Die vom US-Arbeitsministerium zuletzt veröffentlichten Inflationsdaten für August zeigen, dass der Kern-CPI im Monatsvergleich um 0,3% gestiegen ist und damit die Erwartungen von Ökonomen zuvor von 0,2% übertroffen hat. Der Gesamt-CPI stieg im Monatsvergleich um 0,4% und erreichte damit den stärksten Zuwachs seit Mai; im Jahresvergleich bleibt er bei 3,5%. Angesichts der geopolitischen Lage rund um den Iran und eines starken Rückpralls bei den Energiepreisen ist der durchschnittliche US-Gaspreis auf 4,30 US-Dollar pro Gallone gestiegen und hat den Inflationsdruck unmittelbar angeheizt – und damit die zuvor optimistischen Erwartungen des Marktes von einem stabilen Rückgang der Inflation vollständig durchbrochen.

Diese Daten stellen für die Zinsentscheidung der US-Notenbank, die am 15. bis 16. September ansteht, eine erhebliche politische Herausforderung dar. Die US-Inflationsrate liegt derzeit seit Jahren durchgehend über dem Ziel von 2%. Zudem führen die durch den Aufbau von KI-Infrastruktur verursachten steigenden Lieferkettenkosten dazu, dass die Hartnäckigkeit der Kerninflation im Dienstleistungsbereich weiterhin zäh bleibt. Nach der Veröffentlichung der Daten ist die Markterwartung für eine zusätzliche Zinserhöhung um 25 Basispunkte in der kommenden Woche rasch von 70% auf 85% gestiegen. Unterschiedliche Auffassungen innerhalb der Behörden dürften die Unsicherheit der Geldpolitik weiter verstärken.

Auf makrofinanzieller Ebene führen anhaltende Erwartungen einer restriktiven Geldpolitik in Verbindung mit geopolitischen Risiken zu einer Divergenz zwischen der Entwicklung klassischer Safe-Haven-Assets und risikobehafteter Anlagen. Der Spot-Goldpreis stieg im Tagesverlauf um 1,24% auf 4370 US-Dollar je Unze, während der Spot-Silberpreis um mehr als 2% auf 64,84 US-Dollar je Unze zulegte – ein Zeichen für eine ausgeprägte Absicherungsstimmung. Die US-Staatsanleiherenditen und der US-Dollar-Index stehen unter Aufwärtsdruck, da die Wette auf weitere Zinsschritte anzieht; das globale Liquiditätsumfeld dürfte längerfristig eher angespannt bleiben.

Für den Kryptomarkt ist die Rückkehr von hoher Inflation und Zinserhöhungserwartungen zweifellos ein klar negatives Signal, das besonders aufmerksam beobachtet werden sollte. Vor dem Hintergrund, dass sich Zuflüsse in risikoarme Mittel in Richtung Edelmetalle und andere traditionelle Vermögenswerte verlagern, gerät die Liquiditätsunterstützung für Kryptowerte wie $BTC unter Druck. Anleger müssen Vorsichtsmaßnahmen treffen, um einen möglichen Bewertungsdruck aufgrund einer längeren Straffungsphase abzufedern; kurzfristig sollten sie eine defensive Haltung einnehmen und die konkreten Leitlinien der geldpolitischen Sitzung in der kommenden Woche genau im Blick behalten.

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