Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat in den jüngsten Tagen auf der Plattform Truth Social eine Erklärung abgegeben, in der er sich vehement gegen eine Verschärfung der Regulierung im Bereich der künstlichen Intelligenz ausspricht. Er argumentierte, strenge Branchenregeln würden lokale Unternehmen womöglich in den Ruin treiben, und bezeichnete die Warnung vor einer sogenannten „KI-Herrschaft, die sogar die Menschheit zerstört“, als Betrug. Außerdem erwähnte er, die Führung in China werde die Entwicklung von KI nicht ausbremsen, und führte als Beispiel an, dass Google plane, in Finnland einen großen Rechenzentrumsbau aufzubauen, weil es wegen des in den USA als zu kompliziert empfundenen Genehmigungsprozesses so lange dauern würde. Er forderte deshalb, die Genehmigungsauflagen im Inland zu lockern, und erklärte offen, dass KI und Rechenzentren zu den größten wirtschaftlichen Wachstumsmotoren der Geschichte werden würden.

Aus der Perspektive des Makropolitik-Ringens sendete Trumps Stellungnahme ein klares Signal für Deregulierung. Doch die narrative Logik, den KI-Wettbewerb zu absolut zu setzen und zu geopolitischem Streit zu machen, lässt die Marktteilnehmer schnell Sorge haben, dass es zu einer übermäßigen und ungeordneten Ausweitung der Branche kommt. Die unbedachte Aufhebung von Genehmigungen und Sicherheitsbarrieren kann zwar kurzfristig den Kapitalausgaben-Bedarf der Technologieriesen bedienen, aber mittelfristig und langfristig häufen sich die Risiken im Verhältnis zu den Stromversorgungskapazitäten: Stromengpässe, eine Überlastung der Energieinfrastruktur sowie potenzielle Risiken von technischen Immobilien- oder „Technologieblasen“ sammeln sich in rasanterem Tempo.

Auf dem traditionellen Finanzmarkt würden solche radikalen Positionen typischerweise kurzfristig die spekulative Stimmung bei KI-Aktien sowie bei energieintensiven Infrastrukturwerten anheizen. Gleichzeitig würde dies jedoch bedeuten, dass sich der Kapitalausgaben-Zyklus in der Tech-Branche verlängert und die Inflationserwartungen weiter nach oben treibt. Vor dem Hintergrund, dass die Aussichten auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed weiterhin ungewiss sind, kann eine Bewertungs-Ausweitung ohne tatsächliche Cashflow-Unterstützung jederzeit auf eine Gegenreaktion stoßen, wenn die makroökonomische Liquidität wieder stärker eingeschränkt wird—was die Volatilität der Aktienindizes erhöhen dürfte.

Für den Markt digitaler Vermögenswerte führen KI-Themen-Token häufig zu impulsartigen Kursanstiegen als Reaktion auf derartige politische Äußerungen. Anleger sollten jedoch davor gewarnt sein, dass nach dem Abklingen der Stimmung die Liquidität austrocknen könnte. Zwar schafft die Erwartung einer Deregulierung Raum für Narrative, in denen sich KI und Web3 miteinander verbinden, doch in einem Umfeld hoher Zinsen werden Projekte, die sich lediglich auf makroökonomische Schlagworte stützen und keine echte Umsetzung vorweisen, sehr leicht zu Liquiditätsfallen. Es wird empfohlen, risikobehaftete Vermögenswerte mit nüchterner Sorgfalt zu prüfen.

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