Heiße CPI-Zahlen. Sofortiger Abverkauf. Doch die eigentliche Geschichte steckt nicht in der Gesamtzahl. #CPIWatch
Die Inflationsdaten für September fielen gerade höher aus, als die Wall Street gehofft hatte – und Bitcoin bekam die Quittung innerhalb von fünf Minuten. #Bitcoin #Crypto
Die Zahlen
Gesamt-CPI: +0,6 % zum Vormonat, +3,7 % zum Vorjahr – über dem Konsens von 3,6 % und ein Anstieg gegenüber 3,4 % im August. Kern-CPI: +0,3 % zum Vormonat, +2,6 % zum Vorjahr – und damit in beiden Fällen besser als erwartet.
Doch schauen wir genauer hin. Allein die Benzinpreise sprangen innerhalb eines Monats um 9,1 % nach oben und waren für mehr als die Hälfte des gesamten Anstiegs des Gesamt-CPI verantwortlich. Die Energiepreise liegen 20,4 % über dem Vorjahresniveau. Die Lebensmittelpreise blieben unverändert. Die Wohnkosten beschleunigten sich erneut auf +0,4 %.
Übersetzung: Das war ein Gaspreisschock bei gleichzeitig robustem Kern — keine breit angelegte Überhitzung der Nachfrage.
Die erste Reaktion des Marktes
$BTC fiel innerhalb von etwa fünf Minuten um rund 1.000 $, von knapp 83.800 $ auf etwa 82.800 $, bevor sich der Kurs stabilisierte. $ETH rutschte unter 2.500 $ und gab im weiteren Handelsverlauf weiter nach. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang um 9–10 Basispunkte auf rund 5,30 %, die zweijährige Rendite stieg um 13–14 Basispunkte, und der Dollar erreichte ein 18-Monats-Hoch. Gold verlor etwa 1,5 %.
Der Anleihemarkt richtete den eigentlichen Schaden an. Händler verdoppelten in etwa die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Fed-Zinserhöhung bei der Sitzung am 27.–28. Oktober — von rund 22 % vor der Veröffentlichung auf etwa 40–49 % danach.
Was das wirklich bedeutet
Ja, die Zahlen fielen heiß aus. Nein, das bedeutet nicht automatisch eine Zinserhöhungsspirale.
Erstens zielt die Fed gar nicht auf den CPI ab — ihr Ziel ist der PCE, bei dem Wohnkosten deutlich geringer gewichtet werden und der Substitution berücksichtigt. Zweitens ist ein Teil des Anstiegs im Jahresvergleich ein mechanischer Basiseffekt. Drittens wird morgen (15. Oktober) der PPI veröffentlicht, und vor dem FOMC folgt das Beige Book — beides könnte diese Deutung schnell abschwächen.
Auch die Geschichte mahnt zur Vorsicht. Heiße CPI-Zahlen lösen meist einen schnellen Ausverkauf aus — Bitcoin fiel bei der heißen Veröffentlichung im Februar 2024 im Tagesverlauf um etwa 6 % —, doch die erste Bewegung ist oft nicht die letzte des Tages. Zudem sind die Kursbewegungen an CPI-Tagen kleiner geworden, seit Spot-ETFs verändert haben, wer der marginale Käufer ist.
Wichtige Marken
Bei $BTC ist die Marke von 82.000 $ entscheidend — ein klarer Bruch darunter öffnet den Weg zu 81.000 $ und dann 80.000 $. Nach oben liegt der erste Widerstand bei 84.000–84.300 $, danach bei 85.000 $. Eine Rückeroberung der Marke von 84.000 $ wäre ein Zeichen dafür, dass der CPI-Ausverkauf eine Überreaktion und kein Trendwechsel war. Ein Tagesschluss unter 82.000 $ signalisiert, dass die Bären bis zum FOMC das Kommando haben.
Schau dir das $BTC Diagramm selbst an — diese Woche geht es darum, auf die Reaktion zu handeln, nicht darum, eine Position einzurichten und sich dann nicht mehr darum zu kümmern.
Eine einzige heiße Veröffentlichung ändert nicht den gesamten Zyklus. Aber sie macht den 28. Oktober deutlich spannender.
Keine Finanzberatung. Recherchiere selbst.