Unmittelbar vor dem Gipfel der BRICS-Staaten in Neu-Delhi arbeiten die Zentralbanken Russlands und Indiens an der Einführung eines bilateralen Abwicklungsmechanismus für den Handel mit Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC). Die russische Seite hat bereits am 1. September den Digitalrubel eingeführt; Indien testet ebenfalls seine digitale Währung und unterstützt diese Initiative. Gleichzeitig ist der iranische Präsident Ebrahim Raisi am Freitag in Neu-Delhi eingetroffen und plant ein Treffen mit Indiens Premierminister Narendra Modi. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lage in der Straße von Hormus sowie die Risiken, dass sich der Konflikt im Nahen Osten ausweitet. Derzeit sind die Beziehungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die sich 2024 den BRICS anschließen werden, äußerst angespannt, was die komplexen geopolitischen Machtspiele innerhalb dieses Bündnisses verdeutlicht.

Aus makrostrategischer Sicht rücken die Entdollarisierungs-Erzählung und die geopolitischen Energie-Risiken erneut in den globalen Fokus. Die Annäherung erdölexportierender Länder im Nahen Osten an wichtige Schwellenländer beschleunigt offenbar den Aufbau eines Abwicklungssystems, das unabhängig vom SWIFT-Rahmen funktioniert. Doch die internen Interessengegensätze – insbesondere der Konflikt zwischen dem Iran und den Golfstaaten – machen die tatsächliche Umsetzungswirksamkeit dieser multilateralen Zusammenarbeit äußerst ungewiss und mit erheblichen Vollzugshemmnissen behaftet.

Diese Serie geopolitischer und entdollarisierungsbezogener Vorstöße setzt den traditionellen Finanzmärkten gleich doppelt zu. Die Risiken für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und die Energiesicherheit erhöhen die Risikoaufschläge für Rohöl direkt. Das könnte den globalen Prozess zur Inflationsbekämpfung ausbremsen und dazu führen, dass die wichtigsten Zentralbanken länger hohe Zinsen aufrechterhalten müssen. Gleichzeitig ist die Flucht in Dollar-Assets kurzfristig weiterhin nur schwer durch ein fragmentiertes bilaterales Abrechnungssystem ersetzbar.

Für den Kryptomarkt zielt die Vorantreibung souveräner CBDCs darauf ab, die grenzüberschreitende Finanzaufsicht zu stärken und staatliche Kapitalkontrollen auszubauen. Das steht im Widerspruch zur ursprünglichen Intention dezentraler Assets. Die von geopolitischen Konflikten ausgelöste makroökonomische Vorsicht verlagert sich vor allem hin zu traditionellen Energie- und US-Dollar-Assets. Wenn eine hohe Inflation und anhaltend straffe Liquidität weiterhin Druck ausüben, bleibt das Abwärtsrisiko für riskante Vermögenswerte wie $BTC auch weiterhin zu beachten – insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Verstärkung der Abwärtsbewegungen durch gleichzeitige Liquiditätsverknappung und den Verkaufsdruck aus Vorsicht.

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