Die Rendite von japanischen Staatsanleihen im Langlaufbereich steigt weiter an; die 10‑Jahres-Komponente nähert sich der 3%-Kernmarke

Am 11. September stieg die Rendite der japanischen 10‑jährigen Staatsanleihen um 7,5 Basispunkte auf 2,985 % und kommt damit der wichtigen psychologischen Marke von 3 % immer näher. Der Gesamttrend folgt dabei eng dem Abverkaufsrhythmus am globalen Rentenmarkt.

Darüber hinaus zeigt auch der Langlaufsegment des japanischen Anleihenmarkts eine synchron belastete Tendenz. Im gleichen Zeitraum stieg die Rendite japanischer 20‑jähriger Staatsanleihen um 7 Basispunkte auf 3,82 %. Das gesamte Bewertungsniveau im Bereich japanischer Langläuferanleihen wird fortlaufend neu justiert.

Analysen zufolge ist der Anstieg der Renditen in diesem Bereich das Ergebnis einer Übertragung aus dem Ausland und einer gleichgerichteten Erwartungsdynamik der inländischen Politik. Auf internationaler Ebene führt eine angespannte Lage im Nahen Osten zu steigenden internationalen Ölpreisen, was die globalen Inflations­erwartungen wieder anheizt und damit zum grundlegenden Treiber für die höhere Entwicklung der Langlaufzinsen wird.

Zusätzlich wurden US-Staatsanleihen über Nacht gleich mehrfach abverkauft: Das Ausmaß der Rückkaufgeschäfte des US-Finanzministeriums blieb hinter den Markterwartungen zurück, was die Renditen weiter nach oben drückte und eine Anpassungswelle im globalen Langlaufsegment auslöste. Dadurch entsteht ein deutlich spürbarer Übertragungseffekt auf japanische Anleihen.

Auch die heimischen Fundamentaldaten und die politischen Erwartungen treiben den Anstieg der Renditen bei japanischen Staatsanleihen an. Da die Inflationsdaten für August in Japan höher ausfielen, geht der Markt weithin davon aus, dass die Bank of Japan auf der geldpolitischen Sitzung im September den Zinserhöhungsrhythmus fortsetzen wird. Die Erwartung einer restriktiveren Geldpolitik formt dabei die Preisbildung für japanische Staatsanleihen neu.

Für die weitere Entwicklung verweisen Marktanalysen darauf, dass, falls internationale Ölpreise und die Renditen wichtiger ausländischer Anleihen weiter steigen, die Rendite japanischer 10‑jähriger Staatsanleihen mit hoher Wahrscheinlichkeit die 3%-Marke durchbrechen wird.

Zum Abschluss heißt es in der Analyse: Wenn die Bank of Japan ein klares Signal für fortgesetzte Zinserhöhungen bis Jahresende aussendet, werden die Renditen im Langlaufbereich weiter steigen und damit das gesamte Renditeniveau japanischer Staatsanleihen dauerhaft nach oben treiben.

Das dürfte die Finanzierung von Unternehmen und die Staatsfinanzen weltweit verdeckt beeinträchtigen, möglicherweise dazu führen, dass Kapital in Billionenhöhe nach Japan zurückfließt, und den Druck weiter auf US‑Staatsanleihen, europäische Staatsanleihen und bis hin zu globalen Risikoanlagen übertragen.

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