Wird „Vordrängeln gegen Gebühr“ bald in die Regeln öffentlicher Blockchains aufgenommen?

Laut einem Bericht von CoinDesk vom 9. Oktober, der sich auf mit der Sache vertraute Personen beruft, prüft Robinhood Chain eine neue Transaktionssortierungstechnologie von Arbitrum namens „Priority Gas Auctions“ (vorrangige Gas-Auktionen). Sie ermöglicht es Händlern, höhere Gebühren zu zahlen, damit ihre Transaktionen vor denen anderer verarbeitet werden.

Einfach gesagt: „Vordrängeln gegen Gebühr“ – wer zahlen kann, bekommt für seine Transaktion die Überholspur.

Ein paar wichtige Punkte im Überblick:

1️⃣ Die Vorgeschichte der Technologie
Arbitrum hatte bereits zuvor mit Timeboost eine gebührenpflichtige Sortiertechnologie. Zahlende Nutzer erhielten dabei einen Sortierungsvorsprung von 200 Millisekunden. Am 24. September ersetzte Arbitrum Timeboost jedoch durch das neue Modell Priority Gas Auctions: Statt eines „festen Vorsprungs“ gilt nun das Auktionsprinzip „Wer am meisten bietet, gewinnt“. Robinhood Chain nutzte bislang eine Sortierung nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ und hatte nicht einmal Timeboost eingesetzt. Nun prüft das Unternehmen direkt die neue Version.

2️⃣ Warum Robinhood?
Robinhood Chain ist eine im Juli dieses Jahres gestartete, mit Ethereum kompatible Layer-2-Blockchain. Ihr Schwerpunkt liegt auf realen Vermögenswerten wie tokenisierten Aktien; beim TVL hat sie sich bereits unter die zehn größten vorgearbeitet. Nicht vergessen: Robinhood verdient mit seinem traditionellen Brokerage-Geschäft über „Payment for Order Flow“ – Market Maker zahlen dem Broker dafür, dessen Kundenaufträge zu übernehmen. Nun könnte diese Logik des „Vorrangs gegen Gebühr“ unverändert auf die Blockchain übertragen werden.

3️⃣ Fairness oder Privileg?
Befürworter sagen: Wenn das Sortierrecht offen versteigert wird, ist das transparenter als heimliches Front-Running und MEV-Sandwich-Angriffe. Institutionen müssen sich zumindest nicht mehr im Geheimen bei den Sortierern einschmeicheln. Kritiker befürchten: Die gewöhnlichen Transaktionen von Kleinanlegern werden immer hinter denen zahlender Institutionen eingeordnet. Das vielgepriesene „faire On-Chain-Handeln“ mit tokenisierten Aktien könnte so zu „Wer mehr bietet, wird zuerst bedient“ werden. In einem Markt für tokenisierte Vermögenswerte, in dem Regulierung und Fairness besonders wichtig sind, wird diese Kontroverse nur noch stärker in den Vordergrund rücken.

Robinhood lehnte bislang eine Stellungnahme zu der Prüfung ab. Die Meldung stammt von anonymen, mit der Sache vertrauten Personen; ob das Vorhaben letztlich umgesetzt wird, ist noch unklar. Die Bedeutung als Richtungsweiser ist jedoch klar: Mit dem Wachstum des Marktes für tokenisierte Aktien wird das „Execution Design“ von Blockchains für tokenisierte Vermögenswerte zu einem neuen Wettbewerbsfeld – wer zuerst ausgeführt wird und warum, darüber wird künftig mit Geld abgestimmt.

Wenn eine gebührenpflichtige Sortierung zum Standard wird, muss die Satoshi-artige Fairness nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vielleicht tatsächlich dem Auktionshaus weichen.

#Robinhood #MEV #Arbitrum
$ARB $ETH

Dies stellt keine Anlageberatung dar. DYOR – eigene Recherche ist unerlässlich. Der Handel ist mit Risiken verbunden.