Öffentliche Blockchains wurden als transparent verkauft. Im Jahr 2026 hat Transparenz einen neuen Feind: billige, unermüdliche KI, die die Punkte verknüpfen kann. Michael Zhao von Grayscale Research nutzte diese Woche die CoinDesk-Kolumne Crypto Long and Short, um zu argumentieren, dass sich dadurch der Fall für Zcash verändert, und die Zahlen, die er anführt, verdienen einen genaueren Blick.
📌 Das Argument
Zhaos Aussage ist simpel. Jede Transaktion auf einer öffentlichen Kette ist dauerhaft, und KI macht es nun günstig, Wallets mit Börsenkonten, Datenlecks, Social-Media-Posts und Zeitmustern zu verknüpfen. Eine Zahlung, die 2019 anonym wirkte, kann 2026 enttarnt werden, ohne dass irgendjemand die Kryptografie brechen muss. Grayscale bezeichnet das als eine dritte Welle der Sorge um finanzielle Privatsphäre – nach den 1970er- und den 1990er-Jahren – und sagt, Privatsphäre müsse von Anfang an in ein Netzwerk eingebaut werden, weil sich ein öffentliches Ledger später nicht mehr privatisieren lässt.
📊 Die Zahlen
• Rund 4,9 Millionen $ZEC >sit im geschützten Pool, nahe 29% von allen je abgebauten ZEC, laut Grayscale.
• Geschützte Transaktionen sind in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen, während transparente unverändert blieben.
• ZEC stieg ungefähr um 2.300% zwischen September 2025 und September 2026, laut dem Beitrag.
• Der Spot-Zcash-Fonds von Grayscale, der im August an der NYSE gelistet wurde, sammelte innerhalb von etwas mehr als einem Monat knapp 1 Milliarde US-Dollar ein. Er ist nicht unter dem Investment Company Act von 1940 registriert, und sein Prospekt sagt, dass eine Investition in den Fonds keine direkte Investition in ZEC darstellt.
• Heute liegt der Kurs bei rund 1.236 US-Dollar, am Tag um etwa 6,6% gefallen und in der Woche um 13,9%, laut CoinGecko – etwa 61% unter seinem Allzeithoch.
🔍 So funktioniert das Sharding/Shielding
Zcash wurde 2016 aus dem Code von Bitcoin heraus gestartet und behält das Limit von 21 Millionen Coins bei. Eine geschützte Transaktion ermöglicht es dem Netzwerk, eine Zahlung zu verifizieren, ohne Absender, Empfänger oder Betrag offenzulegen. Viewing Keys erlauben es einem Nutzer, ausgewählte Details mit einem Regulierer oder einem Geschäftspartner zu teilen, ohne die Kontrolle über die Gelder aufzugeben. Für Unternehmen gibt es dafür einen einfachen Grund: Gehaltslisten und Lieferantenlisten sind keine Dinge, die man für Wettbewerber veröffentlicht. Zhao merkt außerdem an, dass die Privatsphäre mit der Nutzung stärker wird, weil jede geschützte Transaktion es immer schwerer macht, einzelne Personen gezielt herauszugreifen.
⚖️ Bullen- vs. Bären-Szenario
• Bulle: KI-Überwachung macht Privatsphäre zu einer Funktion, für die Menschen bezahlen werden, der Anteil der geschützten Nutzung steigt weiter, und der ETF gibt traditionellen Investoren eine Hülle.
• Bär: AML-Vorgaben und MiCA bewegen sich Richtung automatisierter Berichterstattung, was mit selektiver Offenlegung kollidieren könnte, und ein wöchentlicher Rückgang von 14% nach einem Plus von 2.300% im Jahr zeigt, wie viel von der Bewegung spekulativ war.
• Neutral: Das Ironwood-Upgrade wurde im Juli 2026 ausgeliefert, also schreitet die technische Roadmap voran – unabhängig davon, wie sich der Kurs entwickelt.
👀 Worauf als Nächstes zu achten ist
• Der Anteil des geschützten Pools; ein Schritt deutlich über 29% würde die Nutzungsgeschichte bestätigen.
• Zuflüsse in den Grayscale-Fonds, sobald der Preis wieder abgekühlt ist.
• Jede regulatorische Aussage in Europa oder den USA, die sich konkret mit Coins zur selektiven Offenlegung befasst.
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💡 Mein Fazit: Zhao’ stärkster Punkt hat gar nichts Spezielles mit Zcash zu tun – sondern damit, dass „standardmäßig öffentlich“ in einer Welt mit KI schlecht altert. Ob ZEC diese Nachfrage abgreift, hängt ebenso von den Regulierern ab wie vom Code, und die Kursbewegung dieser Woche zeigt, dass der Markt sich noch nicht entschieden hat.
💬 Ist On-Chain-Privatsphäre ein Recht, eine Funktion oder ein regulatorisches Problem, das erst noch auf uns zukommt?