

3. Verbesserung der Liquiditätsbedingungen

Diesen Aspekt übersehen Trader manchmal. Bitcoin kann ein bullisches technisches Setup aufweisen und trotzdem Schwierigkeiten haben, wenn sich die Finanzierungsbedingungen verschärfen. Zinssätze, Renditen von Staatsanleihen, der Dollar und die allgemeine Risikobereitschaft können sich alle darauf auswirken, wie weit die Rallye reicht.

Mein Fahrplan für BTC

So würde ich mit diesem Setup umgehen, statt gedankenlos zu kaufen, nur weil jemand ein sechsstelliges Kursziel veröffentlicht hat.

Bullisches Szenario: Das monatliche Momentum bestätigt seine Stärke, BTC durchbricht den Widerstand und die Nachfrage am Spotmarkt nimmt zu. In diesem Fall wird der Bereich um 100.000 US-Dollar zu einer wichtigen Etappe, gefolgt vom beobachtenswerten Bereich von 120.000–130.000 US-Dollar. Überwindet der Kurs sein bisheriges Hoch und stabilisiert sich darüber, wird der Bereich von 160.000–180.000 US-Dollar zu einem möglichen Ziel für eine Ausdehnung der Rallye.

Neutrales Szenario: Der MACD beginnt sich nach oben zu drehen, aber Bitcoin bleibt unter dem Widerstand gefangen. Das Momentum könnte sich verbessern, ohne dass es sofort zu einem Ausbruch kommt. Ich warte lieber auf eine Bestätigung durch den Kurs, statt der Bewegung vorzugreifen.

Bärisches Szenario: Das entstehende MACD-Setup scheitert, der Widerstand hält stand und BTC verliert etablierte Unterstützungsniveaus. Das würde die bullische These schwächen und Raum für eine weitere deutliche Korrektur lassen.

Dies sind bedingte Szenarien und keine bestätigten Kursziele. Der Screenshot liefert nicht genügend Informationen, um genaue Einstiegs-, Stop-Loss- oder Invalidierungsniveaus festzulegen.

Der größte Fehler ist, eine Prognose zu kaufen, statt auf Grundlage des Setups zu handeln

Persönlich finde ich den monatlichen MACD interessanter als das genannte Ziel.

Eine mögliche Momentumwende nach einer längeren Korrektur ist es wert, beobachtet zu werden – insbesondere, wenn die Kursbewegung beginnt, sie zu bestätigen.

Der Indikator sagt uns jedoch nicht genau, wann die Bewegung stattfinden wird, und schon gar nicht, bei welchem Niveau Bitcoin seinen Höchststand erreichen wird.

Ich achte auf eine Bestätigung, eine zunehmende Nachfrage am Spotmarkt und eine klare Rückeroberung des Widerstands. Wenn diese Faktoren zusammenkommen, wird das bullische Argument überzeugender. Bis dahin bleibt die Spanne von 160.000–180.000 US-Dollar ein Szenario, auf das man sich vorbereiten sollte, und kein Versprechen, auf dessen Grundlage man handeln sollte.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob Bitcoin 180.000 US-Dollar erreichen kann, sondern ob der Markt die nötige Struktur und Nachfrage aufbauen wird, um eine solche Bewegung zu rechtfertigen.

Dies ist keine Finanzberatung. Es handelt sich um bedingte Marktszenarien, nicht um Garantien. Achte immer auf ein angemessenes Risikomanagement.

#BTC