Laut der neuesten Umfrageergebnisse von Markets Pulse hat der beschleunigte Verkauf von US-Staatsanleihen dazu geführt, dass die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe am Donnerstag erstmals die Marke von 4,96% überschritt und damit den höchsten Stand seit drei Jahren erreichte. Von den befragten 122 Marktprofis gehen rund 30% der Befragten davon aus, dass der US-Aktienmarkt, sobald die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen den Bereich von 5% bis 5,25% erreicht, vom bisherigen Hoch aus um 10% zurückgehen und damit offiziell in eine technische Korrektur eintreten dürfte; weitere 22% der Institute sehen diesen kritischen Punkt zwischen 5,25% und 5,5%. RSMs Chefvolkswirt Joseph Brusuelas warnt unmissverständlich: Der Markt steuert gerade auf eine längst überfällige Risikokorrektur zu.

Hinter dem Sprung der Renditen steckt, dass sich die geopolitische Lage im Nahen Osten in letzter Zeit weiter verschärft hat und dadurch internationale Rohölpreise die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel durchbrochen haben—was die Marktängste vor einer zweiten Währungs-/Inflationsrunde massiv anheizt. Für die US-Notenbank Fed bedeutet das eine gestiegene Inflations-Erwartung: Damit ist der Spielraum für Zinssenkungen kurzfristig praktisch komplett blockiert, möglicherweise muss sie die sehr restriktiven Hochzinsniveaus sogar noch länger aufrechterhalten. Die zuvor optimistisch eingepreisten Erwartungen an eine weiche Landung der Wirtschaft und eine Trendwende hin zu mehr Liquidität wirken angesichts der harten makroökonomischen Realität äußerst fragil.

Aus Sicht der traditionellen Finanzmärkte wird der Rendite-Schwellenbereich „ohne Risiko“ von nahezu 5% dabei die Logik der Asset-Bepreisung spürbar umkrempeln. Wenn Anleger allein mit risikofreien US-Staatsanleihen eine annualisierte Rendite von über 5% erzielen können, ist die Aktien-Risikoprämie (ERP) für riskante Vermögenswerte wie Aktien bereits auf ein äußerst gefährlich niedriges Niveau zusammengedrückt. Der Trend, dass institutionelles Kapital in großem Umfang aus überbewerteten Aktienwerten zurück in den Renten-/Fixed-Income-Bereich fließt, dürfte sich kaum umkehren lassen; eine weiterhin sich verknappende US-Dollar-Liquidität wird den gesamten Markt zusätzlich dazu zwingen, die Diskontierungszinssätze weiter nach oben anzupassen.

Für den Kryptomarkt gilt das allemal als Warnsignal: Hier handelt es sich zweifellos um einen Liquiditäts-Gegenwind, den man höchst ernst nehmen muss. Vor dem Hintergrund hoher gesamtwirtschaftlicher Finanzierungskosten kühlt die Bereitschaft, zusätzliches Kapital in riskante Assets zu lenken, deutlich ab; zentrale Vermögenswerte wie $BTC können sich nur schwer den Bewertungsdruck entziehen, der durch das „Liquiditäts-Abpumpen“ entsteht. Sollte der US-Aktienmarkt infolge des Zinsschocks eine Korrektur im Umfang von 10% auslösen, ist es für Kryptoanlagen sehr wahrscheinlich, dass sie einem Deleveraging und einer erneuten Liquiditäts-bedingten Abwärtsspirale („Liquiditäts-Quetsch“) ausgesetzt sind. Anleger sollten daher aktuell die Verschuldung strikt kontrollieren und sich gegen das Risiko einer Übertragung von Liquiditätseffekten absichern. #美债收益率 #通胀 #美联储