Krypto- und Bankengruppen haben ihre Lobbyarbeit in die Heimatstaaten von Senatoren ausgeweitet, noch bevor am 15. September eine formale Abstimmung im Senat über den CLARITY Act ansteht. Laut Foresight News sagte Mason Lynaugh, Executive Director von Stand With Crypto, dass die Gruppe mit ihren rund 3 Millionen Unterstützern die Abgeordneten während der August-Pause beinahe 50.000 Mal per Telefon oder E-Mail kontaktiert und Meinungsbeiträge in lokalen Medien in Oklahoma, Kentucky und Kansas veröffentlicht habe.
Der Gesetzentwurf, der vom Weißen Haus und der Krypto-Industrie unterstützt wird, soll klären, ob Tokens Wertpapiere oder Waren sind, und festlegen, welche Regulierungskompetenzen zuständig sind. Einige demokratische und republikanische Senatoren, darunter James Lankford aus Oklahoma und Mike Rounds aus South Dakota, haben Bedenken geäußert, dass es an ausreichenden Schutzvorkehrungen gegen Geldwäsche und Compliance-Maßnahmen mangelt, und dass es digitale Tokens möglicherweise in Konkurrenz zu Bankeinlagen bringen könnte, was sich unter Umständen auf die Kreditvergabe auswirken könnte. Analysten sagten, die Aussichten des Gesetzes seien weiterhin ungewiss.
Auch die Independent Community Bankers of America mobilisiert Mitglieder, um direkt mit Senatoren in ihren Bundesstaaten zu sprechen, und hat Fernsehwerbung in Washington sowie in Zielstaaten geschaltet, um sich gegen das Vorhaben zu stellen. Die Blockchain Association hat im Juli clarityforamerica.com gestartet, um der Öffentlichkeit dabei zu helfen, Briefe an Senatoren nach Thema zugeschnitten zu verfassen.
Umfragen zufolge könnten die Demokraten bei den Halbzeitwahlen im November das Repräsentantenhaus zurückerobern. Die Kryptoindustrie setzt alles daran, in diesem Jahr die Verabschiedung durchzusetzen, nachdem sie mindestens 190 Millionen US-Dollar für die Sache aufgewendet hat.
