Das ist eine wichtige Frage auf den heutigen digitalen Finanzmärkten. Der Islam verbietet weder Geschäfte noch Gewinne, legt jedoch klare Grundsätze für erlaubte Transaktionen fest.

Allah, der Erhabene, sagt:

„Allah hat den Handel erlaubt und Riba verboten.“

(Koran 2:275)

Zugleich verbietet der Koran, Vermögen auf unrechtmäßige oder ungültige Weise zu verzehren:

„Verzehrt nicht unrechtmäßig das Vermögen untereinander, sondern nur durch Handel im gegenseitigen Einvernehmen.“

(Koran 4:29)

🔍 Wo liegen die Bedenken?

Beim herkömmlichen Handel mit Krypto-Futures können mehrere Aspekte erhebliche Bedenken hinsichtlich der Scharia aufwerfen:

1️⃣ Gharar — Übermäßige Unsicherheit

Der Prophet ﷺ verbot Geschäfte, die mit übermäßiger Unsicherheit (Gharar) verbunden sind.

Sahih Muslim überliefert das Verbot von Bay‘ al-Gharar.

Futures-Kontrakte können Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Lieferung, des Eigentums und der Abwicklung des zugrunde liegenden Vermögenswerts mit sich bringen.

2️⃣ Maysir — Glücksspielähnliche Spekulation

Im Koran heißt es:

„Wahrlich, Rauschmittel, Glücksspiel, Götzenbilder und Lospfeile sind ein Gräuel und gehören zum Werk Satans. So meidet sie.“

(Koran 5:90)

Wenn es beim Handel in erster Linie darum geht, darauf zu wetten, ob ein Preis steigt oder fällt, ohne tatsächlichen Besitz oder eine echte Investition, kann dies das schwerwiegende Problem von Maysir/Qimar aufwerfen.

3️⃣ Riba — Zinsen

Bei manchen gehebelten Handelsgeschäften können Zinsen oder zinsähnliche Gebühren anfallen. Allah verbietet Riba ausdrücklich (Koran 2:275–279).

Deshalb muss ein Muslim Hebel, Finanzierungsmechanismen, Kreditgebühren und andere Kosten sorgfältig prüfen, statt davon auszugehen, dass jedes Handelsprodukt mit der Scharia vereinbar ist.

4️⃣ Verkaufen, was man nicht besitzt

Der Prophet ﷺ sagte:

„Verkaufe nicht, was du nicht besitzt.“

(Sunan Abi Dawud, 3503; Jami‘ at-Tirmidhi, 1232)

Dieser Grundsatz ist besonders relevant bei der Prüfung von Derivatkontrakten, bei denen der Händler die zugrunde liegende Kryptowährung möglicherweise nicht tatsächlich besitzt.

🕌 Was ist die sicherere Alternative?

Wer an den Kryptomärkten teilnehmen möchte, ist mit Spotgeschäften, bei denen tatsächlich Eigentum und Besitz vorliegen und Riba, übermäßiger Gharar sowie glücksspielähnliche Spekulation vermieden werden, im Allgemeinen näher an den klassischen Grundsätzen des islamischen Handels als mit herkömmlichen gehebelten Futures.

Kryptowährungen selbst sind jedoch ein aktuelles Thema, zu dem Gelehrte unterschiedliche Ansichten vertreten. Daher kann das Urteil vom Vermögenswert, der Vertragsstruktur, der Plattform und den genauen Bedingungen der Transaktion abhängen.

⚠️ Abschließende Erinnerung

Ein Muslim sollte nicht nur fragen:

„Wie viel kann ich verdienen?“

Die wichtigere Frage lautet:

„Ist die Art und Weise, wie ich es verdiene, erlaubt?“

Bevor du mit Krypto-Futures oder gehebelten Produkten handelst, wende dich an einen qualifizierten Scharia-Gelehrten oder Experten für islamische Finanzen, der sich mit der tatsächlichen Funktionsweise moderner Derivate auskennt.

Schütze dein Vermögen – aber auch deinen Glauben. 🤲

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